Brüner Bürgerinitiative präsentiert die bessere Alternative

Wo hier östlich der B 70 angesichts der vorhandenen Bebauung noch Platz für eine bürgerverträgliche Umgehungsstraße sein soll, bleibt das Geheimnis von Straßenplanern.
   
Die rote Linie nördlich von Brünen zeigt den Umfahrungsvorschlag von BOB. Über Venninghauser Str./Molkereiweg kommen Verkehrsteilnehmer zur neuen BAB-Auf-/Abfahrt. Schon vorhandene Straßen und Wege werden optimal genutzt.
Durch den Antrag der Bürgerinitiative Ortsumgehung Brünen -BOB-, der am 20.06.2012 im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung beraten wurde, wurde bekannt, dass der Stadt Hamminkeln aktuell ein Anschreiben der Bürgermeisterin der Stadt Wesel in Sachen Autobahnanschluss A 3/B 70 vorliegt. In dieser Klarheit war das bisher nicht im politischen Raum diskutiert worden. Derartige Bestrebungen, die BOB schon vor längerer Zeit veröffentlicht hatte, wurden bisher so nicht eingeräumt.

Im Anschreiben wird das konkrete Interesse der Stadt Wesel an einem Autobahnanschluss dargelegt; Wesel sieht eine konkrete Möglichkeit, das eigene Verkehrsnetz zu entlasten.
Um einen regionalen Konsens zwischen Hamminkeln und Wesel herzustellen, schlägt Wesel ein sog. Junktim vor; danach soll es nur einen neuen Autobahnanschluss geben, wenn eine Ortsumgehung für Brünen verwirklicht wird.

Wesel versucht zu Lasten von Hamminkeln, die Verkehrsprobleme von B 58, Obrighoven und Lackhausen zu lösen.
Die Hamminkelner Politik und Verwaltung steht passiv jeglicher Entwicklung gegenüber, eigene Ideen werden weder entwickelt noch die Interessen der Bürger vertreten.
Nicht ein einziger Straßenplaner oder Verkehrsexperte aus den Reihen des Hamminkelner Rathauses hat die egoistischen Vorschläge von Wesel einer kritischen Betrachtung unterzogen und dabei geprüft, welche negativen Auswirkungen für die Allgemeinheit und aber auch für Brüner Bürger die zwangsläufige Folgen wären. Als ob es egal wäre, wo denn die "eine" Umgehungsstraße verläuft.
Ein BAB-Anschluss an der B 70 führt zu finanziellen Mehrkosten, weil die dort als Überführung verlaufende Autobahn erhebliche Anschüttungen von gewaltigen Mengen Straßenbaumaterial erfordert, die per LKW herangeschafft werden müssen. Östlich und westlich befinden sich Wohnhäuser an einer zukünftigen Auf- und Abfahrt. Ob dort überhaupt vier Auf- und Abfahrten in alle Richtungen gebaut werden können, ist sehr zweifelhaft.
Eine an der B 70 beginnende Ortsumgehung im Südosten von Brünen, die dann wieder östlich von Brünen auf die vorhandene B 70 trifft, führt durch die Ansiedlungen Brendgesweg, Eimersweg, Beckkstege, Borggraf, Stricksbrink und Freyhaushof. Wenn dort die "eine" -neue- Umgehungsstraße gebaut würde, wohnten viele Bürger in unmittelbarer Nähe der neuen Straße und wären schutzlos den Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Dort sind auch aktive Landwirte mit ihren hofnahen Flächen ansässig – nur Politiker und Planer mit geringem Gefühl für die Bedürfnisse der Menschen würden auf dieser Trasse mit dieser Besiedlung eine Ortsumfahrung befürworten.
Es hat den Anschein, dass sich nur BOB über die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf die betroffenen Menschen und ihre Lebensqualität sorgt.
Von Hamminkelner Politikern, insbesondere von der Mehrheitsfraktion CDU, ist wieder einmal wegen fehlender Meinungsbildung keine Stellungnahme in der Sache zu erwarten.
Es ist auch ein Unding, bei Sitzungen im Rathaus immer nur grobe Landkarten ohne die tatsächlich vorhandene Bebauung und die Wohnhäuser als Entscheidungsgrundlage aufzulegen.

