Manche Kommunen drehen an der Steuerschraube für Hunde

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Zeitlich befristete Steuerbefreiungen gibt es in 78 Kommunen dann, wenn ein Tierhalter einen Hund aus dem Tierheim bei sich aufnimmt

Haltern. Schnell wird der treueste Freund des Menschen zu seinem teuersten Freund. 180 Euro pro Jahr zahlen beispielsweise Hundefreunde in Hagen für einen Hund. In Haltern dagegen sind es "nur " 96 Euro für einen gehaltenen Hund. Besonders happig wird es, wenn mehrere Hunde gehalten werden, denn die Steuer steigt mit der Anzahl der gehaltenen Hunde und zwar je Hund.

Wer also zwei Hunde hält, zahlt pro Tier den Steuersatz des zweiten Hundes. In Bedburg muss bei drei Hunden mit 350 Euro je Hund die höchste Steuer gezahlt werden. Günstig kommt man dagegen in Verl davon, wo nur 24,60 Euro bei einem Hund gezahlt werden müssen. Der Bund der Steuerzahler NRW hat enorme Spannbreiten bei seinem jährlichen Hundesteuervergleich festgestellt, den er auf 197 NRW-Kommunen ausgeweitet hat. Besonders ärgerlich: 17 von 126 Kommunen, die bereits im Vorjahr untersucht wurden, haben an der Steuerschraube gedreht und die Hundesteuer erhöht. Richtig zugelangt hat Fröndenberg. Dort stieg die Steuer für den ersten Hund um 37 Prozent.

Auch die Entscheidung für einen Kampfhund kann teuer werden. So wird in 136 der 197 untersuchten Kommunen eine erhöhte Hundesteuer für gefährliche Hunde erhoben. Allerdings reduzieren vielen Kommunen die Hundesteuer auf den ursprünglichen Steuersatz, wenn ein Verhaltensnachweis vorliegt. Den höchsten Steuersatz für Kampfhunde erhebt Bedburg mit 1.500 Euro ab dem dritten gefährlichen Hund.

Auch die Entscheidung für einen Kampfhund kann teuer werden


In zwölf weiteren Orten, beispielsweise in Monheim und Wülfrath, beträgt der Steuersatz 1.000 Euro und mehr. Diese Kommunen befinden sich mit Ihren Steuersätzen in einer Größenordnung, die nach Meinung des Bundes der Steuerzahler NRW mit der Rechtsprechung der Gerichte, beispielsweise Verwaltungsgericht Trier, nicht mehr oder gerade noch in Einklang stehen. Zudem hält der BdSt NRW die Hundesteuer, die zu den Bagatellsteuern zählt, für fragwürdig. „Bagatellsteuern sind in einem zeitgemäßen Steuersystem überholt und sollten abgeschafft werden, da ihr Aufkommen sehr gering ist im Vergleich zum Erhebungsaufwand“, fordert Heinz Wirz, Vorsitzender des BdSt NRW.
Unter bestimmten Voraussetzungen bekommen Hundehalter jedoch auch Ermäßigungen. Eine Steuerbefreiung in allen untersuchten Orten gibt es für hilflose, blinde oder solche Personen, die einen Schwerbehindertenausweis besitzen.

Wer bedürftig ist, bekommt in 170 Orten eine Ermäßigung


Wer bedürftig ist, bekommt in 170 Orten eine Ermäßigung, in den meisten Fällen allerdings nur für einen Hund. In Duisburg, Dülmen, Gelsenkirchen, Rösrath, Rheinbach und Velbert ist der erste Hund unter diesen Voraussetzungen komplett steuerfrei. Zeitlich befristete Steuerbefreiungen gibt es in 78 Kommunen dann, wenn ein Tierhalter einen Hund aus dem Tierheim bei sich aufnimmt. Erstmals untersucht hat der Bund der Steuerzahler NRW eine Steuerermäßigung für Wachhunde. Eine solche Ermäßigung, in der Regel sind es 50 Prozent der satzungsgemäßen Hundesteuer, gibt es in 116 Kommunen.

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Hundesteuern in Haltern am See:

Alle Zahlen rund um die Hundesteuer hat der BdSt im Internet zusammengestellt.
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