Petrus, die Ludolfs und mehr sorgen für eine super Autoparty

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  Hattingen: Gebläsehalle | Na also, es geht doch: Nachdem Petrus im vergangenen Jahr kein Herz für die Hattinger und „Das Fest der Autoparty“ gezeigt hatte, meinte er es in diesem Jahr fast zu gut – zumindest am Samstag. Da blieben die Besucherzahlen auf dem Gelände des Westfälischen Industriemuseums Henrichshütte doch ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Vermutlich war es den meisten einfach zu heiß und ein Liegestuhl auf Balkonien verlockender als ein Besuch auf der größten Hattinger Auto-Show.
Show, das ist in der Tat das, was „Das Fest der Autoparty“ mittlerweile ausmacht. Nach den sehr guten Erfahrungen im vergangenen Jahr, als die Barden der Schlagerzunft trotz strömenden Regens die Fans anlockte, setzten die Autoparty-Mitglieder auch diesmal wieder auf die Vertreter der eher seichten Unterhaltungsmusik. Und das Konzept ging wieder voll auf.
„Wir von der Autoparty sind alle hochzufrieden mit unserer Veranstaltung“, bringt es der Autoparty-Vorsitzende Axel Lindemann dem STADTSPIEGEL gegenüber auf den Punkt. Er glaubt, dass das Wetter in diesem Jahr der ausschlaggebende Faktor gewesen ist – und die neue Anordnung der allein 18 Aussteller aus dem Bereich Auto und Zweirad: „Es ist gut angekommen, dass wir die Bühne von ihrem Randdasein mitten hinein geholt haben in die Veranstaltung. Diesmal bildeten unsere alles in allem gute Bewirtung mit ihren moderaten Preisen und die Bühne eine Einheit.“
Dass es am Sonntag bedeutend voller war als am Samstag, das liegt nicht nur nach Meinung von Axel Lindemann an drei Brüdern mit den Vornamen Manni, Peter und Uwe. Ihr Nachname: die Ludolfs! Sie waren trotz Fräulein Menke, den Fetenkrachern und Jörg Bausch die Stars auf dem diesjährigen Fest der Autoparty.
Axel Lindemann bringt es auf den Punkt: „Die Ludolfs wollten alle sehen. Allein deshalb war es am Sonntag schon bedeutend voller als am Samstag. Die meisten Besuchern kommen doch nur an einem Tag und wenn dann solche Zugpferde angekündigt sind, dann kommt die Leute natürlich, wenn die auftreten.“
Gut, über die gesangliche Leistung der drei Brüder aus dem Schwarzwald von dem wohl bekanntesten Schrottplatz Deutschlands hängen wir das Mäntelchen des Schweigens. Aber ihre Natürlichkeit, ihr Frohsinn, ja – und auch ihre Verschrobenheit, die kamen auch bei den Hattingern bestens an. Uwe, der seinem Namen als Casanova alle Ehre machte und jedes weibliche Wesen, das er zu fassen bekam, erst einmal abherzte, Manni, dem schon als Almkönig die Sympathien zuflogen und letztlich auch Peter, das Gehirn, den man nur auf den zweiten Blick erkannte, weil er seit der Fernsehserie sage und schreibe 70 Kilogramm abgenommen hatte ¬ sie alle „sangen“ wie bei ihren Auftritten am Ballermann Partyschlager und gaben anschließend Autogramme beim WH Autozentrum und bei Auto Hermes. Unglaublich, wie viele Autoparty-Besucher sich nach einer Unterschrift der Schrotthändler drängelten!
„Ein solches Zugpferd wie die Ludolfs, die brauchen wir eigentlich an beiden Tagen“, meint Axel Lindemann, und genau das möchte er seinen Kollegen beim nächsten Autoparty-Stammtisch vorschlagen – vorausgesetzt die Finanzierung ist zu stemmen. Keine Frage ist für ihn und seine Kollegen, dass die Zusammenarbeit mit den Wittener „Promotion-Profis“ Karsten Zierdt und Matthias Lutz fortgesetzt werden soll: „Das lief im letzten Jahr trotz des vielen Regens schon sehr, sehr gut und hat sich in diesem Jahr bestätigt, dass man die Masse durch deutsche Schlager erreicht.“
Während das Programm schon langfristig geplant werden konnte, ergab sich die Möglichkeit mit den Hubschrauberrundflügen erst ganz kurzfristig. Axel Lindemann: „Wir sind im letzten Jahr immer wieder darauf angesprochen worden, warum wir das nicht anbieten würden. Da haben wir gesagt, okay, versuchen wir es 2013 wieder. Es klappte im Vorfeld auch mit allen Behörden selbst auf Bundesebene hervorragend. Die einzigen Schwierigkeiten machte uns das Hattinger Ordnungsamt. Da wir letztlich alle Auflagen erfüllen konnten, klappten die Rundflüge in allerletzter Minute doch noch. Unter anderem hatten wir die Auflage, die Mittagsruhe zu achten und in dieser Zeit nicht zu fliegen. Komisch fanden wir da schon, dass es kein Problem für das DRK gab. Die durften ihren Rettungshubschrauber nämlich genau in der Mittagszeit starten und landen.“
Wie auch Autoparty-Mitglied Heiner Kost bestätigt, seien auch bei dieser Autoparty wieder viele positive Gespräche mit potenziellen Fahrzeugkunden geführt worden. Es werde sich nun innerhalb der nächsten beiden Wochen zeigen, inwieweit die sich in reale Geschäfte niederschlügen. Auch alte Kontakte und die untereinander seien gepflegt worden und die Autoparty dafür ein ideales Forum. Erstmals präsentierten sich beispielsweise mit BMW, die eine Mitgliedschaft anstreben, und Harley-Davidson, die bereits Mitglied der Autoparty sind, neue Anbieter auf dem Hüttengelände.
Ärgerlich für alle Teilnehmer war nach Auskunft von Axel Lindemann, dass ausgerechnet am Freitag, dem Tag also, an dem die Autos für „Das Fest der Autoparty“ aufs Ausstellungsgelände gefahren werden mussten, direkt am Eingang des Industriemuseums eine allgemeine Verkehrskontrolle anberaumt war. „Natürlich war es vom Gesetz her nicht korrekt, dass einige unserer Mitglieder die 300 Meter im Konvoi mit roten Nummernschildern nur am ersten und letzten Fahrzeug unterwegs waren“, schüttelt Axel Lindemann den Kopf. „Und selbstverständlich hätten sie auch in den Neuwagen, die so das kurze Stück überführt wurden, Warnwesten, Warndreieck und Verbandskasten mitführen müssen, obwohl die garantiert auf der Veranstaltung geklaut worden wären. Aber hätte man da nicht einmal ein Auge zudrücken können, weil die Fahrzeuge ja irgendwie aufs Gelände kommen müssen? Da machen wir ja keinen Unfug mit. Uns jedenfalls kommt das ein wenig wie reine Schikane vor.“
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