CDU-Heringsessen: Über Besuch von Joachim Gauck in Hamminkeln informiert

Solosängerin Katja Semper begeisterte mit "Ti Ringrazio".
 
Für musikalische Unterhaltung sorgten die "Gospel-Generations" aus Hamminkeln.

Hamminkeln: Gasthaus Buschmann | Schwungvoll und rhythmisch ging es in diesem Jahr beim traditionellen Heringsessen des CDU-Stadtverbands Hamminkeln am Aschermittwoch zu: Der Gesang des Gospelchors „Gospel Generations“ aus Hamminkeln begeisterte die CDU-Mitglieder, die sich zu „Halleluja“, „Amen“ oder „By the rivers of Babylon“ von ihren Stühlen erhoben, mitsangen und im Takt klatschten. Moderator Heinz Breuer, zugleich Vorsitzender der Senioren-Union, formulierte es launig: „Die »Black Gospel«-Rhythmen begeistern die »Schwarzen«.“

Chorleiter Dieter Krüssmann berichtete in seiner Moderation, dass ein traditioneller Gospel-Gottesdienst in den USA bis zu vier Stunden andauern könne und viele Teilnehmer mitfeierten, bis sie ins Schwitzen kommen. Ganz so extrem ging es beim CDU-Heringsessen zwar nicht zu. „Aber beim Auftritt des Gospel-Chores haben alle Besucher kräftig mitgesungen und mitgemacht“, berichtete CDU-Vorsitzender Norbert Neß.

Auf die Fastenzeit hatten sich die über einhundert CDU-Mitglieder zuvor mit Heringsstipp und Matjes eingestimmt. In seiner Begrüßung sprach CDU-Chef Norbert Neß aktuelle politische Themen an. Obwohl die Fastenzeit mit Verzicht zu tun habe, gelte für die CDU, dass sie zulegen müsse. So wolle der Verband durch seine Arbeit überzeugen, um Unterstützer und neue Mitglieder zu gewinnen. Die politische Philosophie brachte er auf den Punkt: „Wir legen nicht am Anfang der Diskussion fest, was am Ende herauskommen soll, sondern wollen alle in die Entscheidungen einbeziehen“, sagte er mit Blick auf die aktuelle Schuldebatte. Er begrüßte die Aussagen der FDP-Fraktion, die über die zu erreichenden Ziele spricht statt den Eindruck zu erwecken, abschließend auf eine bestimmte Schulform festgelegt zu sein. „Über Ziele wie »Abitur in Hamminkeln« lässt sich reden. Und über Ziele wollen auch wir reden – sachgerecht, unaufgeregt und ohne Zeitdruck“, sagte Neß. „Gleichwohl ist unsere Stadt keine Insel, sondern wir müssen die Schullandschaft in unserer Region als Ganzes betrachten.“

Scharf kritisierte der CDU-Politiker die Diätenerhöhung des Landtages. Allein im hiesigen CDU-Stadtverband sind daraufhin drei Mitglieder aus der Partei ausgetreten. „Diese Diätenerhöhung war ein Fehler.“ Neß erinnerte daran, dass die viel beachtete Diätenreform des NRW-Landtags vor einigen Jahren zu Recht viel gelobt worden sei. „Das aktuelle Vorgehen erinnerte allerdings an das Sprichwort, dass mit dem Hintern eingerissen wird, was man zuvor mit seinen Händen aufgebaut hat“, sagte er unter kräftigem Beifall der Parteimitglieder.

Allen Anwesenden, unter ihnen auch Bürgermeister Holger Schlierf, überbrachte der Vorsitzende die Nachricht, dass Bundespräsidenten-Kandidat Joachim Gauck am kommenden Samstag nach Hamminkeln kommt. Er nimmt als Gast an der Klausurtagung der CDU-Landesführung in Marienthal teil. „Joachim Gauck ist der richtige Kandidat auch für die CDU, denn er steht für Frieden, Freiheit und das christliche Menschenbild“, sagte CDU-Chef Neß: „Er ist der überparteiliche Kandidat, den wir uns gewünscht haben.“ Gespannt und neugierig erwarte er dessen Besuch in Marienthal am Wochenende. Mit Bürgermeister Schlierf war er sich einig, dass parteilose Kandidaten, die von vielen Parteien getragen werden, für jedes Staatsamt gut geeignet seien

Für Beifallsstürme sorgte Moderator Heinz Breuer, der mit Witz und Esprit durch den Abend führte. Mit gereimten Vierzeilern und spontanem Wortwitz brachte er seine Zuhörer zum Lachen und machte den Abend rhetorisch gewandt zu einem kurzweiligen Vergnügen.

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