44. Hattinger Altstadtfest: Tag zwei

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"My'tallica" rockte buchstäblich den Bunker-Parkplatz und sorgte für das vermutlich größte Publikum, seit die Musiker-Initiative Hattingen (MIHA) hier "Rock am Bunker" veranstaltet. Erst nach vielen Zugaben und nach mehr als zwei Stunden verließen sie die Bühne. Foto: Groß
 
Auf der Kirchplatz-Bühne bewies die Robbie-Williams-Coverband, warum sie für ihre Show bereits mehrere Preise erringen konnte. Auch die Hattinger, die dicht gedrängt vor der Bühne standen und teilweise die Hits lauthals mitsangen, waren buchstäblich aus dem Häuschen. Foto: Groß
Hattingen: Hattingen |

Was für ein Altstadtfest-Samstag! Am letzten vom Wetter her schönen Tag des Festes der Feste in Hattingen strömten die Menschen nur so in die Altstadt – dem letzten Bundesliga-Spieltag genauso zum Trotz wie dem Eurovision Song Contest in Lissabon. Aber warum sollte irgendjemand auch die buchstäbliche Nabelschau des europäischen Pop-Kommerz in der Flimmerkiste bestaunen, wenn es bei herrlichen äußeren Bedingungen mitten in der Stadt super Livebands zu bejubeln gab?

Das sahen zum Glück nicht nur die Hattinger selbst so, sondern auch unzählige Besucher von außerhalb. Praktisch das gesamte Ruhrgebiet war den Autokennzeichen nach auf den Schauplätzen des 44. Altstadtfestes vertreten. Und ihr Besuch sollte sich lohnen.
Begann das Altstadtfest am Freitag noch eher verhalten, zeigte sich Samstag ein ganz anderes Bild. Schon relativ früh am Nachmittag war die Innenstadt gut gefüllt. Traditionell bestimmten da die Hattinger Schulen das Programm am Kirchplatz – auch wenn die Gesamtschule kurzfristig ihren Auftritt absagen musste.
Anschließend kamen hier die Fans von „NachtSchnittchen“ auf ihre Kosten. Seit Jahren hat hier Moderator und Entertainer Helmut Sanftenschneider mit wechselnden Comedians seinen festen Platz, sehr zum Vergnügen des Publikums, das auch diesmal wieder nicht enttäuscht wurde.
Wer auf dem Untermarkt wieder prächtig von der mobilen akustischen Band „The Speedos“ und ihren hervorragenden Musikern unterhalten wurde, mag sich vielleicht gewundert haben, warum Massen an Menschen an ihnen vorbei gen Kirchplatz strebten. Ein Blick ins Programmheft hätte ihnen Aufklärung gebracht: Schon lange vor dem Auftritt war der Kirchplatz in Erwartung der Robbie-Williams Coverband so pickepacke voll, dass kaum Luft zum Atmen blieb. Und die hervorragende Band um den charismatischen Frontmann Michael Niess und die beiden Tänzerinnen Natalie und Andrea begeisterte vom ersten Ton an. Bereits beim Auftakt-Song tobte der Kirchplatz und die Band machte wahr, was sie darin versprach: „Let me entertain you!“ Umso ärgerlicher für die meisten Fans, als die Musiker unverhofft zur Pause baten…
Im Krämersdorf zeigte derweil „Macondito“ mit dem Hattinger Musikschulleiter Peter Brand am Saxofon, warum die Band seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Salsa-Bands Europas zählen. Rund um die Percussionisten Felipe "Mandingo" Rengifo und Rafael Vicente Hidalgo Franco sowie den kubanischen Sänger Osvaldo Fajardo versprühte Macondito südamerikanische Lebensfreude, die viele zum Tanzen vor der Bühne mitriss.
Und auch der Platz am Bunker war brechend voll – so voll wie wohl noch nie zuvor, seit die Musiker-Initiative Hattingen (MIHA) hier ihren „Rock am Bunker“ für junge und junggebliebene Fans der etwas härteren Musik bietet. Der Grund, warum Jung und Alt friedlich und vor allem selig zusammen feierte und gemeinsam sang: der fulminante Auftritt von „My’tallica“. In einem über zweistündigen Programm inklusive mehrerer Zugaben bewiesen sie, warum sie vermutlich die beste Metallica-Coverband Deutschlands wenn nicht Europas sind. Vom Gesang her waren sie ganz dicht am Original von James Hetfield und auch der hervorragende „My’tallica“-Drummer Stephan Zender, der sein Instrument unter anderem lange in den USA studierte, stand dem Original und seinem Vorbild Lars Ulrich in nichts nach. Bewundernswert seine Kondition bei dem atemberaubenden Tempo der Metallica-Songs. Die Fans riefen auch nach der Zugabe die Band immer wieder zurück auf die Bühne, aber die MIHA musste schweren Herzens mit Rücksicht auf die fortgeschrittene Zeit einem weiteren Encore den Saft abdrehen.
Am heutigen Samstag verirren sich angesichts des Wetters wohl nur die härtesten Altstadtfest-Fans in die Innenstadt. Schade eigentlich, denn das Sparkassen-Kinderland hat für die kleinen Festbesucher noch bis 18 Uhr ein vielseitiges Programm zu bieten.
„Batida Diferente“ mischt ab 15.45 Uhr auf dem Kirchplatz lateinamerikanische Rhythmen zu einem Mix aus Pop, Jazz und Folk, ehe dort zum Ausklang des 44. Altstadtfestes bei „Jazzabilly“ fünf erstklassige Musiker verschiedene Musikstile zu einem neuen Bandsound verschmelzen.
Altstadtfest-Fotostrecken von STADTSPIEGEL-Fotograf Holger Groß zu Freitag und Samstag gibt es hier und HIER!
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