Schwimmstunden für die Flüchtlingskinder - Vorbereitung auf die Freibad-Saison

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Die Flüchtlingskinder mit Grundschuldirex Donald Grüter. (Foto: privat)
Immer wieder mittwochs: Ahmed, Nazila, Abdullah, Noura, Ashkan und Jan können es jedes Mal kaum erwarten. Sie fiebern ihren nächsten Schwimmstunden entgegen – und das zwölf Wochen lang. Angst vor Wasser – die kennen sie nicht. Ihnen macht es sichtlich Spaß, sich ans Wasser zu gewöhnen, hineinzuspringen, unterzutauchen und vor allem: Schwimmen zu lernen.

Die Idee, Schwimmkurse für Flüchtlingskinder anzubieten, entstand bereits im letzten Sommer nach einer Reihe von tödlichen Badeunfällen mit Flüchtlingen in Deutschland. Sozialpädagoge Thomas Tangelder und Schwimmmeister Heinz Schmitz haben in Kooperation mit der Gesamtschule und den Grundschulen insgesamt drei Kurse organisiert.

„Viele Flüchtlinge unterschätzen die Gefahren, die in scheinbar ruhigen Gewässern lauern“ weiß Thomas Tangelder, „viele Syrer sind vor dem Krieg am Wochenende zwar gern ans Meer gefahren, aber mehr zum Abkühlen und Plantschen.“
Mitgemacht haben insgesamt 43 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren – die meisten aus Afghanistan, dem Irak und Syrien, aber auch aus den Balkanstaaten. Dabei wurden Schmitz und Tangelder noch von zwei weiteren Schwimmlehrerinnen unterstützt. Mit der Verständigung klappte es schon recht gut. Immerhin waren alle schon fast ein Jahr in Deutschland.

Begonnen haben die 24 Jungen und 19 Mädchen erst einmal damit, sich an das Wasser zu gewöhnen. Später wurden Arm- und Beinschlag geübt – zu Beginn mit - und dann ohne Hilfsmittel, zunächst im Nichtschwimmer- und zum Schluss im Schwimmerbecken. Darüber hinaus wurden Sprünge vom Beckenrand und vom Startblock ins Wasser geübt, einfache Sprünge genauso wie Kopfsprünge.

Aber nicht alle hatten so wenig Angst vor dem Wasser wie Ahmed, Nazila, Abdullah, Noura, Ashkan und Jan. Drei Kinder waren sehr ängstlich und trauten sich lange Zeit nicht aus dem Nichtschwimmerbereich hinaus. Viel Geduld und gutes Zureden hat dann aber letztendlich doch ein wenig geholfen.

Ahmed, Nazila, Abdullah, Noura, Ashkan und Jan freuen sich am Ende des Kurses: sie haben mit acht anderen Kindern die „Seepferdchen“-Prüfung geschafft. Jan konnte sogar noch die Bronze-Prüfung nachlegen.

„Viele Kinder kommen jetzt auch mit Eltern und Geschwistern zu den öffentlichen Schwimmzeiten“ freut sich Schmitz und ist überzeugt, viele Jungen und Mädchen im Sommer im Freibad wiederzusehen. Weitere Kurse für Flüchtlinge beginnen nach der Freibadsaison im Oktober.
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