Museum im Bügeleisenhaus wird zur Schatzkiste

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Am Donnerstag, 8. Mai, wird das neue Ausstellungsjahr im Bügeleisenhaus eröffnet. Zum kommenden Wochenende können Bürger die „Hattinger Schätze“ im Bügeleisenhaus bestaunen. Auf unserem Foto erläutert Lars Friedrich, Vorsitzender vom Heimatverein (ganz links), die umfassenden Ausstellungsstücke schon einmal (v.l.) Leihgeber Bernd Loewe, Grafikdesigner Thomas Serres, der den neuen Jahresbutton entworfen hat, Schirmherrin Marlis Fry und Torsten Grabinski vom Sponsor Sparkasse Hattingen. Foto: Römer

Bernd Loewe ist nicht nur ein Mensch, der sich für seine Mitmenschen einsetzt (etwa bei „Hattingen solidarisch“). Er sammelt auch – Löwen selbstverständlich. Damit ist der Hattinger einer von 15 Leihgebern, die 2014 ihre Schätze im Museum im Bügeleisenhaus zeigen.

Denn der Heimatverein Hattingen hebt in diesem Ausstellungsjahr „Hattinger Schätze“: Vom 10. Mai bis 7. Dezember werden hier am Haldenplatz 1 in fünf verschiedenen Ausstellungen Hattinger Kostbarkeiten präsentiert, die kleine und große Besucher zum Staunen, Freuen, Wundern, aber auch zum Nachdenken anregen. Die Schirmherrschaft hat Marlis Fry, Vorsitzende vom Kulturausschuss der Stadt Hattingen, übernommen.
Nach dem Erfolg seiner Souvenirausstellung im Vorjahr gibt der Heimatverein Hattinger Sammlern wieder die Möglichkeit, zumindest einen Teil ihrer Sammlungen auszustellen.
Aline Hagel sammelt zum Beispiel seit fast 15 Jahren Melitta-Kaffeefilter und hat zwischenzeitlich über 200 davon zusammengetragen – in nahezu allen bekannten Größen und Farben, mit einem, drei oder vier Löchern, aus Porzellan und Metall, für die Kaffee- und Teezubereitung. Die Leidenschaft, Porzellanfilter zu sammeln, weckte Aline Hagels Ehemann Renny Horst: Als der braune Kunststofffilter, der für das morgendliche Aufbrühen des Frühstückskaffees genutzt wurde, an Ansehen verlor, kaufte ihr Mann auf einem Trödelmarkt einen Porzellanschnellfilter von Melitta.
Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins: „Die großen Schätze der Menschheit sind keineswegs schon alle in Museen ausgestellt oder werden in wissenschaftlichen Archiven aufbewahrt – und erst recht nicht diese Kleinode und Besonderheiten.
Die „Hattinger Schätze“ wurden auch nicht als Wertanlage zusammengetragen, sondern aus Begeisterung, Leidenschaft, ernstem Anliegen oder auch nur einem Tick.
Sie sind nette Spielerei oder oft auch Zwangstat, auf jeden Fall sind sie eng mit der Persönlichkeit des Sammlers verwoben. Und: Jede Sammlung ist eine Welt für sich.“
Während im Brunnenraum des über 400 Jahre alten Fachwerkhauses mit Unterstützung von Gelsenwasser eine neue Info-Station zum Thema „Wasserversorgung der Altstadt“ entstanden ist, sind im Vorraum Erinnerungen an die letzten 39. Hattinger Altstadtfeste zu sehen. Wussten Sie, dass es bislang 41 Programmflyer gibt und nicht erst 39? Alle sind digital in der Ausstellung zu sehen und auch die beiden, welche die SPD herausgegeben hat, daher die Zahl 41. Auch STADTSPIEGEL-Leser wie der Hattinger Fotograf Klaus Schneider haben neben Stadtarchiv und Kulturbüro Teile dazu beigetragen.
Ernst hingegen geht es in der Museumshalle zu: Dort erinnert der Heimatverein an 80 (!) Hattinger Kriegs- und Kriegerdenkmäler, die es heute teilweise nicht mehr gibt – wie das Ehrenmal aus dem Rathaus, das Denkmal vom Kirchplatz oder die vom Friedhof Waldstraße verschwundenen Gedenksteine der dort bestatteten russischen Zwangsarbeiter.
Zudem wird der Heimatverein im jetzt startenden Ausstellungsjahr das Museum verstärkt für Schulen öffnen: Im Rahmen von 90minütigen Schülerworkshops sponsert die Sparkasse Hattinger Schülern den geführten Museumsbesuch und das kunstpädagogische Angebot der Kunstschule „Die Basis“. Und auch darüber hinaus haben Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren in diesem Jahr freien Eintritt ins Museum – ebenso wie die Inhaber der Hattinger Ehrenamtskarte.
Das Museum im Bügeleisenhaus (MiBEH) ist vom 10. Mai bis 7. Dezember samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Lars Friedrich: „Für einen gemeinnützigen Verein ist es ohne öffentliche Zuschüsse schwer, ein Fachwerkhaus wie das unsere am Haldenplatz zu erhalten. Deshalb fließen Eintrittsgelder und der Verkaufserlös des Jahresbuttons 2014, den der Hattinger Grafikdesigner Thomas Serres exklusiv für den Heimatverein entworfen hat, komplett in die Sanierung – in diesem Jahr zum Beispiel in die Erneuerung von Lehmgefachen im Eingangsbereich.“
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