EM-Reporter Werner Hassler berichtet aus Polen und der Ukraine

Trotz des ganzen Stresses mit nur ganz wenigen Stunden Schlaf ist Werner Hassler immer gut drauf. Highlights sind für den Hattinger, der unter anderem den Transport von so genannten „VIPs“ für die großen Sponsoren der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine organisiert, Besuche in den Stadien. Hier hat er Zugang zu allen Bereichen. Allerdings kann er nicht mit einem Sitzplatz rechnen, doch hatte er bislang immer Glück – auch beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Dänemark (Foto).
 
Wo kommen die Fans bloß her?, fragt sich Werner Hassler (Dritter v.l.). Aber offensichtlich sind ja welche da, wie die vollen Stadien und auch dieses Foto vor dem Spiel gegen Dänemark in Lemberg zeigt. alle Fotos: privat
Auf einem kurzen Überraschungsbesuch war unser EM-Reporter Werner Hassler am Montag in Hattingen. Im Gepäck hatte er Interessantes rund um die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.
Wenn Sie das hier lesen, ist der rührige Hattinger Reisebusfachmann bereits wieder vor Ort und hat gestern in Donezk zehn Busse mit englischen Fans der gehobenen Klasse betreut. „Die kommen nur zum Spiel der Engländer hier her“, weiß er. „Manche sind schon zum dritten Mal da. Vor und nach dem Spiel gehen die eben in den hiesigen Irish Pub zum Feiern oder machen Shopping und dann geht es wieder per Flieger zurück nach Hause.“
Nach Hause ist ein gutes Stichwort: Denn Werner Hassler hatte in der vergangenen Woche in Charkiw („eine ganz tolle Stadt!“), Kiew und Breslau zu tun. In der schlesischen Hauptstadt erlebte er das Ausscheiden der polnischen Mannschaft und hörte dort immer wieder: „Eigentlich wollten wir am Freitag im Viertelfinale gegen Deutschland antreten und dabei ehrenvoll ausscheiden. Daraus wird jetzt nichts mehr, schade!“
Ihren Kummer ertränkten die polnischen Fans mit reichlich Alkohol. Werner Hassler hat nie zuvor so viele leere Flaschen auf den Straßen und beinahe eben so viele „Schnapsleichen“ auf den Bürgersteigen gesehen...
Von Breslau aus musste er nach Donezk, eben zum England-Spiel. Werner Hassler: „Ich hatte ja schon einmal die horrenden Preise hier erwähnt. Da sollte ich 700 Euro für eine kombinierte Bahn-/Busreise zahlen, wäre aber fast zwei Tage unterwegs gewesen. Da stieß ich im Internet auf eine Flugverbindung vom benachbarten Kattowitz aus nach Dortmund und von dort Montagabend nach Kiew. Da konnte ich in Hattingen meine Frau am Sonntag überraschen und mich endlich einmal wieder in meinem eigenen Bett zehn Stunden lang ausschlafen. Sonst komme ich pro Nacht höchstens auf drei Stunden.“
Was ihn wundert bei seinen Stadion-Besuchen, in die er als Reisebus-Unternehmer und Organisator der VIP-Touren immer freien Zugang in alle Bereiche hat, allerdings keinen Anspruch auf einen Sitzplatz: Dass überhaupt Fans da sind! „Darüber wundern wir uns alle“, lacht er. „Denn aus Deutschland kam nur eine einzige Maschine mit deutschen Fans an. Der Rest ist wohl auf eigene Faust angereist, kommt mit Rucksäcken per Bussen und Bahnen und übernachtet auf Campingplätzen.“
Wie er es aus Südafrika kennt, wo er einen ähnlichen Job gemacht hat, ist die Stimmung in den Städten hervorragend und in der Regel friedlich. Tolle Kostüme, fantastische Verkleidungen und sangesfreudige Fans mit ansteckender Fröhlichkeit, die habe er zuhauf angetroffen, und manche waren hinterher auch in Tränen aufgelöst.
In der Ukraine sei die Stimmung allerdings doch ein wenig anders: „Hier sind die Stadien durch die Polizei hermetisch abgeriegelt. Da steht alle zwei Meter ein Polizist. Ich halte das für überzogen. Natürlich gibt es in Polen auch viel Polizei, aber da ist das Aufgebot nicht so aufdringlich. Die polnischen Polizisten sind freundlich, geben Auskunft, während es in der Ukraine völlig anders zugeht nach meinen Erfahrungen.“
Mehr Erfahrungsberichte von Werner Hassler folgen!
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd am 22.06.2012 um 04:03 Uhr  
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