Vom Tuch zum Segel – Landgang beim Segel-Club Stevertalsperre

Anzeige
Cornels Latsch erklärt Bedeutung von Segeltrimm und Segelvermessung (Foto: Reinhard Sdunek)
 
Der Segelmacher demonstriert am Zuschneidetisch die Wichtigkeit exakten Arbeitens beim Zusammenfügen der einzelnen Segelbahnen. (Foto: Reinhard Sdunek)
Vergangenen Sonntag bot der SCST seinen Mitgliedern einen besonderen Leckerbissen: eine Betriebsbesichtigung der Segelmacherei Latsch in Borgholzhausen

Vereinsleben mal ganz anders: Rund 40 jugendliche und erwachsene Mitglieder des SCST unternahmen am letzten Sonntag eine lehrreiche und dennoch sehr unterhaltsame Betriebsbesichtigung der Segelmacherei Latsch in Borgholzhausen.

Während halb Haltern noch schläft, sitzen die interessierten Segler schon morgens früh um acht im Bus. Die einen eher noch schläfrig, die anderen schon putzmunter. „Macht nix, da müssen wir durch. Schließlich wollen wir ja wissen, wie so ein Segel entsteht, das mir hier auf dem See so viel Fun macht“, so ein gutgelaunter Jugendlicher. Nach rund zwei Stunden Fahrt erscheint die Truppe in Borgholzhausen, wo Inhaber Latsch schon wartet.

Materialkunde und Anschauungsunterricht

Los geht es mit der Beschaffenheit verschiedener Tuche: Grobes oder feineres Gewebe, schweres oder leichtes Material, unterschiedliche Zusammensetzungen. Welches Tuch hat welche Vor- und Nachteile, für welche Zwecke ist es besonders gut geeignet, für welche weniger? Von der vielen Theorie rauchen den ersten schon die Köpfe. Gut, dass es jetzt mit der praktischen Besichtigung weitergeht. An den einzelnen Stationen kann man sich ein gutes Bild von der Fertigstellung eines Segels machen. Beeindruckend der riesige Plottertisch: hier werden die Schnittmuster auf die Tuche gedruckt. An den Zuschnitttischen werden später die einzelnen Bahnen zu einem Segel zusammengefügt. Dabei gibt es verschiedene Nähmaschinen, die je nach Anforderungenen der unterschiedliche Materialien eingesetzt werden. Damit ein Segel perfekt läuft, muss hier extrem präzise gearbeitet werden. Schließlich würde sich jeder kleine Fehler negativ auf die Segeleigenschaften auswirken.

Nach einer Mittagspause geht es weiter mit praktischen Vorführungen. Mit einem kleinen Experiment, bei dem ein Löffel unter einem Wasserstrahl entgegen der Schwerkraft eine Aufwärtsbewegung macht (!) erklärt Cornels Latsch den staunenden Besuchern das Prinzip des Vortriebs. Vortrieb kennt natürlich jeder Segler, aber dieses Löffelexperiment hat alle ziemlich beeindruckt. Auch Segeltrimm ist ein Thema: Wie wirkt es sich aus, wenn ein Segel an dieser oder an jeder Ecke besonders stark gespannt wird? Welcher Trimm fördert die Segeleigenschaften, welcher wirkt sich eher hinderlich aus? Der Segelmacher ist ganz in seinem Element, die Segler aber auch und so könnten sie alle noch stundenlang fachsimpeln. Aber langsam wird es spät und die Fahrt dauert ja auch wieder gute zwei Stunden. Zum Abschied bekommt jeder eine Tasche aus Segeltuch mit Infomaterialien und Tuchmustern. So machen sich die Segler wieder auf die Heimreise und nehmen viele Informationen mit, die sie beim nächsten Segeltrimm direkt in die Praxis umsetzten und ausprobieren werden.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Susanne Kleine Schulte für die klasse Organisation, natürlich an Cornels Latsch den Segelmacher und schließlich auch an den sympathischen Busfahrer.

Mehr Fotos und weitere Infos zum Verein gibt es unter www.scst-haltern.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.