Nabu Haltern: Zehn Jahre für die Natur

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MIt dem Mauersegler fing alles an: Vor zehn Jahren gründete sich die Nabu-Gruppe Haltern am See. Jetzt feierten die Naturschützer ihr Jubiläum bei Obst und Honig.

Der Naturschutzbund ist aus der Halterner Vereinslandschaft nicht mehr wegzudenken. Seit zehn Jahren haben sich die Ehrenamtlichen mit Feuereifer der Aufgabe verschrieben, ihre Mitmenschen auf lehrreiche und praktische Weise mit der örtlichen Umwelt bekannt zu machen. Sie leiten Expeditionen durch Feld und Flur, bieten einen eigenen Garten zum Ausprobieren, veranstalten Ausstellungen und Lehrgänge, engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit, und sind auch als Berater in Umweltfragen tätig.

"Begonnen hat alles mit einer Ausstellung zum Vogel des Jahres", erinnert sich Christian Lynen. Zusammen mit seiner Frau Carola de Marco hatte er bereits im Nabu-Kreisverband Recklinghausen engagiert, als 2003 die Anfrage für eine Veranstaltung in der Seestadt kam. "Wir haben dann eine kleine Ausstellung über den Mauersegler in der Stadtbücherei organisiert", erzählt Lynen, "und danach auch in Haltern einen regelmäßigen Stammtisch ins Leben gerufen."

Kaum war ein Anlaufpunkt geschaffen, fanden sich auch schon die ersten Mitstreiter ein, und schon am 8. Januar des folgenden Jahres wurde die neue Ortsgruppe Haltern aus der Taufe gehoben. "Wir haben uns sehr schnell auf die Suche nach passenden Räumlichkeiten gemacht", erinnert sich Christian Lynen, "und dann kam das Angebot mit der Parzelle am Bahnhof." Ein kleines Stück Land, steinig und voller Disteln, aber wie geschaffen für das erste Aussenprojekt der Naturschützer. Um hier einen Garten anzulegen, musste aber erst eine fast biblische Aufgabe bewältigt werden. "Wir haben die ersten Monate fast nur Schutt und Gestrüpp entfernt", so Lynen.

Dennoch fand die junge Nabu-Gruppe auch Zeit für andere Projekte, die bis heute ein wichtiger Baustein ihrer Arbeit sind. "Etwa zeitgleich mit dem Garten begann unser Amphibienprojekt", erklärt Lynen. Nach einer Anfrage der Landschaftsbehörde sollten wandernde Frösche und Kröten vor dem Tod auf der Straße bewahrt werden. "Das war gar nicht so einfach, wir mussten unseren ersten Amphibienzaun noch selber bauen", erzählt der Naturschützer schmunzelnd. Zum Glück fand sich in der biologischen Station noch ein ungenutzter Zaun, der dann auch bald zum Einsatz kam. Noch heute sammeln die freiwilligen Helfer jedes Jahr viele hundert Tiere ein, die sonst auf dem Weg zum Laichplatz von Autoreifen zerquetscht würden.

Bei dieser Aufgabe helfen auch viele Kinder und Jugendliche mit - ein klares Zeichen, wie wichtig die nachfolgenden Generationen auch für die Arbeit des Nabu sind. Schon früh haben die Ehrenamtlichen daher begonnen, Familien für ihre Arbeit zu begeistern. "Ende 2004 haben wir unsere erste Expedition Düsterdille durchgeführt", erzählt Lynen. Einmal im Monat trafen sich junge Halterner zwischen acht und vierzehn Jahren, um gemeinsam Wälder zu erkunden, Tiere zu bestimmen, im Garten zu werkeln oder Pflanzen zu entdecken. Mittlerweile, nachdem die Offene Ganztagsschule viel Zeit der Kinder in Anspruch nimmt, findet die "Expedition Düsterdille" nicht mehr monatlich, aber mehrmals im Jahr statt. Dafür gibt es nun eine offene Naju-Gruppe, die sich an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr am Gärtchen nahe des Bahnhofes trifft. "Wir wollen junge Menschen an die Natur heranführen", beschreibt Christian Lynen das Ziel.

Und so wandern die Nabu-Helfer mit ihren Besuchern durch das Moor, suchen Fledermäuse, lernen die Umgebung kennen, bieten Kurse an und erfinden sich dabei immer wieder neu. Zum Jubiläum trafen sich Mitglieder und Helfer nun auf einer Fallobstwiese, wo gemeinsam Apfelsaft gepresst, Pfannkuchen gebacken und mit Hilfe einer Imkerin viel Wissen über die emsigen Bienen vermittelt würde, ohne die es keine Obstwiesen gäbe. "Wir haben noch viel vor", sagt Christian Lynen. Die nächsten zehn Jahre scheinen jedenfalls nicht langweilig zu werden.
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