Haltern Helau - Karneval mit Kraut und Rübe

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Die sechs Musiker von Kraut und Rübe bringen Karnevalsstimmung zurück nach Haltern. (Foto: Privat)

Wenn etwas wie Kraut und Rüben durcheinander geht, dann ist damit volksmündlich in der Regel ein großes Chaos gemeint. Im Falle der Halterner Karnevalsband unter der Leitung von Torsten Schmidt deutet der Name aber eher auf fröhliche Ausgelassenheit und Feierlaune hin. Von den sechs Musikern sehen sich die fünf Männer als Kraut, die einzige Frau der Formation als Rübe. Seit drei Jahren bringt die Band wieder Karnevalsstimmung zurück in die Seestadt.

Seit seinem 12. Lebensjahr steht Torsten Schmidt auf der Bühne. Musik war seit jeher sein Lebenselixier. Auf die Idee Karnevalsmusik zu machen ist der gebürtige Ostfriese durch seine spätere Wahlheimat Bonn gekommen. In der rheinischen Karnevalshochburg konnte man sich dem alljährlichen Rosenmontagstrubel nicht entziehen. Das wollte Schmidt auch gar nicht - auf ihn wirkte die Stimmung ansteckend. Das rheinische "Karnevalsgefühl" empfand er als etwas ganz besonderes, einzigartiges, das es in dieser Art längst nicht in allen Teilen Deutschlands gibt. Auch nicht in Westfalen, obwohl hier sogar eine ganze Reihe von Karnevalsvereinen ansässig sind. So war es für den Musiker eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er selbst die ersten Karnevals-Schlager dichtete.

Dem Karneval blieb er auch dann noch treu, als er Jahre später nach dem Studium nach Haltern zog. Auf den Karnevalsfeiern des ETuS war er als Moderator tätig. Mit dem Abflauen des Karnevals in Westfalen kamen leider auch in Haltern am See die Rosenmontagsumzüge und Festlichkeiten zum Erliegen. Den ETuS-Ball, einst Karnevalshighlight, gibt es heute ebenso wenig mehr wie den Kinder-Karnevalsumzug durch die Innenstadt. Die Feierlichkeiten des TuS verlagerten sich vom Kolpinghaus in den Seehof, dann in das Lakeside Inn, wo sie zum Schluss er Sportveranstaltungen waren als Karnevalssitzungen.

Der Kinder-Karnevalsumzug stellte für die Vereine zudem ein finanzielles Problem dar. Es fanden sich letztlich zu wenig Sponsoren. Die Planbarkeit war nicht mehr gegeben. Nach der Katastrophe der Loveparade in Duisburg kam auch noch die Sicherheitsfrage als Hindernis und weiterer Kostenpunkt hinzu. Vor drei Jahren schließlich stand der Karneval in Haltern nach einer großen Abschlussveranstaltung vor dem endgültigen Aus.

Kurz zuvor hatte Musiker Torsten Schmidt seine Band “Kraut und Rübe“ gegründet. Die Karnevalsband (bestehend aus Sängerin und Percussionistin Alexandra Pietrucha, Sänger und Drummer Jochen König, Gitarrist, Sänger und Saxophonist Uwe Brunn, Horst Kilp an Keyboard und Akkordeon, Sänger und Bassist Andreas Mohr und Torsten Schmidt als Sänger, Texter, Komponist und Gitarrist) hatte es zunächst nicht leicht, in einer Region, die nicht gerade zu den Karnevalshochburgen zählt, musikalisch Fuß zu fassen. Dennoch sind sie bereits mehrfach bei Karnevalssitzungen mit Fernsehübertragungen zu sehen und zu hören gewesen.

Die Idee, mit ihrer Band zumindest den Kinderkarneval in Haltern wieder neu zu beleben, entstand eher aus Zufall: die Band hatte bereits mehrfach erfolgreich am Wettbewerb der närrischen Hitparade im WDR 4 teilgenommen. Vor drei Jahren wollte die Redaktion des Lokal-Fernsehens Dortmund einen Bericht über die Halterner Band bringen. Die Anfrage kam plötzlich und Torsten Schmidt stand vor dem “Problem“ auf die Schnelle eine geeignete Location für den Dreh zu finden. Die Innenstadt bot sich eher nicht an. Kurz entschlossen rief er Toddy Geldmann an und erkundigte sich nach der Möglichkeit in dessen Biergarten "Jupp unner de Böcken" zu drehen. Dieser war spontan von der Idee begeistert und bot sofort seine Mithilfe bei der Organisation an.

Der Brückenschlag zum Kinder-Karneval war schnell gemacht. Schon die erste Veranstaltung mit Kindern und Erwachsenen wurde ein voller Erfolg. Am kommenden Karnevalssamstag, 25.02., ist es wieder einmal soweit. Im Biergarten am Halterner Stausee heißt es dann wieder "Haltern Helau!"
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