Charlotte Quik in Loikum: Von Nessquik übers Babyschwimmen bis zur Gülleverordnung

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Charlotte Quik im Gespräch mit Thomas Wingerath (rechts). Der CDU-Landtagsabgeordnete Hendrik Schmitz nahm ebenfalls an der Talkrunde teil.
 
Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Bernhard Meißen und Charlotte Quik.
Hamminkeln: Bürgerhalle Loikum | Mit einem etwas anderen Politikformat hat der CDU-Ortsverband Loikum unter dem Vorsitz von Bernhard Meißen aufgewartet: Statt die üblichen Politiker-Reden zu halten, stand CDU-Landtagskandidatin Charlotte Quik in einer Talkshow Rede und Antwort. Der Loikumer Thomas Wingerath war in die Rolle des investigativen Journalisten geschlüpft und löcherte die 34-jährige CDU-Politikerin.

Der Talk begann gleich flott und launig: Als Wingerath im Publikum den CDU-Vorsitzenden Norbert Neß erspähte, witzelte er drauf los. „Das ist schon eine interessante Mischung, wenn man die beiden Namen zusammenzieht. Das gibt Nessquik.“ Ein passendes Wortspiel auch zu den Getränken, die auf den Tischen der Bürgerhalle standen. Kakao und andere Milchmixgetränke vom Bauernhof Heesen sorgten für stilechte Landatmosphäre.

Heiter ging’s weiter: Es dominierten Fragen zum persönlichen Leben der CDU-Kandidatin, die sich bei Veranstaltungen immer mit dem Dreiklang „ein Mann, ein Kind, ein Pferd“ vorstellt. Moderator Wingerath beließ es nicht beim Vorstellungstakkato, sondern hakte nach. So erfuhren die Zuhörer, dass Sohn Carl-Philipp in Kürze seinen ersten Geburtstag feiert und die junge Mama am liebsten mit ihm zum Babyschwimmen geht.

Der Einladung ins vollbesetzte Bürgerhaus waren über 50 Loikumerinnen und Loikumer gefolgt. Im Gespräch wurden selbstverständlich auch die politischen Themen und Ziele der im Münsterland aufgewachsenen und in der Brüner Unterbauerschaft lebenden Kandidatin thematisiert. „Warum sollen wir Sie am 14. Mai 2017 denn wählen?“, fragte Wingerath – und Quik antwortete auf den Punkt: „Weil wir in Nordrhein-Westfalen wieder mehr bürgeschaftliches Engagement und Gemeinschaftsgefühl wie in Loikum brauchen statt permanenter staatlicher Gängelung.“

So fiel gleich mehrfach der Name des grünen Umweltministers Johannes Remmel, der im ländlichen Raum und bei der Landwirtschaft mit zahlreichen Gesetzen und Verordnungen für Unmut sorgt. Schützenhilfe erhielt Charlotte Quik vom CDU-Landtagsabgeordneten Hendrik Schmitz, der einen Kurzvortrag zur Agrarpolitik in die Talkrunde einflocht. Sein Credo: „Bei den Grünen in Düsseldorf herrscht die Denke, dass jeder Euro Förderung für die Landwirtschaft nur gleich wieder für den neuen Benz des Bauern ausgegeben wird. Das ist ein Skandal!“

Schmitz appellierte, dass stattdessen die Spaltung zwischen Naturnutzern und Naturschützern überwunden werden müsse, wie Minister Remmel sie praktiziere. „Jeder Landwirt hat ein ureigenes Interesse, dass sein Land und die Natur intakt sind.“ Das Publikum griff den Ball gern auf und thematisierte das aktuell von der EU-Kommission auf den Weg gebrachte Vertragsverletzungsverfahren zur Nitratrichtlinie, kurzum: zur Gülle-Belastung. „Es ist zu beachten, dass 80 Prozent der Messstellen unterhalb der strengen Werte liegen und, dass sich die Klage zudem auf eine veraltete Verordnung bezieht – das weiß auch die EU.“, antwortete Schmitz, der neben seinem Landtagsmandat auch noch einen Bauernhof in Baesweiler bewirtschaftet.

Das lockere Format, die kurzweiligen Vorträge und der persönliche Charakter gefiel nach gut zwei Stunden dem Publikum, das den Rednern und Diskutanten großen Beifall zollte. CDU-Chef Neß resümierte: „Nachdem jetzt manche in Berlin und Düsseldorf nach dem Trump-Wahlsieg schon wieder das Ende der Demokratie heraufbeschwören, war dieser Abend ein gutes Zeichen für lebendige Politikvermittlung.“
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