Tag der Bibliotheken am 24. Oktober

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Annika Degwer , MItarbeiterin der Stadtbibliothek, ist von der Zukunft als Freizeittreff genauso überzeigt wie Bibliotheksleiter Bernd Jeucken. Foto: Strzysz
 
Ein Blick in die alte Bücherei an der Bredenscheider Straße
Hattingen: Stadtbibliothek |

Am 24. Oktober, ist der „Tag der Bibliotheken. Rund 10.000 Büchereien gibt es in Deutschland und ein Glanzlicht davon ist die Stadtbibliothek im Reschop-Carré. Und: Sie ist viel mehr als ein Treffpunkt für Bücherfreunde. Sie entwickelt sich zu einem Freizeittreff für alle.

Seit 1988 ist Bibliotheksleiter Bernd Jeucken dabei. „Wir haben heute pro Jahr rund 150.000 Besucher. Wer die Bibliothek betritt, wird automatisch registriert. In der alten Bücherei an der Bredenscheider Straße mussten wir noch Strichlisten führen, die eine ungefähre Besucherzahl von rund 30.000 im Jahr ergaben. Als ich in der Bücherei anfing, hatten wir Ausleihen der Medien von rund 120.000 Exemplaren pro Jahr, heute sind es mehr als 300.000“, erzählt Jeucken.
Und das bei keinem höheren Medienetat, sondern eher aufgrund besserer Nutzung. „In der alten Bücherei standen die Medien in ihren Regalen, hier in der neuen Stadtbibliothek wird geschmökert, vor Ort ausgesucht und die Medien werden besser präsentiert. Der Umzug in das Reschop Carré 2009 war ein Quantensprung für uns.“

„Wir sind ein beliebter Treffpunkt für Kommunikation geworden.“

Dabei hat sich das Angebot deutlich erweitert. Zwar gab es in den alten Räumen an der Bredenscheider Straße auch schon neben den Büchern Zeitschriften, Hörkassetten, Musik-CDs und Videos, doch heute ist der große PC-Bereich dazu gekommen. „Zwei Internet-Plätze hatten wir allerdings schon an der Bredenscheider Straße“, erinnert sich Jeucken.
Vor zwanzig Jahren arbeiteten in der Bücherei 16 Mitarbeiter, teilweise in Teilzeit. Heute sind es 14 Mitarbeiter, die sich auf 8,5 Stellen verteilen und eine Menge Aufgaben haben. „Wir bieten viel mehr Veranstaltungen an, sind kreativer geworden. Wir laden zu Experimenten in der Bibliothek ein, veranstalten Lesungen oder Deutschkurse für Flüchtlinge auf ehrenamtlicher Basis. Wir bieten spezielle Veranstaltungen für Väter mit ihren Söhnen an. Einige Veranstaltungen wie die Nacht der Bibliotheken oder den Sommerleseclub sind allerdings schon lange im Programm.“
Für Jeucken wichtig und ein richtiger Schritt war die Aufgabe der Stadtteilbibliotheken in Niederwenigern und Welper, die beide ehrenamtlich als Bürgerbüchereien weitergeführt werden. „Dadurch konnten wir uns hier im Carré auf den Kern konzentrieren und vor allem die Öffnungszeiten konstant halten. Von Montag bis Freitag mit Ausnahme von Mittwoch haben wir von 10 bis 19 Uhr geöffnet, samstags bis 14 Uhr. Das ist wichtig, damit die Nutzer sich nicht so viele unterschiedliche Zeiten merken müssen. Wir sind eigentlich immer da, auch in den Ferien.“
Die Stadtbibliothek entwickelt sich zunehmend von der Ausleihbücherei zu einem modernen Freizeittreff. „Da kommt uns die gute Lage im Carré natürlich zugute. Aber auch die Räumlichkeiten selbst mit Kinder- und Jugendbereich, einem Lesecafé (in dem jetzt übrigens Fair-Trade-Kaffee geboten wird) und abgetrennten Räumen, in denen Workshops und Kurse stattfinden können, laden ein, die Bibliothek als Treffpunkt für Kommunikation zu erleben. Manchmal geht das leider zu Lasten der Stille, aber man kann eben nicht alles leisten.“
Für die Zukunft ist Jeucken bei zwei Dingen sicher: „Zum einen können wir beispielsweise auf der Frankfurter Buchmesse ein deutliches Zeichen digitaler Ermüdung beobachten. Das spricht klar für die Tatsache, dass wir Bücher in gedruckter Form auch weiterhin haben werden. Das klassische Buch in Papierform wird überleben und seine Anhänger haben. Zum anderen liegt unsere Aufgabe in einer deutlichen Zunahme der medienpädagogischen Kompetenz. Wir werden auch ein Lernstudio für das Ausprobieren neuer Techniken wie Filmschnitt oder 3D werden.
Wir sind auf dem Weg zu einer kreativen Mitmachbibliothek. Das ist die Aufgabe der Zukunft.“
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