DSL oder Glasfaser: Lohnt sich ein Wechsel?

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Ob Strom, Gas oder Internet, der Bürger in Deutschland ist meistens skeptisch, wenn es um Neuverträge und Preisvergleiche geht. Verständlich ist es – denn viele Anbieter überfluten die Kunden mit Informationen und undurchschaubaren Preismodellen, die angeblich alle Geld sparen sollen – es meistens aber nicht tun. Ähnlich ist es auch bei der Wahl zwischen herkömmlichen DSL und einem eigenen Glasfaseranschluss Zuhause. Was dem einen Freude bereitet, treibt beim anderen die Schweißperlen auf die Stirn. Wer hat auch schon Lust sich mit der ganzen Technik herumzuschlagen und gefühlt wird auch alles teurer. Dieser Artikel soll einmal beleuchten für wen sich ein Glasfaseranschluss überhaupt lohnt.

Wie schnell ist mein Internet überhaupt

Als Internet-Kunde möchte man möglichst viel Leistung für wenig Geld erhalten – was auch verständlich ist. Die Angebote bei den Anbietern variieren stark und offerieren die tollsten und schnellsten Anschlüsse und Dienste. Wichtig ist es aber zuerst einmal herauszufinden wie schnell der Internetanschluss Zuhause überhaupt ist, um daraus abzuleiten, ob man mehr Leistung überhaupt benötigt. Als Kunde bspw. der Telekom kann man mittlerweile ganz einfach über die Webseite checken was für ein Anschluss überhaupt möglich ist.
Beispiel: Der Kunde informiert sich bei der Telekom und erhält die Zusage für einen 16 Mbit-Zugang. Dieser Wert gibt die maximal mögliche Geschwindigkeit an. Was in der Wohnung ankommt, kann deutlich weniger sein! Dies ist in der Regel den Kupferleitungen geschuldet, die beim Hausbau verlegt wurden. Durch Webdienste, lässt sich schnell die wirkliche Geschwindigkeit ermitteln, die am DSL-Modem ankommt. Im Beispiel kommen nur noch 13 Mbit beim Kunden an.
Was übrig bleibt ist die gefühlte Schnelligkeit. Bei 13 Mbit lassen sich Webseiten schnell laden, Videos auf YouTube schauen und auch das Streaming von Netflix und Co. funktioniert einwandfrei – meistens zumindest. Insbesondere bei Videoangeboten (Streaming-Dienste) kommt die wahre Qualität des Anschlusses schnell zum Vorschein. Wenn in den Abendstunden, insbesondere freitags und samstags die Videos nur noch ruckelnd und in schlechter Qualität abgespielt werden, ist es ein Anzeichen dafür, dass der Internet-Anbieter an seine Grenzen stößt. Insbesondere in ländlichen Regionen hängen so viele Haushalte an den Verteilerkästen, dass die Bandbreite dann einfach nicht mehr ausreicht.


Was bietet VDSL und VDSL mit Vectoring?

Möchte man ruckelfrei seine Videos genießen, muss der Internet-Anbieter dies auch am Wohnort anbieten. Die nächsthöhere Stufe über dem herkömmlichen DSL-Anschluss ist der VDSL-Anschluss (Very High Speed Digital Subscriber Line). Hierbei sind die Verteilerkästen auf der Straße schon mit einer Glasfaserleitung verbunden, anstatt der alten Kupferleitungen. Durch die Glasfaserleitung wird deutlich mehr mögliche Bandbreite für die angeschlossenen Haushalte angeboten, allerdings verringert sich durch die Kupferleitung ins Haus die Geschwindigkeit noch einmal beachtlich. VDSL mit Vectoring geht hier noch einen Schritt weiter. Mit dieser Technik wird der Verlust in der Kupferleitung noch einmal verringert. Einem schnellen Internet-Genuss steht da nichts mehr im Wege.


Und was ist mit Glasfaser?

Die Glasfasertechnik verspricht gegenüber dem DSL-, VDSL- und VDSL-Vectoring-Anschluss noch einmal mehr Geschwindigkeit und Leistungsreserven für die Zukunft. Hier muss man als Kunde aber aufpassen! Ein Glasfaseranschluss direkt ins Haus (Fiber to the Home, FTTH) ist hier die richtige Wahl. Alternativ gibt es noch die Glasfaser „bis an den Randstein“ (Fiber to the Curbe, FTTC), die nichts anderes ist als ein VDSL-Anschluss mit Vectoring. Bei FTTC bleibt die alte Kupferleitung ist Haus immer noch bestehen!
Bei der Glasfasertechnik entfallen alle Kupferleitungen und somit auch der Geschwindigkeitsabfall auf dem Weg ins Haus. Aber die Glasfaser bietet gegenüber Kupfer noch mehr Vorteile:
- Glasfaserleitungen können derzeit bis zu 1 GBit an Daten übertragen. Mit verbesserter Technik können aber noch weitaus höhere Geschwindigkeiten (in Laborumgebungen mehrere TeraBit) erreicht werden. Dies ist physikalisch mit Kupferleitungen nicht möglich.
- Kupferleitungen werden durch Stromquellen beeinflusst, dies kann bei der Glasfaser nicht passieren.

Welcher Internet-Typ bin ich?

