Debatte um Glyphosat-Einsatz bewegt Landwirte und Verbraucher

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Ein Verbot des Wirkstoffes hätte aus landwirtschaftlicher Sicht unter anderem die Folge des verstärkten Pflugeinsatzes.

Kreis. Seit über 40 Jahren wird der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat zur Unkrautkontrolle in der Landwirtschaft eingesetzt. In jüngerer Zeit erlangt Glyphosat eine erhöhte Aufmerksamkeit, da der Wirkstoff auf EU-Ebene neu bewertet wird. Dieser Neubewertung nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik müssen sich laut EU-Pflanzenschutzrecht alle auf EU-Ebene genehmigten Wirkstoffe turnusgemäß unterziehen. Auch die Landwirte im Vest diskutieren den Einsatz des Pflanzenschutzmittels.

„Wir nehmen die Ängste der Menschen ernst. Gerade deshalb ist uns ganz besonders daran gelegen, mit den Bürgern vor Ort über unsere Arbeit ins Gespräch zu kommen. Wir möchten erklären, wie wir auf unseren Feldern arbeiten und auch erörtern, welche Mittel wir zum Schutz des Pflanzenwachstums einsetzen müssen“, greift Friedrich Steinmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen, die aktuelle Debatte um den Glyphosat-Einsatz auf. „Glyphosat ist für uns ein wichtiges Hilfsmittel, welches nicht permanent, aber im akuten Bedarfsfall eingesetzt werden kann. Wir Landwirte kennen die Wirkung von Glyphosat und setzen den Wirkstoff verantwortungsvoll ein.“ Am Rande des deutschen Bauerntages in Hannover hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt deutlich gemacht, dass bisherige Studien zum Glyphosat-Einsatz keine Gesundheitsrisiken für Menschen erwarten lassen.

Ein Verbot des Wirkstoffes hätte aus landwirtschaftlicher Sicht unter anderem die Folge des verstärkten Pflugeinsatzes.


Glyphosat gehört zu den weltweit toxikologisch am umfassendsten untersuchten Pflanzenschutzmittelwirk-stoffen. Allein der für die Neubewertung von Glyphosat erstellte Bewertungsbericht berücksichtigt mehr als 1.000 neue, seit der ersten Bewertung von Glyphosat im Jahr 2002 vorgelegte Veröffentlichungen. Auch vor dem Hintergrund dieser Studien kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass Glyphosat alle Kriterien erfüllt, die das EU-Recht an Pflanzenschutzmittelwirkstoffe stellt. Das Pflanzenschutzmittel stellt in der Landwirtschaft einen wichtigen Baustein für nachhaltige und bodenschonende Anbaupraktiken dar. Ein Verbot von Glyphosat hätte zur Folge, dass die Erträge in der Landwirtschaft deutlich sinken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauern gefährdet wird, sich resistente Unkräuter ausbreiten und die Produktionskosten steigen. Ein Verbot des Wirkstoffes hätte aus landwirtschaftlicher Sicht unter anderem die Folge des verstärkten Pflugeinsatzes. Damit wären die Verhinderung von Erosion, das Austrocknen sandiger Böden oder das Einsparen von Treibhausgasen und der Klimaschutz konterkariert.
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Claudia Jacobs aus Mülheim an der Ruhr | 07.07.2016 | 23:18  
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