„Mühlenviertel“ auf der Suche nach Veränderungen

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Eine „Ideenbox“ ist der neueste Coup der Geschäftsleute im „Mühlenviertel“, das die meisten nach wie vor noch als „Obere Heggerstraße“ kennen. Die Ideenbox steht in beteiligten Geschäften und soll die Kundschaft zu Ideen fürs neue „Mühlenviertel“ anregen. Unser Foto zeigt (vorne, jeweils v.l.) Richard Sodtke und Andrea Lietz, (hinten) Gabi Haupt, Udo Altenfeld, Barbara Stöcker und Daniela Pilolla. Foto: privat
 
Barbara Stöcker gehört zu den Motoren im „Mühlenviertel“. Sie war jetzt mit weiteren Geschäftsleuten zu einem von der IHK vermittelten Erfahrungsaustausch in Bochum. Foto: Birki
Hattingen: Mühlenviertel |

Es tut sich weiterhin etwas im Mühlenviertel, dem Bereich Obere Heggerstraße“ also. Wie berichtet, wollen sich die dortigen Geschäftsleute zu einem Verein oder einer Interssengemeinschaft zusammenschließen.

Jetzt war eine Abordnung von ihnen auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu einer Art Erfahrungsaustausch in Bochum. Mit dabei war auch Barbara Stöcker, eine der Ideengeberinnen fürs Mühlenviertel. Sie stand dem STADTSPIEGEL für ein Interview zur Verfügung.

STADTSPIEGEL: Frau Stöcker, wie kommen Sie als Vorstandsmitglied vom „Mühlenviertel“ dazu, sich ausgerechnet in der Metropole Bochum mit seinen rund 350.000 Einwohnern bei zwei Prestige-Objekten umzusehen? Wollten Sie Vergleiche mit Vorhaben im Mühlenviertel ziehen?
Barbara Stöcker: Als Erstes muss ich etwas richtig stellen. Noch gibt es keinen Verein oder eine vergleichbare Organisationsform, folglich bin ich auch kein Vorstandsmitglied. Als Initiatorin der Gesamtidee antworte ich aber gerne im Namen der Mitstreiter.
Zum Besuch in Bochum waren einige Geschäftsleute auf Grund einer Einladung von Herrn Kleinelümern, dem „Neuen“ von der IHK hier vor Ort. Diese Veranstaltung findet in der IHK Bochum als sogenanntes „Hinterhofgespräch“ statt und ist keine Besichtigungstour. Es geht um Kontakte, Vernetzung, Hilfestellung und ist ein Angebot an alle, die sich mit Verbesserung ihres Geschäftsumfeldes befassen.

Noch einmal nachgefragt: Lassen sich Bermuda-Dreieck und Bongard-Boulevard überhaupt mit Hattinger Verhältnissen vergleichen?
Die Grundproblematik, die hinter dieser Frage steckt, ist immer dieselbe: Was muss man verändern, damit Menschen sich gerne in einem bestimmten Bereich aufhalten, in dem man selbst beispielsweise etwas verkaufen oder vermieten möchte? Wie ändert man das schlechte Image einer Lage und wie macht man auf sich aufmerksam? Da können wir von Leuten, die das schon mit Erfolg gemacht haben, nur lernen.
Solche Hilfe hat man uns dort von kompetenter Seite angeboten. Als man sich in der Not 2001 in Bochum zusammengeschlossen hat, war auch nicht absehbar, dass das eine solche Erfolgsgeschichte wird.

Welche konkreten Erkenntnisse bringen Sie denn mit zurück ins Mühlenviertel und wie geht es überhaupt weiter im Mühlenviertel. Ist die Vereinsgründung schon über die Bühne gegangen?
Die Gründung eines Vereins oder einer Interessengemeinschaft ist der nächste Schritt, damit wir handlungsfähig sind. Zur Zeit erarbeiten wir unsere Satzung und die Zielsetzung. Dazu wird ganz konkret ab der kommenden Woche in den involvierten Gewerbebetrieben jeweils eine Box stehen, in die Anwohner, Immobilienbesitzer und Kunden in Schriftform ihre Vorstellungen einwerfen können. Wir wollen ja nicht am Bedarf vorbei planen. Wichtig ist, dass wir wahrgenommen werden.

Gerade der Eingangsbereich an Hüttenstraße, Welperstraße und Blankensteiner Straße als „Blickfang“ schon von weitem lag den Mühlenviertel-Geschäftsleuten ja am Herzen. Hat sich da im Zusammenhang mit Stadtverwaltung und Ideenschmiede schon etwas getan?
Für Ende September hat unsere Bürgermeisterin, Frau Dr. Goch, zu einem Gesprächs- und Ideenaustausch ins Alte Rathaus eingeladen. Dort hoffen wir abklären zu können, was die Stadt eventuell bereits für den Eingangsbereich „Obere Heggerstraße“ geplant hat und in wie weit wir selbst aktiv werden dürfen. Die Ideenschmiede, ein starkes Stück Hattingen, steht quasi Gewehr bei Fuß an unserer Seite, um sich mit Ideen und Manpower einzubringen. Auch Walter Ollenik, der gerade erst als Fachbereichsleiter Weiterbildung und Kultur in den Ruhestand gegangen ist, hat zugesagt, uns noch bei der künstlerischen Ausgestaltung zu begleiten.

Auf welche künftigen Veranstaltungen oder Vorhaben im Mühlenviertel dürfen sich die Hattinger denn schon einmal freuen?
Auf jeden Fall werden wir an den kommenden zwei verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen, also am 3. Oktober und dem verkaufsoffenen Advents-Sonntag am 15. Dezember wieder dabei sein. Am 3. Oktober ist beispielsweise wieder eine Modenschau geplant, weiter oben auf der Heggerstraße und der Welperstraße geht es vermutlich um das Thema „Kartoffeln“. Für das kommemde Jahr sind vier Aktionstage im Mühlenviertel angedacht.
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