Zwänge des Wandels: "Auf die sich stetig ändernden Ansprüche der Kunden reagieren!"

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(Foto: Michael Wähnelt)

In diesem Beitrag lesen Sie das Statement des Hamminkelner Wirtschaftsförderers Martin Hapke zum Thema „Kauf lokal“.


Die Attraktivität einer Kommune ergibt sich aus vielen Aspekten. Natürlich sind die Landschaft, in die sie eingebettet ist, die sozialen Strukturen, das Arbeitsplatz-, Einzelhandels- und Dienstleistungs-, das Bildungs- und Kulturangebot, der Freizeitwert und das Ortsbild wichtige Faktoren. Insbesondere das Ortsbild ist vielschichtig. Da spielen Verkehrssituation, architektonisches und städtebauliches Erscheinungsbild, Pflegezustand und das Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot eine entscheidende Rolle.


Immer nach Schema „F“

Die Uniformität vieler Kommunen wird maßgeblich durch die hohe Zahl der Filialisten bestimmt. Auf Profitmaximierung ausgelegte Unternehmen legen in der Regel keinen Wert auf liebevoll und aufwendig gestaltete Schaufenster. Bestenfalls nach Schema „F“ gestaltete Auslagen müssen ausreichen. Anders sieht es in den meisten inhabergeführten Betrieben aus. Das eigene Erscheinungsbild, individuelle Schaufenstergestaltung und Serviceorientierung sind die Visitenkarte.

Beim Einzelhandelsangebot werden vom Kunden vor allem Service und Vielfalt geschätzt. Guter Service fängt mit umfassender Beratung an und endet nicht unbedingt mit dem Verkauf der Ware. Wie gut die Beratung im Hamminkelner Einzelhandel ist, kann man daran ablesen, dass viele Fachbetriebe beklagen, dass ihre Beratung gern in Anspruch genommen wird, dann aber bei vermeintlich günstigeren Anbietern aus dem Filialsegment oder dem Internet gekauft wird. Eine sehr kurzsichtige Handlungsweise, denn nur von der Beratung kann der serviceorientierteste Betrieb nicht leben. Bei manchen der vermeintlich günstigeren Angebote zahlt der Kunde schnell drauf, wenn plötzlich Lieferung, Anfahrt für eine Reparatur oder Rücknahme des Altgerätes kostenpflichtig sind.

Wurde erst ein örtlicher Betrieb aufgeben, ist es häufig unmöglich, adäquaten Ersatz zu finden. Mit den Geschäften schwindet die Vielfalt und damit die Attraktivität des Ortes. Mit schwindender Attraktivität werden Zuzüge vor allem junger Menschen unwahrscheinlicher und die ältere Generation braucht spätestens dann, wenn sie nicht mehr so mobil ist, die Geschäfte vor Ort.

Aber die sind dann möglicherweise schon verschwunden. Mit den Betrieben verlieren die Kommunen aber nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten; es verschwinden auch Arbeits- und Ausbildungsplätze. Auf den Punkt gebracht bedeutet dies, dass eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird, deren Ende sich jeder ausmalen kann. Andererseits verlangt der Anspruch, dass die Bürger vor Ort kaufen sollen, aber auch von den Einzelhandelsbetrieben, flexibel auf die neuen Herausforderungen des Marktes und die sich stetig ändernden Ansprüche und Wünsche der Kunden zu reagieren.


Der politische Rahmen

Es wird nicht reichen, Trends des Einkaufsverhaltens zu beklagen. „Handel ist Wandel“ darf nicht nur ein Sprichwort bleiben. Auch der Einzelhandelsbesatz ist einem ständigen Wandel unterworfen. Dies sollte von der Kaufmannschaft als Chance und nicht als Bedrohung empfunden werden. Letztendlich wird der Verbraucher „mit den Füßen abstimmen“, wo er am liebsten kauft. Die Rahmenbedingen müssen natürlich stimmen. Hier muss von der Politik ständig selbstkritisch hinterfragt werden, ob die bisherigen Rahmenbedingungen sowohl dem Verbraucher wie auch dem Einzelhandel gerecht werden.

Der relativ stabile Einzelhandelsbesatz der Stadt Hamminkeln zeigt, dass die bisherigen Rahmenbedingungen ganz ordentlich waren. Bleibt zu hoffen, dass auch zukünftig die richtigen Entscheidungen getroffen werden, um den guten Branchen- und Sortimentsmix zu erhalten. Die derzeit vorhandene Kaufkraft in der Stadt Hamminkeln liegt über dem Bundesdurchschnitt und bietet dazu auf jeden Fa

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