Neue Straßen finden nur dann Akzeptanz bei den Menschen, wenn die Auswirkungen des Verkehrs nicht zu einer drastischen Verschlechterung von individuellen Wohn- und Lebensverhältnissen führen.

Um so weniger belastend für Menschen ist der Ortsumfahrungsvorschlag der Bürgerinitiative Ortsumgehung Brünen –BOB-.

Für einen zusätzlichen BAB-AS schlägt BOB schon seit langem den Molkereiweg/die Venninghauser Str. vor. Dabei hat sich die Brüner Bürgerinitiative u.a. von folgenden Erwägungen leiten lassen:
Die mögliche BAB-AS Molkereiweg/Venninghauser Str. ist frei von Bebauung (anders an der B 70 mit 4 Gebäuden in der Nähe), die Höhenunterschiede zwischen Autobahntrasse und Zufahrt ist gleich Null, der Bereich Lackhausen wird gut an die BAB angeschlossen, denn der Bereich Obrighoven hat bereits eine nahe BAB-AS an der B 58.
Im Gesamtzusammenhang mit einer ortsfernen Nordumgehung von Brünen ist eine Anbindung nach Hamminkeln und eine günstige Anbindung an eine mögliche BAB-AS möglich. Die gesamten Baukosten würden sehr erheblich reduziert.

Eine neue BAB-AS Molkereiweg liegt ziemlich in der Mitte der bisherigen Anschlussstellen Wesel/Schermbeck und Hamminkeln; dies ist für Unfallhilfe/Einsätze von Rettungskräften ein strategisch günstigerer Ausgangspunkt.
Die Weiterführung des Autobahnzubringers in nördlicher Richtung und dann östlich um Brünen herum, lenkt den Autobahnverkehr und den Verkehr in Richtung Hamminkeln auf einer Trasse um Brünen herum. Damit fängt eine Umgehungsstraße die Rundum-Verkehrsbelastung von Brünen auf.
Die Planungs- und Bauzeit einer Ortsumgehung Brünen dauert länger als der Bau der reinen Anschlussstelle. Eine BAB-AS an der B 70 würde für einen längeren Zeitraum ein erhebliches Mehr an Verkehrsaufkommen für den Ortskern von Brünen bedeuten; dies kann im Rahmen eines gutnachbarlichen Verhältnisses nicht das Bestreben der Nachbarstadt Wesel sein. Ob nicht sogar bei schlechten Finanzlagen ganz auf eine Umgehung verzichtet werden würde??

Angesichts erheblich größerer Probleme in der EU und den dort gefundenen Lösungsmöglichkeiten im Milliardenbereich, dürfte es auch eine Petitesse sein, den bisherigen Molkereiweg/Vennighauser Str. von einer Kreisstraße zu einer Bundesstraße umzuwidmen und einen Wechsel in der Straßenbaulastträgerschaft zu bewerkstelligen. Nur Kleingeister werden dieses Problem für unüberwindlich halten.

Wir von BOB sind überzeugt, dass von unserem Trassenvorschlag die beteiligten Kommunen Wesel und Hamminkeln/Brünen in jeglicher Hinsicht profitieren. Wenn zwei Städte gemeinsam eine Straßenbaumaßnahme befürworten, hat dies auch für Entscheidungsträger in Land und Bund erhebliches Gewicht.

Zusatzbemerkung: Mit "Lokalkompass" gibt es ein Pressemedium mit dem umfangreiche Zusammenhänge in der ganzen Problematik dargestellt werden können. Anders in der Tagespresse, in der leider aus Platzgründen der Zwang zu Kürzungen besteht und deshalb die vollständigen Auswirkungen nicht in aller Klarheit offenbar werden.
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3 Kommentare zum Beitrag
18.800
Dirk Bohlen aus Wesel am 01.07.2012 um 16:34 Uhr  
88
Matthias Holtkamp aus Hamminkeln am 04.07.2012 um 12:52 Uhr  
364
Karl-Hermann Hecheltjen aus Hamminkeln am 06.07.2012 um 14:32 Uhr  
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