Ernst aber nicht hoffnungslos: Flüchtlinge kommen in der Arbeitslosenstatistik an

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Caritas: Mehr längerfristige Fördermaßnahmen bieten Chancen

Kreis. Auf den ersten Blick wirken die Spuren, die die Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik hinterlassen, erschreckend. Bundesweit ein Zuwachs von 38 Prozent, aber im Kreis Coesfeld sogar ein Plus von 230 Prozent. Tatsächlich liegen die Zahlen in der gesamten Diözese Münster weit über den Bundeswerten.



Aber gemessen an den Bundeswerten haben auch schon viel mehr von ihnen einen Arbeitsplatz gefunden. "Das zeigt, es bleibt viel zu tun, doch dann gibt es auch Chancen", stellt Helmut Flötotto, Referatsleiter Soziale Arbeit im Diözesancaritasverband Münster fest. Soll die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen, brauche es allerdings Unterstützung, vor allem längerfristige Fördermaßnahmen. Bislang nähmen zwar viele der Flüchtlinge, die nach der Anerkennung ihres Asylantrages arbeiten dürfen, an Kursen teil, aber überwiegend nur an kurzen "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung".
Wie der am Donnerstag (10. August) veröffentlichte Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW ausweist, dürfen sich inzwischen deutlich mehr Asylbewerber als vor zwei Jahren nach Arbeit umsehen. Die gegenüber dem Bundesdurchschnitt in der Diözese Münster erhöhten Zahlen zwischen Juni 2015 Juni diesen Jahres "lässt sich allerdings auch mit dem niedrigen Ausgangsniveau erklären", sagt Flötotto. Gerade mal 38 Arbeitslose aus den zuzugsstärksten Herkunftsländern registrierte die Arbeitsagentur im Kreis Coesfeld vor zwei Jahren. Jetzt waren es im Juni 390. In Münster dagegen hatten sich 2015 bereits 442 arbeitssuchend gemeldet, so dass sich der Zuwachs auf 895 mit "nur" 43,4 Prozent niederschlägt.
Licht und Schatten auch beim Bildungsniveau: Während einerseits 38 Prozent nicht einmal einen vergleichbaren Hauptschulabschluss mitbringen, können andererseits 22 Prozent Abitur oder Studium nachweisen. Hoffnung gebe auch, so Helmut Flötotto, dass weit über die Hälfte der Geflüchteten jünger als 35 Jahre sind: "Da ist noch ganz viel Potential." Das müsse allderdings geweckt werden zum Beispiel durch begleitete Ausbildungen, für die natürlich Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden müssten.
Weitere Informationen mit regionalen Zahlen: www.arbeitslosenreport-nrw.de
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