Mehr Stress beim Schulweg

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Der geplante Wegfall des Einsatzwagens 59 sorgt für Ärger und Unverständnis bei Schülern, Eltern und Lehrern. Sie glauben nicht, dass der reguläre Linienverkehr den Bedarf deckt, den schließlich sei schon der E59 oft überfüllt.
Auf einen umständlicheren Schulweg müssen sich einige Schüler des Gymnasiums Waldstraße nach den Weihnachtsferien einstellen. Denn im Rahmen eines neues Konzepts, möchte die Bogestra ab dem 7. Januar den E59 wegfallen lassen. Doch nicht nur dieser Einsatzwagen für Schüler, der bisher morgens parallel zu den regulären Linien fährt, sondern auch andere Schulbusse im gesamten Gebiet der Bogestra würden wegfallen oder zukünftig anders fahren, teilt das Unternehmen mit.
Für die betroffenen Schüler in Hattingen bedeutet das nicht nur, dass sie morgens noch früher aus dem Haus müssen, auch längere Wege zu den Haltestellen beziehungsweise zu den Schulgebäuden und das Umsteigen in die Linie CE31 sind Konsequenzen.

Für viele Eltern ist diese neue Regelung nicht nachvollziehbar. So richtete sich auch Kristina Thurau-Vetter mit einem Brief an den STADTSPIEGEL: „Hiermit protestiere ich gegen die Streichung des Einsatzwagens 59. Dieser Bus hat für die Kinder aus Blankenstein und Welper enorme Bedeutung.“ Und nicht nur die Gymnastiasten, sondern auch die Schüler der Realschule Grünstraße seien betroffen. „Ich plädiere daher für den Erhalt des E59“, so Thurau-Vetter weiter. „Die morgendliche Drängelei zeigt deutlich von einem Mehr-Bedarf an Buskapazitäten statt deren Zurücknahme.“
Dies bestätigt auch Anja Sauer, Erprobungsstufenkoordinatorin am Gymnasium Waldstraße: „Die Schüler berichten immer wieder, dass gerade mittwochs und freitags der E59 so voll ist, dass der Busfahrer sogar Probleme damit hat, die Türen zu schließen.“ Erst vor knapp zwei Jahren habe man erreicht das der E59 nicht erst an der Polizeiwache, sondern schon in Blankenstein-Welper abfährt. Warum er nun ganz gestrichen wird, versteht die Lehrerin nicht, zumal die Gefahr besteht, dass die Schüler morgens zu spät zum Unterricht kommen, da die Zeit zum Umsteigen in die Line CE31 mit zwei Minuten nur sehr knapp sei und somit schon eine geringe Verspätung reiche, um diese Anschluss-Linie zu verpassen.

Sandra Bruns, Pressesprecherin der Bogestra, erklärt auf Nachfrage des STADTSPIEGELS, dass der Wegfall dieses Ersatzwagens im Zusammenhang mit einer allgemeinen Änderung steht. „Nachdem wir uns alle Schulwege angeschaut haben, haben wir im November den Entschluss gefasst, dass wir mit einem neuen Konzept auf die rückläufige Schülerzahlen reagieren werden“, so die Bruns.

„Unsere Anmeldezahlen sind aber nicht rückläufig“, ärgert sich Anja Sauer über die Begründung. Innerhalb kürzester Zeit seien über 120 Unterschriften von Schülern zusammengekommen, die den Einsatzwagen einmal oder mehrmals wöchentlich nutzen. Außerdem gebe es einen Protest-Brief, informiert auch Dr. Heinz Niggemann, Schulleiter des Gymnasiums. „Außerdem werden auch an der Realschule Unterschriften von betroffenen Schülern gesammelt“, weiß Sauer.
Gerade für die jüngeren Fünftklässler wäre es eine Zumutung, sie morgens bei der Dunkelheit noch früher aus dem Haus zu schicken und sie in Eile umsteigen zu lassen. „Wenn der E59 tatsächlich wegfällt, könnte das dann auch wirklich Auswirkungen auf die Anmeldezahlen haben. Denn welche Eltern möchten ihren Kindern schon solch einen umständlichen Schulweg zumuten?“, gibt Anja Sauer zu bedenken. Man wolle doch nicht mehr, als dass diese fünf Fahrten - je eine von Montag bis Freitag - beibehalten werden.
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