Egbert Willecke: „Mir macht die Arbeit in Hattingen einen Heidenspaß!“

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Egbert Willecke an seinem Schreibtisch in der Bahnhofstraße 48. Hier wünscht er sichmöglichst schon für die nahe Zukunft, dass die dunkle und sehr betagte Möblierung seines Büros verschwindet und durch Helles und Freundliches ersetzt wird. Das entspräche auch mehr seinem Wesen, meint der 51jährige. Foto: Römer
Hattingen: Jugendamt |

Den Marathon in Berlin, den ist Egbert Willecke schon einige Male gelaufen. Auch in Düsseldorf hat er wettkamwpfmäßig schon über die 42 Kilometer gefinisht. Ausdauer und/oder Beharrlichkeit scheinen also zwei hervorstechende Merkmale des „neuen“ Leiters vom Fachbereich 51 (Jugend, Schule und Sport) bei der Hattinger Stadtverwaltung zu sein.

Und als April-Scherz sieht sich der zweifache Vater (25 und 21 Jahre) schon einmal gar nicht. Zufall, dass er offiziell am 1. April 2013 sein Amt als Nachfolger des in Pension gegangenen Erich Fritz angetreten hat.
Kein Zufall hingegen ist, dass der 51jährige in Hattingen gelandet ist.
Egbert Willecke: „Eigentlich habe ich mich als Bereichsleiter Familie und Jugend in Haltern am See sehr wohl gefühlt. Immerhin war ich über zehn Jahre dort. Es lief dort einfach in jeder Hinsicht gut für mich. Noch im September des letzten Jahres habe ich mir überhaupt keine Gedanken über einen Wechsel gemacht. Eines Tages aber sprach mich ein Kollege an, der wusste, dass ich in Wetter wohne. Er machte mich auf die Anzeige der Stadt Hattingen aufmerksam. Ich habe mir das Gesuch daraufhin angesehen und letztlich doch Gefallen an einem Wechsel gefunden. Zum Einen war es natürlich die Nähe zu meinem Wohnort Wetter, die mich zu diesem Schritt bewogen hat. Immerhin musste ich bislang rund 100 Kilometer täglich pendeln. Zum Anderen ist es in meinem Alter natürlich reizvoll, noch einmal etwas Neues zu probieren. Nicht viele erhalten so eine Gelegenheit. All das hat mir letztlich noch einmal richtige Motivation gegeben und ich habe es nicht bereut. Mir macht die Arbeit in Hattingen einen Heidenspaß.“
Nach den gut fünf Monaten, die er im Amt ist, meint er sagen zu können: „Selten habe ich so gute, qualifizierte und vor allem hochmotivierte Kollegen erlebt wie hier. Diese Kollegialität habe ich schon jetzt sehr schätzen gelernt. In unserem Beruf braucht man positiv Verrückte. Jeder hier engagiert sich bei unserer gemeinsamen Weiterentwicklung angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie allgemeiner sozialer Dienst oder Ganztagsschule.“
Festgestellt habe er allerdings, dass es in seinem Bereich etwas gibt, das er „Optimierungsbedarf“ nennt. Diese Optimierung auf den Weg zu bringen, sieht er als eine seiner dringlichen Arbeiten an und ergänzt: „Dank der guten Kollegen sollte das aber gelingen.“
Er bittet um Verständnis, dass er noch nicht alle Karten auf den Tisch legen möchte, was genau er damit meint, aber: „Sobald es etwas zu berichten gibt in dieser Hinsicht, dann werde ich damit auch an die Öffentlichkeit gehen – versprochen. Manchmal ist es besser, wenn einiges erst hinter den Kulissen vorbereitet und diskutiert wird. Doch letztlich sind wir ein offenes Haus und bieten dem Bürger eine Dienstleistung an, die qualitativ hochwertig ist.“
Seine Arbeitsauffassung beinhaltet nicht nur ein offenes Haus, sondern dass er ebenfalls offen auf seine Mitarbeiter und Kollegen zugeht: „Die haben sich anfangs darüber gewundert, kannten das wohl nicht. Ich schließe mich nicht acht Stunden in meinem Büro ein. Das wäre nicht ich. Man muss authentisch sein.“
Sein Büro in der Bahnhofstraße 48 ist das, in welchem früher auch Jugenddezernent Michael Lunemann arbeitete. Er wünscht sich für die nahe Zukunft allerdings, dass die dunkle und sehr betagte Möblierung verschwindet und durch Helles und Freundliches ersetzt wird. Das entspräche auch mehr seinem Wesen, lacht er.
Inklusion, demografischer Wandel, der Ausbau offener und präventiver Kinder- und Jugendarbeit, wie sie bereits in den Treffs zu finden sei: All dies nennt Egbert Willecke „große Herausforderungen, die teilweise noch gesetzlich festgeschrieben werden müssen. Aber wir sind darauf vorbereitet.“
Er habe in Hattingen ein starkes Netzwerk vorgefunden – etwa im Sportbereich, Bündnis für Familie und auch beim Ferienspaß. Auch hier lobt er den engagierten Einsatz der Kollegen, dank denen all das zu Recht positiv in der Öffentlichkeit dargestellt werde. Dass es angesichts wachsender Aufgaben im Kinder- und Jugendbereich auch in personeller Hinsicht Überlegungen gebe, bestätigt Egbert Willecke. Allerdings bittet er um Verständnis, dass er dazu noch nichts sagen wolle: „Das ist noch nicht spruchreif.“
Schadensprävention nennt der Diplom-Sozialarbeiter, der zusätzliche Qualifikationen erworben hat wie „kommunales Management im Jugendamt“, als eine ganz zentrale Aufgabe des Jugendamtes: „Kinder haben in diesem Bereich ja keine Lobby. Auch deswegen setzen wir auf unsere Netzwerke, aber ebenfalls auf den Schutz des Kindes. Dafür gibt es unseren Bereitschaftsdienst 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Dennoch bauen wir bei der Prävention auf Kinder- und Jugendförderung. Kindern die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln, und zwar unabhängig von ihrer Herkunft, das ist mein Ziel. Und damit die Förderung noch besser greift, muss unser Optimierungsplan darauf besonders eingehen“, lässt sich Egbert Willecke letztlich doch noch entlocken.
Sein Zuständigkeitsbereich befände sich momentan in der Phase der Umstrukturierung, auch räumlich, es würden Inhalte hinterfragt, Akteure an einen Tisch gebracht. Für alles andere sei für ihn die Zeit in Hattingen noch zu kurz.
„Ich weiß nur schon jetzt, dass der Schritt von Haltern nach Hattingen für mich der richtige war. Als gebürtiger Bochumer und VfL-Anhänger bin ich ein Kind des Ruhrgebiets. Daher passt hier für mich alles. Und seit ich wusste, dass ich wieder an die Ruhr zurückkehren werde, habe ich mich mit Hattingen beschäftigt. Ich lebe Hattingen!“
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