Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge im Handwerk

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Die zehn jungen Flüchtlinge erlernen den Umgang mit dem Werkstoff Metall.
Für zehn junge Flüchtlinge heißt es feilen, bohren, mauern, malern. Aber auch die deutsche Sprache lernen und soziale Kompetenzen verinnerlichen. Denn sie bereiten sich auf das Arbeitsleben vor. Sie nehmen am Projekt „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ (PerjuF-H) teil, das seit Februar erstmals in Wesel durchgeführt wird. Mit diesem Programm haben die Bildungszentren des Baugewerbes (BZB) in Kooperation mit der Agentur für Arbeit bereits in Düsseldorf, Duisburg und Krefeld gute Erfahrungen gemacht.

„Auch in Wesel ist die Maßnahme gut angelaufen“, weiß Stephanie Labrenz, Regionalleiterin für pädagogische Maßnahmen der BZB. „Die Teilnehmer sind sehr motiviert.“ Sie stammen aus Afghanistan, Guinea, Pakistan, Irak, Nigeria und Marokko. „In der Pause bringen sie sich sogar gegenseitig Deutsch bei. Sie kommen gerne. Denn so können sie Kontakte knüpfen, kommen aus ihren Unterkünften raus“, beschreibt Samira Hanzen-Paprotta, Agentur für Arbeit Wesel, ihre Erfahrungen.

„30 Prozent der Flüchtlinge, die wir betreuen, sind unter 25 Jahre alt, 70 Prozent unter 35“, erklärt Christian Parnitzke von der Agentur für Arbeit in Wesel. „Für sie macht eine duale Ausbildung Sinn, vor allem auch, weil Viele von ihnen in ihren Heimatländern Erfahrungen im Handwerk gesammelt haben.“

Während des Projekts lernen die Flüchtlinge in den Werkstätten der BZB verschiedene Berufe kennen – von Metallbauer über Dachdecker bis Maurer. „Wir wollen junge Flüchtlinge an das Handwerk heranführen, ihnen aber auch das Bewusstsein für einen Berufsabschluss vermitteln, das in ihren Ländern so nicht existiert“, erläutert Markus Crone, Geschäftsbereichsleiter Ausbildung und pädagogische Maßnahmen BZB. „Perspektive über Beschäftigung“, bringt er es auf den Punkt.

PerjuF-H dauert vier bis sechs Monate, je nach Qualifikation der Teilnehmer, und beinhaltet zwei dreiwöchige Praktika in Handwerksbetrieben. „Viele Stellen im Handwerk bleiben unbesetzt. Die Konjunktur läuft zurzeit hervorragend und die Betriebe brauchen Leute. Mit den Flüchtlingen haben wir die Chance, die Lücken zu füllen“, hofft Crone. „Bevor es in die Betriebe geht, heißt es aber auch sozialisieren und stabilisieren.“ Die Deutschkenntnisse müssen ausreichend und Tugenden wie Pünktlichkeit gewährleistet sein.
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