Hattingen: Franka Wielath, das Mädchen mit der Geige

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Franka Wielath wirkt nur anfangs scheu. Sobald die Achtjährige jedoch ihre Geige in der Hand hält, ist sie wie verwandelt. Gerade erst hat die junge Hattingerin beim 53. Regional-Wettbewerb Westfalen-West von „Jugend musiziert“ in ihrer Altergruppe IB mit 24 von 25 die höchste Punktzahl erreicht. Foto: Römer
 
Franka Wielath spielt erst seit drei Jahren Geige in der Musikschule der Stadt Hattingen bei Lehrerin Maria Koszalka. Jetzt holte die Achtjährige den ersten Preis im Regional-Wettbewerb Westfalen-West „Jugend musiziert“. Foto: Römer
Hattingen: Weiltorschule St. Franziskus |

Franka Wielath wirkt nur beim ersten Eindruck ein wenig scheu, spricht leise, aber sehr deutlich. In „ihrer“ Weiltorschule St. Franziskus tobt sie genau wie die anderen Kinder durch die Gänge. Sobald die Achtjährige jedoch ihre Geige in der Hand hält, ist sie wie verwandelt.

Gerade erst hat die junge Hattingerin in Iserlohn mit ihrem Instrument beim 53. Regional-Wettbewerb Westfalen-West von „Jugend musiziert“ in ihrer Altergruppe IB mit 24 von 25 die höchste Punktzahl überhaupt erreicht.
Platz eins bedeutet das selbstverständlich. Gespielt hat die Schülerin der Klasse 3b dort in knapp zehn Minuten drei Stücke unter anderem von Karl Böhm. In der Jury saß auch ein Musiker der Dortmunder Philharmoniker.
„Aufgeregt war ich erst ein paar Minuten vor dem Auftritt, vorher nicht“, sagt Franka Wielath mit einem Lächeln auf den Lippen. Moralische Unterstützung beim Vorspielen gab es durch ihre beiden Lehrer an der Weiltorschule, Gerold Berg und Mariella von der Burg, sowie Maria Koszalka, die an der Musikschule der Stadt Hattingen Geige unterrichtet.
Als Franka Wielath spontan zu Geige und Bogen greift und ein Stück zum Besten gibt, scheint sie ein anderer Mensch zu werden. Keine Spur mehr von Schüchternheit. Selbstbewusst und kraftvoll streicht sie mit dem Bogen über die Saiten, wiegt sich zum Rhythmus der Musik mit dem ganzen Körper hin und her. Kein Fiepen, kein Kratzen ist zu hören – sonst hätte sie wohl auch kaum so gut beim Wettbewerb abgeschnitten.

Frankas Lieblingsmusiker ist nicht Justin Bieber, sondern Mozart

Dennoch ist kaum zu glauben, dass Franka Wielath erst seit drei Jahren Geigenunterricht erhält. Auf das Instrument ist sie durch Freunde gestoßen. Die Geige gefiel ihr, der Rest ist eine unglaubliche musikalische Entwicklung bislang.
Die äußert sich auch in ihren eigenen Hörgewohnheiten. Während Teenies in Frankas Alter allmählich beginnen, für solche Stars und Sternchen im Pop-Himmel wie die Jonas Brothers, Rihanna, Taylor Swift oder gar Justin Bieber zu schwärmen, hält es die Weiltorschülerin lieber mit einem anderen ganz Großen: Wolfgang Amadeus Mozart ist ihr Superstar, „weil der auch schon als Kind mit der Musik angefangen hat“, wie sie erklärt.
Größter musikalischer Wunsch der jungen Klassik-Liebhaberin ist es daher, „später“ mal in einem richtigen Schul(!)-Orchester zu spielen. Da darf sich Musiklehrer Bernd Wolf schon freuen, denn Franka Wielath gedenkt, als weiterführende Schule das Gymnasium Waldstraße zu besuchen. Freunde von ihr seien ebenfalls dort und die dürften schon im Orchester spielen, sagt sie.

Berufswunsch der Achtjährigen: Roboterforscherin wie ihre Mutter

Verwundern mag es da ob dieser fortgeschrittenen „Lebensplanung“, dass die junge Musikerin die Geige nicht zu ihrem Beruf machen möchte. Ganz selbstbewusst weiß sie nämlich: „Ich gehe später einmal in die Roboterforschung.“
Wenn einem jetzt schon die Augen groß werden, dann werden sie mit der folgenden Aussage sogar nochgrößer: „Wir haben schon einen zu Hause. Meine Mutter macht ein Projekt mit Robotern an der Hochschule in Bochum. Unser Roboter kann verschiedene Sachen machen, auch Fußball spielen. Was er machen soll, das können wir programmieren. Von daher kenne ich mich entsprechend gut mit Computern aus.“
Kein Wunder also, dass angesichts von täglich gerne eine Stunde Geige üben, sich mit dem Roboter beschäftigen, Sportakrobatik beim PSV Ennepe betreiben und „lesen, was gerade da ist“, wenig Zeit für eine weitere Lieblingsbeschäftigung anderer Gleichaltriger bleibt, die Franka Wielath allerdings überhaupt nicht vermisst: Fernsehen.
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3 Kommentare
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Annegret Freiberger aus Menden (Sauerland) | 16.02.2016 | 17:30  
Roland Römer aus Hattingen | 16.02.2016 | 17:44  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 20.02.2016 | 08:18  
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