Heißer Endspurt bei Kaufland und das Ordnungsamt verteilt Knöllchen

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„Das gibt es doch gar nicht!“, ist Andreas Morek aufgeregt, als er in die STADTSPIEGEL-Redaktion kommt. Der Grund seines Zorns: „Das Ordnungsamt ist gleich mit mehreren Mitarbeitern dabei, die Handwerker aufzuschreiben, die letzte Hand an die Shops-in-Shop legen.“

Wie der Welperaner Geschäftsmann, der gerade eine Filiale seines Bekleidungsgeschäftes im Kaufland-Gebäude einrichtet, weiter ausführt, sei ihm zugetragen worden, dass diese Anweisung speziell für diesen Bereich ergangen sei:
„Dabei sind doch manche der Handwerker nur stundenweise in Hattingen. Ich finde, jetzt in der heißen Phase der Arbeiten, da könnte die Stadt doch wirklich einmal Fünfe gerade sein lassen. Die Leute müssen teilweise schweres Handwerkszeug hin- und hertransportieren. Da können die nicht bis 19 Uhr warten, bis sie wieder mit ihrem Auto in die Fußgängerzone dürfen. Es geht doch wirklich nur um ein paar Tage! Immerhin hat ja auch die Stadt ein Interesse an Kaufland und den anderen Geschäften, die sich darin ansiedeln. Darauf sollte man einfach Rücksicht nehmen.“
Natürlich gibt es auch in Hattingen den neuen Ruhrgebietsparkausweis für Handwerker. Sieben Ruhrgebietsstädte und zwei Kreise, darunter auch der Ennepe-Ruhr-Kreis, haben sich darauf verständigt, gemeinsam einen solchen einheitlichen Ausweis einzuführen. Der Ausweis kostet 150 Euro und gilt für ein Jahr. Aber den schon vorab zu erwerben, daran dächte doch keiner, vermutet Andreas Morek, dem als Bekleidungs-Fachmann diese Möglichkeit zudem völlig neu war.
Ernst nimmt die Angelegenheit auch die Stadt Hattingen, aber nicht in dem Sinne, der Andreas Morek vorschwebt. Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger: „Wir beobachten dort die Situation seit vielen Tagen, haben auch vor Ort durch das Ordnungsamt Gespräche geführt. Die Beteiligten reagierten zunächst verständnisvoll und es schien sich eingespielt zu haben. Wir haben den dort Beschäftigten sogar Ausnahmegenehmigungen erteilt und ihnen Parkplätze am alten ZOB am Bunker eingeräumt. Doch mittlerweile hat sich die Lage rund um Kaufland so verschlimmert, dass wir am Donnerstag einfach eingreifen mussten.“
Seines Wissens nach habe mittlerweile ein Zulieferer- und Handwerker-Wechsel stattgefunden: „Die wollten von der Regelung nichts wissen und zeigten sich sehr uneinsichtig. Sie versperrten weiterhin trotz Ermahnung Wege, die für Rettungswagen und Feuerwehr frei gehalten werden müssen. Das ist durch uns nicht zu tolerieren. Da sich trotz der Gespräche keine Besserung einstellte, mussten wir eingreifen. Dabei verzichten wir aber auf drastische Mittel wie Abschleppen.“
Thomas Griesohn-Pflieger weiter: „Wir wissen um den Termindruck und drücken wirklich mehr als ein Auge zu. Aber die Sicherheit muss gewährleistet bleiben. Duisburg und die Love-Parade haben gezeigt, dass mit allem zu rechnen ist. Gegen das Ein- und Ausladen hat ja niemand etwas, doch sobald es in dem Bereich unübersichtlich und gefährlich wird, können wir das nicht hinnehmen.“
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1 Kommentar
Roland Römer aus Hattingen | 18.10.2013 | 17:02  
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