Spätschichten an ungewöhnlichen Orten sollen junge Menschen ansprechen

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Am Donnerstag, 15. Dezember, fand um 18 Uhr im Kreißsaal des St.-Sixtus-Hospitals eine Spätschicht statt.

Haltern. Ein Gottesdienst im Kreißsaal? Warum nicht. Das dachten sich Kaplan Torsten Stemmer und Pastoralassistentin Carolin Wessels, als sie über ein alternatives Konzept zu den Frühschichten der Pfarrei St. Sixtus nachdachten. Mitte Dezember fand dann im Kreißsaal des St.-Sixtus-Hospitals eine Spätschicht statt.

Unterstützung erhielten die beiden Organisatoren von der leitenden Hebamme Claudia Müffler. „Gott wurde als Mensch geboren. In einem Kreißsaal wird das Thema Geburt konkret erlebbar“, erklärt Stemmer die Idee, die hinter der Wahl zu diesem ungewöhnlichen Ort steckt.
Fünf unterschiedliche Angebote in der Advents- und Weihnachtszeit gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene in der katholischen Pfarrei. „Wir haben im vergangenen Jahr gemerkt, dass es immer schwieriger wird, junge Menschen für unsere beiden Frühschichten zu begeistern“, berichtet der Seelsorger. Er führt es auf unterschiedliche Gründe zurück: Den Tag um 6 Uhr zu starten sei für Schülerinnen und Schüler, die nicht in Haltern zu Schule gehen und auf den Bus angewiesen sind als auch für Berufstätige, schwierig.

Menschwerdung im Kreißsaal

„Zudem haben die Schülerinnen und Schüler häufig am Nachmittag Unterricht. Das ist ein langer Tag. Ebenso werden vor Weihnachten in den Abiturjahrgängen viele Klausuren geschrieben“, nennt er weitere Gründe. Deshalb haben Stemmer und Wessels das Konzept verändert und bieten Spätschichten an. „Wir veranstalten sie an ungewöhnlichen Orten“, erklärt der 34-Jährige weiter. Von seinen ersten Jahren als Kaplan in Lohne kannte er das Angebot, Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten zu feiern, und ließ sich davon inspirieren.

Die Premiere feierte die Spätschicht in den Räumen eines Juweliers

Die Premiere feierte die Spätschicht in den Räumen eines Juweliers. „Alle sprechen vom besinnlichen Advent, aber kein merkt es. Wir haben uns inhaltlich mit dem Thema Zeit auseinander gesetzt“, informiert Stemmer. Die Spätschichten dauern etwa eine dreiviertel Stunde. „Vom Ablauf sind es Wortgottesdienste, die wir mit verschiedenen Elementen gestalten, bei denen die Teilnehmer sich einbringen können“, erklärt er. Für die musikalische Gestaltung sorgt Pastoralassistentin Wessels mit einem Projektchor.
Das zweiköpfige Team möchte mit der Wahl der neuen Orte zeigen, dass die Inhalte Bibel mit dem heutigen Alltag zu tun haben. „Es gibt viele Fragestellungen, die immer noch relevant sind. Jesus ist auch zu den Orten gegangen, an dem die Menschen sind, um ihnen in ihrem Alltag das Reich Gottes zu verkünden“, sagt Stemmer.
Auch der diesjährige Bethlehemgang, der für Jugendliche und junge Erwachsene am Tag vor Heiligabend bereits Tradition hat, startet an einem ungewöhnlichen Ort. „Er steht unter dem Motto: ‚Bereitet dem Herrn den Weg‘. Deshalb beginnen wir auf dem Bauhof, dort wo die Mitarbeiter dafür sorgen, dass beispielsweise bei Glatteis die Straßen gestreut sind“, informiert Stemmer.
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