„Im Getriebe wird das Sandkorn zur Macht“

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Dr. Jürgen Wilbert, Aphoristiker und Vorsitzender des Fördervereins DAphA Hattingen
Hattingen: Stadtmuseum Hattingen |

Hattingen hat sich seit 2004 mit den bisher fünf Aphoristikertreffen, dem Deutschen Aphorismus-Archiv (DAphA), zahlreichen literarischen Publikationen und Veranstaltungen überregional einen Namen als „Heimstadt des Aphorismus“ gemacht; seit 2008 auch mit den Aphorismus-Wettbewerben.

Das nächste, inzwischen 6. Aphoristikertreffen wird vom 7.-9. November 2014 wieder traditionsgemäß im Stadtmuseum Hattingen durchgeführt - dann zur Thematik „Der Aphorismus und seine Nachbarn“. Im Vorfeld wurde auch diesmal wieder ein Wettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnisse nun fest stehen.
Wie und wo ist Großes im Kleinen möglich? Im Alltag. Im Schreiben. Im Verlauf des Lebens. In Politik und Gesellschaft. In der (Nano-)Technik… Wo und wie kommt es (unerwartet) zum Ausdruck? Und was macht es paradoxerweise groß?
Zu diesen Fragen konnten die Teilnehmer bis Mitte Februar maximal drei Aphorismen einschicken. 387 Einsendungen aus dem ganzen Bundesgebiet hat es gegeben. Die internationale Beteiligung war diesmal mit 61 Beiträgen recht hoch; an erster Stelle ist hier Österreich zu nennen (33), gefolgt von der Schweiz. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. 1. Preis 300 Euro und der „Hattinger Igel“, eine Radierung des Künstlers H.J. Uthke; 2. Preis 200 Euro; 3. Preis 100 Euro. Beim 4. bis 10. Preis handelt es sich um Sachpreise, vorzugsweise Buch-Gutscheine.
Eine Jury hat nun entschieden. Die texte wurden übrigens zunächst anonymisiert, so dass man nicht wusste, woher die Autoren kamen. Die Jurymitglieder sind: Jürgen Böbers-Süßmann (Kulturredaktion Bochum), Jürgen Flenker (Aphoristiker aus Münster), Petra Kamburg (Fachbereich Weiterbildung und Kultur der Stadt Hattingen), Dr. Friedemann Spicker (Aphorismusforscher und Leiter des Deutschen Aphorismus-Archivs Hattingen), Dr. Jürgen Wilbert (Aphoristiker und Vorsitzender des Fördervereins DAphA Hattingen).
Dann die große Überraschung: die drei Erstplatzierten kommen alle aus der Schweiz! Es sind Heimito Nolle (Merenschwand), Felix Renner (Zug) und Monica Heinz (Zürich). Weitere Preisträger: 4. Felix Wente aus Heidelberg, 5. Hans-J. Uthke aus Hilden, 6. Georg Skrypzak aus Berne und 7. Franziska Wolffheim aus Hamburg.
Einer der Siegeraphorismen von Heimito Nollé lautet „Im Getriebe wird das Sandkorn zur Macht.“ Diesen Satz wählte die Jury auch zum Titelaphorismus der Wettbewerbsanthologie, die am Sonntag, 18. Mai, 11 Uhr, im Alten Rathaus im Rahmen einer Lesung der Gewinner vorgestellt wird.
Von Felix Renner (2. Rang) stammt der Aphorismus: „Man muss seinen Kleinmut auf den Geschmack der Größe bringen.“ Schließlich ein Textbeispiel von Monica Heinz aus Zürich: „Ein kleiner Strich lässt Zahlen erröten.“
Übrigens: Aus Hattingen und den unmittelbaren Nachbarstädten kamen zehn Einsendungen, die es aber leider nicht in die Endrunde geschafft haben.
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