Maiempfang: Arbeit und Rente stehen im Blickpunkt

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Haltern. Gut besucht war der traditionelle Maiempfang der Stadt Haltern am See im Alten Rathaus. Gemeinsam mit Vertretern des Gewerkschaftsbundes begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Helga Ferling die Gäste. Unter ihnen waren Vertreter aus Politik und Verwaltung, Damen und Herren, die als Betriebs- und Personalräte und als aktive Gewerkschafter Verantwortung für die Arbeitnehmerschaft übernommen haben.


„Denn gerade um die Arbeitnehmer und deren Vertretungen soll es an den Tagen rund um den 1. Mai, wenn wir also über den Tag der Arbeit reden, ganz besonders gehen“, erklärte Helga Ferling. Sie ging auf das aktuelle Motto zum Tag der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner Mitgliedsgewerkschaften ein. Es lautet: „Unser Tag. Gute Arbeit - Sichere Rente - Soziales Europa.“ „Das ist ein Motto, welches nach meiner Ansicht sehr treffend ist“, beschrieb die stellvertretende Bürgermeisterin. Denn damit werden vier Aspekte umrissen: „Unser Tag“, steht dafür, um an den 2. Mai 1933 zu erinnern. Nun jährt sich zum 80. Mal die Stürmung der Gewerkschaftshäuser und die Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten.

Es jährt sich zum 80. Mal die Stürmung der Gewerkschaftshäuser

Tausende Gewerkschaftsmitglieder wurden in Zuchthäuser und Konzentrationslager gesperrt, in die Emigration getrieben oder ermordet. „Gute Arbeit“ - der nächste Aspekt des diesjährigen Gewerkschaftsmottos - soll die Forderung unterstreichen, die Menschen gerecht zu entlohnen. Dazu Ferling: „Natürlich muss es unser Ziel bleiben, dass diejenigen, die einen Vollzeitjob haben, auch genügend Geld bekommen, sich und ihre Familie davon zu ernähren.“ Damit zusammen hängt natürlich auch der nächste Punkt: „Sichere Rente“. Denn die Renten sollen die Lebensleistung von Menschen anerkennen und einen Ruhestand in Würde ermöglichen. Eine solche Stärkung der Alterssicherung wollen wir auch die Altersarmut sowie einen sozialen Abstieg von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter vermeiden. Angesichts der sowieso schon viel zu hohen Sozialkosten gerade im Kreis Recklinghausen ist dieses Ziel auch aus unserer kommunalen Sicht ganz entscheidend.
Abschließend heißt es: „Soziales Europa“. Dazu Helga Ferling: „Wir alle sind uns darüber einig, dass ein sozial gestaltetes und demokratisch legitimiertes Europa eine ganz entscheidende Basis für ein gemeinsames und vor allem jährt sich zum 80. Mal die Stürmung der Gewerkschaftshäuser ist.“

Stärkung der Alterssicherung

Die stellvertretende Bürgermeisterin begrüßte Vera Foullong-Marquardt vom Verdi-Bezirk Emscher-Lippe-Nord, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen. Die Gewerkschafterin war Hauptrednerin des Abends und unterstricht dabei ihren Anspruch: „Die Arbeit an sich und auch die Arbeit der Gewerkschaften muss besser anerkannt werden.“ Für sie gehe es auch entscheidend um die Wertschätzung der arbeitenden Menschen und ihrer Würde. In diesem Zusammenhang machte Foullong-Marquardt auch klar, dass es für sie dringend erforderlich sei, einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunden festzuschreiben. „Schon das darf eigentlich nicht die Untergrenze sein, besser sind zehn Euro.“
Denn nur so könne das Aufstocken, also die Zuschüsse für arbeitende Menschen, abgeschafft werden, allein das kostet nach ihren Worten pro Jahr sieben Milliarden Euro. Ebenso geht es für sie bei diesem Thema darum das Rentenproblem und die Altersarmut zu vermeiden. Ihr einfaches Credo: „Die Rente muss zum Leben reichen.“
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