ATV-Mobilitätstraining für Senioren findet großen Zuspruch

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Die Mitglieder des ATV-Kurses "Mobilitätstraining" trafen sich am Kärntner Platz.
 
Zügiges Ein- und Aussteigen - gar nicht so leicht mit Rollator.
Unsere Gesellschaft wird immer älter. Ein immer größer werdender Anteil älterer Menschen nimmt heute aktiv am Leben teil. Barrierefreie und behindertengerechte Innenstädte sind daher in Deutschland größtenteils selbstverständlich geworden. Aber auch der Straßenverkehr kann für Menschen im fortgeschrittenen Alter oft mit großen Hürden verbunden sein. Mit gezielter Gymnastik und Training gerade für die älteren Mitbürger setzt der ATV sich ein für mehr Lebensqualität, Gesundheit und Fitness.

Auch die Vestische Straßenbahnen GmbH hat auf den demographischen Wandel reagiert und bietet seit Jahren Busse und Bahnen mit modernster Technik an. So befindet sich heute serienmäßig in jedem Bus eine vergrößerte Nutzungsfläche an der hinteren Eingangstür zum Abstellen für mehrere Rollatoren, Rollstühle oder Kinderwagen. An der inneren Wagenwand ist in Kniehöhe eine besondere blaue Ausstiegstaste angebracht. Im Gegensatz zu den üblichen von jedem Sitz aus bequem erreichbaren Ausstiegsknöpfen zeigt das Signal dieser Taste dem Fahrer an, dass ein Fahrgast beim Aussteigen eventuell Hilfe benötigt. Die Absenkfunktionen aller modernen Busse beim Anhalten ermöglicht ein nahezu barrierefreies Ein- und Aussteigen. Ein Sicherheitsmechanismus verhindert während des Einsteigens oder Aussteigens zudem das Schließen der Tür und ein versehentliches Anfahren des Busses. Zusätzliche Sicherheit vor Belästigungen durch andere Fahrgäste oder gar Diebstahl bietet eine Videoüberwachung in den Busdecken. Sollte beim Verkehrsunternehmen allerdings keine Meldung eingehen, so werden die Dateien automatisch nach 72 Stunden gelöscht.

Dass aber nicht allein die Angst vor mechanischen Barrieren viele ältere Menschen von der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel abschreckt, zeigten die Fragen, die die Teilnehmer des ATV-Mobilitätstrainings dem Pressesprecher der Vestischen Straßenbahnen GmbH Norbert Konegen stellten. Am Donnerstagmorgen trafen sich die Mitglieder des Kurses und ihre Kursleiterinnen Marie-Luise Wiethoff und Gertrud Ölmann an der Bushaltestelle am Kärntner Platz.

Die rund 20 rüstigen Damen und Herren treffen sich regelmäßig donnerstags um 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr in der Jahnhalle zum gemeinsamen Training. Fit und beweglich bleiben und den Alltag möglichst ohne fremde Hilfe bewältigen ist das Motto des Kurses. Zur Kräftigung der Muskulatur stehen hier auch Singen und Tanzen auf dem Programm. Schließlich geht es auch darum im Alter nicht zu vereinsamen sondern gesellig zu bleiben. Heute aber trafen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Mobilitätstraining im Straßenverkehr.

Während alle das Einsteigen und rückwärtige Aussteigen recht gut beherrschten, zeigte sich, dass die eigentliche Befürchtung darin besteht, zu langsam zu sein. Es ist die Angst nicht schnell genug zum Sitz oder zur Tür zu gelangen, andere aufzuhalten, übersehen zu werden und im schlimmsten Falle in der Tür eingequetscht und vom anfahrenden Bus mitgeschleift zu werden. "All diese Ängste sind heute nicht mehr begründet," so Konegen. "Die moderne Mechanik der Busse verhindert ein Schließen der Türen und das Losfahren des Wagens automatisch. Dazu sind die Türen mit Sensoren ausgestattet, die bei jedem Hindernis ein vollständiges Schließen verhindern. Solange die Türen aber nicht geschlossen sind, kann auch der Bus nicht anfahren. So kann ein vorzeitiges Weiterfahren sicher ausgeschlossen werden. Der Gast hat also immer genügend Zeit und braucht selbst bei vollem Bus nicht in Stress zu geraten. Zudem sind andere Fahrgäste in der Regel gern bereit zu helfen. Der Fahrer selbst wird immer im Rückspiegel die Situation beobachten und bei Bedarf eingreifen."

Auf Kritik stieß bei den Teilnehmern auch die Tatsache, dass viele Haltestellen keinen Bordstein haben. In diesen Fällen nutzt die Absenk-Automatik des Busses, die bewirken soll, dass Bordsteinkante und Busboden sich in einer Höhe befinden, gehandicapten Personen nicht viel. Norbert Konegen erklärte, dass bis zum Jahre 2022 laut Busverordnungsgesetz alle Haltestellen dementsprechend umzubauen seien. Ob dies tatsächlich überall in die Tat umgesetzt werden könne, sei allerdings fraglich.

Auch für das Lösen der Fahrkarten gilt: Wer hinten einsteigt (beim Mitführen eines Rollators, Rollstuhls oder Kinderwagens ist dies nur hinten möglich), muss nicht unter allen Umständen noch vor Weiterfahrt des Busses beim Fahrer einen Fahrschein gekauft haben. Gerade älteren und behinderten Menschen steht es frei andere um Hilfe zu bitten oder aber beim nächsten Stopp des Fahrers eine Karte zu erwerben.

Das Mobilitätstraining des ATV wird seit zwei Jahren angeboten. “Anfangs lief es etwas schleppend an, aber dank Mundpropaganda haben wir heute 20 Mitglieder die regelmäßig an den Treffen teilnehmen,“ erklärt Kursleiterin Marie-Luise Wiethoff. “Heute ist die erste Zusammenkunft des neuen Kurses und neue Mitglieder sind uns stets herzlich willkommen! “
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1 Kommentar
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Hans Kirschbaum aus Haltern | 20.10.2016 | 18:12  
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