Am Untermarkt in Hattingen: Mit einem fairem Frühstück ging es heute „Fair in den Tag“

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Der Religionsunterricht der Klassen 8 der Realschule Grünstraße besteht aus einer katholischen Gruppe mit Lehrerin Isabel Schuth und einer evangelischen mit Lehrerin Judith Nockemann (rechts hinten). Auf dem Foto sind beide Lehrerinnen am Ende der Tafel zu sehen. Mit von der Partie war beim fairen Frühstück auch Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch. Sie sitzt etwa in der Mitte auf der rechten Seite und unterhielt sich mit den Schülern beim Frühstück über ihre Aktion. Foto: Römer
Hattingen: Untermarkt |

Da staunten am Montag so manche Passanten, was denn wohl am Untermarkt los ist. Doch als sie von jungen Realschülern freundlich gebeten wurden, sich einfach dazu zu setzen und mit zu frühstücken, ließen sie sich gerne das kostenlose und faire Frühstück munden.

Brot, Brötchen, selbstgemachte Stracciatella-Muffins, Bananenquark, Vanillequark, zwei Sorten Honig, Mangocreme, selbstgemachte Frischkäsebällchen, Schokolade aus eigener Produktion, Caramel-Rooibos-Tee aus Südafrika, Pfefferminztee, Eier, Orangensaft, Müsli, Smoothies und noch viel mehr – wer kann da schon widerstehen?
Viele Hattinger nicht und auch Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch jedenfalls nicht – erst recht nicht, weil es sich bei den angebotenen Speisen zum Teil um Selbstgemachtes, zum Teil um „reine“ Fairtrade-Produkte, zum Teil um Lebensmittel mit wenigstens einem Anteil an fairen Zutaten handelte.
Die Idee zu diesem Fairtrade-Frühstück mitten in der Altstadt und mitten auf dem Untermarkt unter dem Motto „Fair in den Tag“ ist aus dem Religionsunterricht der Klassen 8 erwachsen. Auslöser war der Satz von Katharina Orosz aus der 8a: „Wir möchten nicht nur über Gerechtigkeit reden, wir möchten auch etwas dafür tun.“
Judith Nockemann: „Dann folgte der längere Weg der Informationsbeschaffung und Entscheidung. Erst ging es darum, wie die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern sind und was jeder Verbraucher über sein Kaufverhalten beeinflussen kann. Anschließend machten wir uns Gedanken über ein faires Projekt. Die Ideen gingen von Modenschau in der Innenstadt über Unterricht mit Grundschülern über die Herstellung von Schokolade und Verschenken in der Innenstadt bis zu einem fairen, öffentlichen Frühstück. Dafür entschieden wir uns letztlich. Und im Grunde genommen frühstücken wir an diesem Tag gemeinsam mit 32.315 Menschen. Denn so viele haben sich zur Aktion ,Fair in den Tag‘ von Fairtrade Deutschland angemeldet.“

"Lasst uns die Bürgermeisterin einladen"

Paul Bormann, ebenfalls aus der 8a, hatte die Idee, Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch einzuladen. Schließlich habe Hattingen das Siegel zur „Fairtrade Town“ beantragt und würde solche Aktionen sicherlich unterstützen. Zwei Schüler schrieben ihr also eine Einladung, übergaben sie im Rathaus persönlich und erhielten eine Zusage.
Bürgermeisterin Goch zum STADTSPIEGEL: „Ich finde es einfach eine tolle Aktion, die die Schüler auf die Beine gestellt haben – und das beinahe alles in Eigenregie! Eine richtig gute Sache!“
Eine Religionsgruppe hatte für das Frühstück einen eigenen Flyer gestaltet mit wichtigen Informationen zum fairen Handel am Beispiel Kakao. Er wurde von ihnen rund um das Frühstück an Passanten verteilt.
Finanziert wurde das Ganze durch eine andere Religionsgruppe. Sie hat vor einigen Wochen in der Schule Waffeln gebacken und verkauft. Von dem Gewinn in Höhe von stolzen 29 Euro kauften die Schüler fehlende Zutaten für das Frühstück.
Teilweise brachten die Schüler Fairtrade-Produkte aus dem Supermarkt mit, teilweise stellten sie vorher Lebensmittel her, in denen Fairtrade-Produkte enthalten sind. So backten Katharina Stroh und Isabel Krampe, beide 8b, für Montag Stracciatella-Muffins, in denen faire Schokolade und Rohrzucker enthalten sind.

Infos über Fairtrade zusammengestellt

Lina Gläser, 8a, hat auf der Seite von Fairtrade geforscht, welche Produkte fair sind (oder teilweise fair) und Produktlisten und Rezepte mitgebracht.
Marcel Blaas, 8c, ließ von den Frühstücksgästen faire Schokolade und „schmutzige“ Schokolade im Vergleich verköstigen.
Da nicht alle Schüler eine Idee hatten, welche Frühstücksprodukte fair sind, ging Lars Doehring, 8c, im Vorfeld zu Rewe in Hattingen und suchte dort nach Fair­trade-Lebensmitteln. Er kam mit einem Saft, mit Nuss-Nougat-Creme und mit fairem Honig zurück.
Spontan brachte sich am Montag auch noch Stefan Larisch vom CVJM ein: Bei ihm konnten die Schüler zwischendurch das Geschirr und Besteck spülen. Das war übrigens von jedem selbst mitgebracht worden: eines für sich, eines für die Aktion und eines für Gäste.
Alles in allem sorgten die Realschüler aus der Grünstraße mit ihrem Fairtrade-Frühstück dafür, dass in Hattingen Fairtrade nicht nur gedacht, sondern auch im Sinne einer Fairtrade-Town gehandelt wird.

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