Claviermusik als Sprache ohne Worte Schlosskonzert am 5. Juni, 20.00 mit Wolfgang Kostujak mit Musik von Froberger, Kuhnau und Bach

Wann? 05.06.2016 20:00 Uhr

Wo? Schloss Ringengerg, Schloßstraße 8, 46499 Hamminkeln DE
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Präsentiert am Sonntag, 5. Juni ab 20.00 Uhr Claviermusik des 17. und 18. Jahrhunderts als "Sprache ohne Worte" im Schloss Ringenberg: Wolfgang Kostujak.
Hamminkeln: Schloss Ringengerg | Spätestens seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gilt Musik unter denen, die sie machen und beschreiben, als Sonderform von Erzählkunst, als „Musica Poeti¬ca“ oder als musikalische Rhetorik.
Bis heute rätseln die Gelehrten, was damit genau gemeint gewesen sein mag, und schon damals war nicht alles ganz klar.
So stritten zum Beispiel die Musiker immer wieder darüber, wie autonom diese musikalische Sprache tatsächlich funktionierte und wie viel Erzählstoff sich - ohne Text - über¬mitteln ließ.
Der Hamburger Musikschriftsteller Johann Mattheson hat keinen Zweifel daran, dass sich all dies „in der Music […] wol vorstellen“ ließen, und er nennt gleich ein Beispiel dazu: „Es hat der behühmte Joh. Jac. Froberger, Kaisers Ferdinand III Hof-Organist, auf dem blossen Clavier eine gantze Geschichte, mit Abmahlung der dabey gegenwärtig-gewesenen, und Theil daran nehmenden Personen, samt ihren Gemüths-Eigenschafften gar wol vorzustellen gewust. […]“. Aber allem Effekt zum Trotz: schön findet Mattheson solche Instrumentalisierungen von Musik zugunsten außermusikalischer Erzählungen nicht.
Am Sonntag, den 5. Juni, 20.00 Uhr bahnt sich im Rahmen einer Sonderveranstaltung der „Ringenberger Schlosskonzerte“ eine Lösung auf alle ungelösten Fragen zu Potenzialen und Grenzen des Erzähltalents von Tasteninstrumenten im 16. bis 18. Jahrhundert an.
Dann nämlich wird „Schloss-Musiker“ Wolfgang Kostujak, der sich seit mehreren Semestern als Dozent an der Folkwang-Universität der Künste (Essen) mit diesem Thema auseinandersetzt, versuchen, Licht in das Dunkel dieser Angelegenheit zu bringen und die verborgenen Botschaften in den Werken barocker Komponisten gemein¬sam mit seinem Publikum als Spieler und Moderator zu entziffern.
Auf dem Programm stehen unter anderem ein anonymes Schlachtengemälde aus dem Portugal des 16. Jahrhundert, eine alttestamentarische Erzählung über den erkrankten und genesenen Hiskias von Johann Kuhnau sowie eine musikalisch erzählte Familienepisode im Hause der Familie Bach aus dem Blickwinkel des circa 17-jährigen Johann Sebastian. Und natürlich darf auch Johann Jacob Frobergers musikalische Geschichte einer Rheinüberfahrt unter großer Gefahr nicht fehlen, die Mattheson als Nachweis der funktionalen Autonomie des musika¬lischen Geschichtenerzählens an den Tasten eines Klaviers anführt.
Der Eintrittspreis beträgt 15,- EUR / 10,- EUR (Auszubildende, Behinderte). Für Kinder bis zu 14 Jahren und Asylsuchende ist der Eintritt frei. Tickets können über die Rufnummer 02852 9659950 reserviert werden.
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