„Ich habe fleißig seyn müssen“: Horizont und Wissensdurst eines Großmeisters - Musik aus der Bibliothek Johann Sebastian Bachs am 2. Mai, 20.00 Uhr im Ringenberger Schloss

Wann? 02.05.2015 20:00 Uhr

Wo? Schloss Ringenberg, Schloßstraße 8, 46499 Hamminkeln DE
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Andrea Keller zählt als Gründungsmitglied von "Concerto Köln" und Primgeigerin von "L'Arte del Mondo" zum Urgestein der Kölner Szene für Alte Musik.
Hamminkeln: Schloss Ringenberg | Als ausgesprochener Bücherfreund ist Johann Sebastian Bach nie in die Geschichte eingegangen. Dabei soll er sich schon als knapp 15jähriger vor lauter musikalischer Lesebegeisterung und gegen alle familieninternen Verbote immer wieder Zugang zum vergitterten Notenschrank seines großen Bruders verschafft haben, um über viele Wochen Nacht für Nacht im Mondschein heimlich dessen Musikbibliothek abzuschreiben. Etwas später hegt Johann Sebastian Bach ein ganz offenes Faible für Notenbücher aus Italien (vor allem von Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli), er sammelt die gedruckten Musikikalien seines Freundes Georg Philipp Telemann und bewundert das Werk Georg Friedrich Händels, das ihm vor allem in Abschriften zu Gesicht kommt. In seinen späten Jahren scheint noch ein lebhaftes Interesse an musiktheoretischen Traktaten, theologischer Fachliteratur und zeitgenössischer Lyrik hinzugekommen zu sein.
Während sich Forscher bis heute darum bemühen, den Bestand von Johann Sebastian Bachs Bibliothek zu rekonstruieren, wagen die „Ringenberger Schlosskonzerte“ unter dem Titel „Exlibris“ jetzt eine klingende Annäherung an Bildungshorizont und Wissensdurst jenes Thomaskantors, der seinen künstlerischen Erfolg im Nachhinein persönlich immer wieder auf seine unerschütterliche Neugier und seinen Fleiß zurückgeführt hat.
Am Samstag, den 2. Mai 2015 wird im Rittersaal von Schloss Ringenberg ab 20.00 Uhr ein Programm zu hören sein, das so – oder in ganz ähnlicher Art – auch im Haus der Familie „Bach“ hätte erklingen können: Auf dem Plan stehen ausschließlich Stücke, deren Notenmaterial entweder leibhaftig in Bachs Musikbibliothek gestanden hat, oder die nachweislich unter dem Einfluss der bei den Bachs vorhandenen Literatur entstanden ist. Erlesen wie das Programm selbst liest sich die Liste der Ausführenden: Die Barockgeigerin Andrea Keller zählt – nach mehreren frühen Konzertverpflichtungen im „Collegium Aureum“ Wien durch Franz Josef Maier – 1985 zu den Gründungsmitgliedern von „Concerto Köln“ und gilt seit vielen Jahren und zahllosen Gastspielen auf der ganzen Welt zum Urgestein der Kölner Szene für Alte Musik. Den Continuo-Part übernimmt neben dem Ringenberger Schloss-Musiker und Folkwang-Dozenten Wolfgang Kostujak die bulgarische Cellistin Linda Mantcheva, die nach mehreren Kammermusikpreisen in Bulgarien, Deutschland und Italien zwischen 2008 und 2010 Stipendiatin der Stiftung Yehudi Menuhin „LiveMusicNow“ in Berlin gewesen ist.
Karten zum Preis von 15,- EUR, 10,- EUR (ermäßigt für Schüler, Auszubildende und Studenten) können ab sofort unter der Telefonnummer 02852-9659950 bestellt werden. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.
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