Der Gelegenheitsnutzer

Dieser Nutzertyp wohnt alleine oder zu zweit und hat einen Computer oder mobiles Endgerät. Er nutzt den Anschluss zum gelegentlichen Surfen, E-Mail-Verkehr, Bankgeschäfte und ab und zu sieht er sich mal ein YouTube-Video an. Bei diesem Nutzerverhalten wird nicht viel Bandbreite benötigt. Hier sollte ein möglichst günstiges Angebot gewählt werden. Auch Internet über Funk wäre in diesem Fall eine Option.

Der Gamer

Dieser Nutzertyp spielt gerne Computerspiele und ist viel im Internet unterwegs. Da er seine Spiele online kauft und herunterlädt, benötigt er einen schnellen Internet-Zugang. Dadurch dass die Spiele ein hohes Datenvolumen haben, kommt nur ein fester Internet-Anschluss in Frage. Die Spiele sollen in möglichst geringer Zeit heruntergeladen werden, ebenso wird ein qualitativ hochwertiges Netz mit schnellen Ansprechzeiten benötigt. Hier ist primär ein Glasfaseranschluss oder ein VDSL-Anschluss die beste Wahl.

Die Familie

Ein typischer Familienhaushalt mit Kindern nutzt das Internet für die Schule, zum Spielen, Bankgeschäfte, Einkäufe und gelegentliches Videostreaming. Hier sind VDSL mit Vectoring oder ein Glasfaseranschluss die richtige Wahl. Bei mehreren Personen im Haushalt wird in Stoßzeiten viel Bandbreite benötigt. Da sich das Medienkonsumverhalten der Kinder und Jugendlichen weiter verstärken wird, sollte ein Glasfaseranschluss favorisiert werden. So ist man optimal für die Zukunft gerüstet.

Der Arbeitnehmer im Home-Office

Dieser Nutzertyp arbeitet aus seinem eigenen Büro Zuhause. Er verbindet sich direkt online mit seiner Firma und muss einen ausfallsicheren Zugang zum Internet haben. Hier ist man gut beraten, wenn ein Glasfaseranschluss gewählt wird. Für die Datenübertragung und Anbindung an die Unternehmensserver wird viel Bandbreite benötigt. Je höher die mögliche Bandbreite ist, umso flüssiger ist auch das Arbeiten. Zudem stellen große Dateien bei der Übertragung kein Problem dar. Bei einer Home-Office-Lösung sollte geklärt werden, ob der Arbeitgeber einen Teil der Anschlusskosten mit übernimmt.

Der Filmliebhaber

Dieser Nutzertyp schaut gerne Filme und Serien, bevorzug über Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon & Co. Ein Glasfaseranschluss mit 100 Mbit und mehr macht hier am meisten Sinn. Zwar können Filme auch mit niedrigeren Bandbreiten gesehen werden, aber nur mit Qualitätseinbußen. Richtig Spaß mach es erst in FullHD, ohne lästiges nachladen. Mit der Glasfasertechnik ist man für die Zukunft gut aufgestellt, insbesondere wenn das 4K-Fernsehen in den kommenden zwei Jahren Einzug hält.

Der YouTuber

Dieser Nutzerkreis produziert eigene Videos und stellt diese auf die bekannten Video-Plattformen ein. Neben der normalen Internetnutzung wird beim Hochladen sehr viel Bandbreite Richtung Internet (Upstream) benötigt. Hier ist der Glasfaseranschluss die beste Wahl. Ein herkömmlicher DSL-Anschluss bietet in der Regel ca. 2,4 Mbit Upstream, ein VDSL-Anschluss ca. 10 Mbit, VDSL mit Vectoring bietet schon 40 – 50 Mbit und ein Glasfaseranschluss lädt die Inhalte mit mindestens 100 Mbit ins weltweite Netz.

Fazit

Nach Möglichkeit sollte die Wahl immer zu einem Glasfaseranschluss oder VDSL mit Vectoring tendieren. Hier ist vergleichen angesagt. Unter Umständen kann der Glasfaseranschluss sogar günstiger sein als ein herkömmlicher VDSL-Anschluss. Auch auf Zusatzdienste sollte man achten. Viele Anbieter bieten in Paketen herkömmliches Fernsehen, Zusatzdienste, Internet und Telefonie an. Hier sollte genau kalkuliert werden, ob man die Angebote wirklich benötigt. Bei einem vorhandenen Satellitenreceiver oder Terrestrischen Empfang, sind diese Dienste meist überflüssig. Hier kann bares Geld gespart werden!
Bei der Wahl sollte zudem berücksichtigt werden, dass von Jahr zu Jahr die benötigte Bandbreite steigt, da sich das Medienkonsumverhalten schleichend intensiviert. Schon heute wird mal schnell ein Video bei Facebook hochgeladen, die Waschmaschine hat einen WLAN-Zugang, das Haus ist mit IP-Kameras ausgestattet, der Fernseher streamt das Fernsehprogramm aus dem Internet – all diese Anwendungen werden immer mehr Einzug im Alltag halten. Man ist daher gut beraten schon heute in ein zukunftsträchtiges Netz wie Glasfaser zu investieren.
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6 Kommentare
Dirk Bohlen aus Wesel | 10.11.2016 | 13:01  
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Christian Thieme aus Hamminkeln | 10.11.2016 | 13:51  
Dirk Bohlen aus Wesel | 10.11.2016 | 14:04  
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Christian Thieme aus Hamminkeln | 10.11.2016 | 14:06  
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Siegmund Walter aus Wesel | 11.11.2016 | 07:16  
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Hans-Martin Scheibner aus Xanten | 11.11.2016 | 11:22  
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