Vom Straßengraben aufs Cover der Dogs: Die Hunde Ferdinand und Luna haben es auf den Titel eines Hundemagazins geschafft

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Gruppenbild mit Selbstauslöser: v.l.n.r. – Hund Ferdinand, Frank Schürmann, Silvia Bruderek, Andrea Dobberstein, Hündin Luna.
 

Die Halterner Hunde Ferdinand und Luna gehören zu den Titelstars der aktuellen Ausgabe der Hundezeitschrift „DOGS“. Im Frühjahr hatte das Magazin ihre Leser über Facebook aufgefordert, Fotos ihrer besten Freunde auf vier Pfoten einzusenden. Die Redaktion hatte die Qual der Wahl: Über 3.000 Leserinnen und Leser haben sich um den Platz auf der Jubiläumsausgabe beworben. Zu den Gewinnern gehören Ferdinand und Luna - zwei Hunde, die es nicht immer einfach im Leben hatten.



Von Silvia Bruderek

Vom Straßengraben auf den Titel der DOGS-Zeitschrift - der Weg dorthin war steinig: Ferdinand wurde als Welpe mit 4 Wochen, verletzt mit kupierter Rute, in einem Straßengraben in Ungarn gefunden und glücklicherweise von Tierschützern gerettet und aufgepäppelt. Im August 2013 wurde der Mini-Husky-Mix von Silvia Bruderek und Frank Schürmann auf der Facebook-Seite der ungarischen Hundehilfe PCAS entdeckt. „Eine Handvoll Hund, der uns zuzwinkerte, und mit seinem verschmitzten Blick uns mitten ins Herz traf“, erinnert sich Silvia Bruderek, die sich gemeinsam mit Frank Schürmann für den Auslandstierschutz einsetzt. „Keiner konnte uns wirklich sagen, welche Rasse in ihm steckt, trotzdem haben wir das „Überraschungsei“ Ferdinand kurzerhand adoptiert“, erklärt Frank Schürmann. „Heute wissen wir, er ist eine Mischung aus Husky und Windhund. Optisch ist unser eineinhalbjähriger Rüde ein Unikat - wir kennen keinen Hund, der vergleichbar aussieht“. Tierschutzhunde, sind eben besondere Hunde. Seinen originellen Namen gab ihm übrigens die Pflegestelle in Ungarn, zu der die beiden Tierschützer bis heute ein herzliches Verhältnis haben.

"Optisch ist unser eineinhalbjähriger Rüde ein Unikat - wir kennen keinen Hund, der vergleichbar aussieht“


Die Hündin Luna ist Andrea Dobbersteins ganzer Stolz. Mit ihrer Anschaffung erfüllte sich die Halternerin einen langjährigen Traum. Dass die Hündin aus der Massentierzucht kam, wusste die Dobberstein zunächst nicht. Ihre Freundin Sabine Müller berichtet: „Andrea ist gehörlos und wollte immer einen Mini Aussie haben. Obwohl diese Hunde als Therapiehunde geeignet sind, wollte kein Züchter ihr einen Hund geben. Sie fürchteten, dass ihre Hunde bei einem gehörlosen Menschen nicht gut aufgehoben wären.“ Erfolg hatte die Hundefreundin bei einer Essener Züchterin. Dort fand sie Luna. Erst später hat sich herausgestellt, dass sie vermeintliche Züchterin eine Hundevermehrerin ist.
Luna bekam im Alter von 6 Monaten starke Schmerzen, so dass sie im Alter von 11 Monaten bereits beidseitig an der Kniescheibe operiert werden musste. Trotz erfolgreicher Operationen ist jedoch doch der Traum vom Hundesport zerplatzt, da der Vierbeiner nicht zu 100% wieder gesund werden konnte. Bis heute muss Luna auch weiterhin zur Chiropraktik und regelmäßig ärztlich behandelt werden. Kein Grund für Andrea Dobbenstein Luna wieder abzugeben. In der DogScout Hundeschule ist sie erfolgreich im Maintrailing (Personensuche unter Einsatz von Hunden).
Heute sind Ferdinand und Luna glückliche Hunde. Beide trainieren mit ihren Haltern fleißig in der DogsScout Hundeschule. „Gerade bei Tierschutzhunden muss man am Ball bleiben, Hundeschule ist Pflicht, und bei Problemen darf man nicht sofort aufgeben.
Liebe, Fürsorge und Verständnis in einen Tierschutzhund zu investieren, lohnt sich. Der Hund dankt es uns jeden Tag“, sagt Silvia Bruderek. Das bestätigt auch Andrea Dobbersteins Freundin: „Luna und Andrea sind ein eingespieltes Team und verständigen sich lautlos, beide harmonieren perfekt miteinander.“ Sie erzählt auch, dass Luna es ihrer Halterin immer recht machen möchte.
Zwei Hunde, zwei Schicksale, eine Gemeinsamkeit: Ferdinand und Luna schmücken mit 48 anderen Hunden seit dem 5. Januar den Titel des DOGS-Magazins. „Zum Spaß“ hatten die Hundehalter Dobberstein und Schürmann, die beide auch professionell fotografieren, ihre besten Schnappschüsse an das Hundemagazin geschickt - und gewonnen. 50 Hunde aus 3.000 Bewerbungen. Überzeugt hat die Redaktion mal der „freche Blick“ oder das „ungewöhnliche Ohrenaufstellen“ eines Hundes, das den Funken überspringen ließ. Andrea Dobberstein wie auch Silvia Bruderek und Frank Schürmann wurden zusammen mit ihren Hunden zum professionellen Fotoshooting eingeladen. Dobberstein ist mit ihrer Freundin dafür nach Dortmund gefahren. Da sie Luna schon oft vor die Linse geholt hat, ist der Mini Aussie das Posieren gewohnt. „Die DOGS-Fotografin Debra Bardowicks war begeistert von Luna“, teilt die Hundefreundin mit, „statt den veranschlagten 45 Minuten, waren die Fotos nach 20 Minuten im Kasten“. Frank Schürmann und Silvia Bruderek, nach Hamburg zum Shooting eingeladen, entschieden sich gegen die strapaziöse Fahrt in die Hansestadt und fotografierten ihren Liebling Ferdinand kurzerhand selbst.
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