Kunsthandwerker im St. Georgs-Viertel: Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt

Bäckerei Nieland im St. Georgs-Viertel. Die Kunsthandwerker kommen übrigens in der Woche von 14 bis 20 Uhr, am Wochenende von 10 bis 20 Uhr
 
So schön ist das St. Georgs-Viertel. Jetzt lockt bis zum 22. Dezember ein Kunsthandwerkermarkt
Am Wochenende wird auch das St. Georgs-Viertel im Lichterglanz erstrahlen. Dann wird sich dort bis zum 22. Dezember ein Kunsthandwerwerkermarkt in weihnachtlicher Atmosphäre präsentieren. Organisiert hat den Markt Beatrice Bark, die seit Jahren die Hattinger Märkte bestückt. Ob sie das auch in Zukunft tun wird, ist allerdings eine große Frage.
Der STADTSPIEGEL hat bereits berichtet, dass die Stadt Hattingen nicht mehr mit Beatrice Bark zusammenarbeiten möchte. Zwar war man mit der Arbeit im St. Georgs-Viertel zufrieden, nicht aber mit den Ständen vor der Hertie-Fassade. Dazu Beatrice Bark: „Ich habe bei einem Termin mit Kulturdezernentin Beate Schiffer deutlich gemacht, dass ich seit zehn Jahren in Hattingen die Märkte durchführe. Ich muss aber Kunsthandwerker sehr früh buchen, und wenn die Stadt kurzfristig zum Altstadtfest eine Bestückung an der Hertie-Fassade wünschte, dann bekomme ich nicht mehr das, was ich haben will. Ich habe für diesen Markt immer eine vierstellige Summe an die Stadt Hattingen gezahlt und mich mit weiteren Kosten am Programm beteiligt. So schlecht kann ich nicht gewesen sein, sonst hätte man mich nicht zehn Jahre meine Arbeit tun lassen. Die Stadt hat immer von dem Markt profitiert, Kosten hatte sie definitiv keine, im Gegenteil.“
Für Beatrice Bark ist klar: „Auch bei einer kurzfristigen Anfrage stehe ich für das Altstadtfest 2011 nicht mehr zur Verfügung.“
Ob sie den Kunsthandwerkermarkt zu Weihnachten im nächsten Jahr noch veranstalten wird, ist offen. „In diesem Jahr habe ich gesagt, ich mache das, aber ich möchte mit der Dekoration des Platzes nichts zu tun haben. Das hat mir Hattingen Marketing zugesichert.“
Und Georg Hartmann sagt, man habe sich auch daran gehalten. Man habe für die ganze Stadt Weihnachtsbäume geordert und auch bezahlt. Man habe den Händlern rote Schleifen als Dekoware geliefert und diese ebenfalls bezahlt. Man habe auch organisiert, dass die Bäume aufgestellt und festgebunden werden. Dies gelte auch für den großen Baum auf dem Steinhagenplatz. Allerdings sei man zeitlich in Schwierigkeiten gekommen, weil der Budenaufsteller zu spät angefangen habe, den Weihnachtsmarkt aufzubauen. Dadurch sei man verzögert an den Start gegangen. Und: „Von manchen Arbeiten, die Marketing erledigen sollte, haben wir sehr spät erfahren. Das war ursprünglich anders geplant.“
Selbstverständlich hätte Hattingen Marketing sich auch um die Weihnachtsbeleuchtung in St. Georgs-Viertel gekümmert. „Es hat aber von Anfang an geheißen, man wolle spezielle Lichtnetze in den Bäumen auf dem Steinhagenplatz haben. Da haben wir uns rausgehalten.“
Diese Lichtnetze hat Beatrice Bark zunächst auf eigene Rechnung gekauft. Sie hofft, durch die Aktion „Hattingen hat Herz“ Gelder wieder einnehmen zu können. Dabei handelt es sich um rote eßbare Herzen, die in den Geschäften im St. Georgs-Viertel für 3,50 Euro verkauft werden. Der Erlös dient der Re-Finanzierung der Lichternetze.
Mit dem zeitlichen Ablauf ist Beatrice Bark nicht zufrieden. Am Mittwoch legte sie noch selbst Hand an, um die Weihnachtsbäume im Viertel aufzustellen. Ein Anruf klärte dann allerdings, dass bis zum Donnerstagabend alles fertig sein sollte. „Eigentlich zu spät, denn die Händler müssen ja auch Zeit haben zum Aufbauen.“
Es koste alles viel Kraft und man höre selten ein nettes Wort, so Bark.
Das sieht allerdings auch Hattingen Marketing so – übrigens durchaus auch auf die eigene Arbeit bezogen.
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Dr. Anja Pielorz aus Hattingen am 24.11.2010 um 15:48 Uhr  
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