„Irgendwie schaffen wir es immer.“ Bedarf an Kindergartenplätzen in Hamminkeln ungebrochen hoch

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Für eine weitere Kindergartengruppe wurde das Gelände des Kindergartens "An der Windmühle" erweitert, ein alter Spielplatz entfernt und ein Gehweg umgelegt.
 
Rita Nehling-Krüger, Stadt Hamminkeln, und Gabriele Klein, Kreis Wesel
Seit dem Sommer 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege ab Vollendung des ersten Lebensjahres. Was bedeutet das für Kindergärten? Die Raum- und Beschäftigungsangebote müssen für Ein- bis Sechsjährige gleichermaßen passend, die Erzieherinnen und Erzieher entsprechend geschult sein. In Hamminkeln wird seit Jahren an- und umgebaut, es werden Übergangsgruppen geschaffen und Überbelegungen gefahren, um allen Kindern eine Betreuung anbieten zu können.

„2008 gab es den ersten großen Ausbau der U3-Plätze“, weiß Gabriele Klein vom Kreis Wesel, die für die Planung der Kindergartenplätze verantwortlich ist. „In den letzten drei Jahren haben wir zehn Maßnahmen umgesetzt, allein in Mehrhoog drei neue Gruppen geschaffen und eine kommt noch hinzu, die auf drei Jahre angelegt ist.“ In Brünen sind die Kindergärten stark überbelegt. Ab dem Sommer wird es dauerhaft eine zusätzliche Gruppe geben. Alle Kindergärten in Hamminkeln sind auf U3 umgestellt – und stellen weiter um bzw. sich für den Bedarf auf. Der Kindergarten „An der Windmühle“ feiert am 18. März einen Tag der offenen Tür mit 30-jähriger Jubiläumsfeier und offizieller Einweihung des neuen Anbaus. Knapp zweieinhalb Jahre wurden die Ein- bis Zweijährigen der Einrichtung in einer „Notgruppe“ betreut. Nun ist eine feste dritte Gruppe in den neuen Räumlichkeiten untergebracht. Die zweite Eltern-Initiative in Hamminkeln, der Regenbogen-Kindergarten, vergrößert sich zum nächsten Kindergartenjahr mit zusätzlichen 20 Ü3-Plätzen.

25 Prozent mehr Geburten

Bis 2015 gingen, laut Landesangaben, die Kinderzahlen stetig zurück. Anders im Kreis Wesel. „Allein seit 2012 verzeichnen wir einen Anstieg der Geburten von 25 Prozent. Hinzu kommt, dass der Zuzug von Familien im Kreis Wesel überdurchschnittlich hoch ist“, sagt Klein. „Der Zuzug ist nicht kalkulierbar“, erklärt Rita Nehling-Krüger, Stadt Hamminkeln.
„Vor allem die Familien, die in Altbestand ziehen, können wir nicht fassen. Und die Flüchtlingsfamilien stellten für uns eine große Herausforderung dar, die auf einmal in großer Anzahl kamen, aber nicht zwangsläufig auch blieben.“ Neben den harten Fakten wie Geburtenraten, das neue Online-Bedarfsmeldeverfahren und die Planung neuer Wohngebiete ist vor allem auch die enge Abstimmung zwischen Stadt, Kreis und Träger wichtig. „Wir müssen viel untereinander absprechen, sind in ständigem Kontakt und konnten bisher immer Lösungen finden. Irgendwie schaffen wir es immer.“

In anderen Kommunen sieht es vergleichbar aus: „In Sonsbeck gibt es im nächsten Jahr eine neue Gruppe, Hünxe bekommt drei neue Gruppen, Neukirchen-Vlyun einen weiteren Kindergarten. Nur in Schermbeck ist die Lage beständig“, erklärt Klein. „Nicht nur das Platzangebot ist Thema. Auch gutes Personal zu finden", ergänzt Nehling-Krüger.

Beiträge stabil

In Zeiten knapper Kassen stellt die Versorgung mit Kindergartenplätzen eine große Herausforderung für die Kommunen dar. Da es einen Rechtsanspruch auf Betreuung gibt, ist es Pflichtaufgabe einer Stadt, ausreichend Plätze anzubieten. Aber Eltern können gelassen bleiben. Zumindest für die nahe Zukunft sind keine Erhöhungen der Kindergarten-Beiträge geplant, die Einkommensstufen bleiben wie bisher, ebenso das beitragsfreie letzte Jahr.
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