Sehnsucht Europa

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V.l. Sabine Keinhörster (Young Caritas), Dominik Spanke (Caritas EN), Pastoralreferent Udo Kriwett und Christine Krex von St. Peter und Paul haben eine nachdenkliche Aktion ins Leben gerufen. Foto: Pielorz
Hattingen: Young Caritas |

Die Nachrichten sind voll von Zahlen und Geschichten über Flüchtlinge, für die nach wie vor Europa das Ziel ihrer Sehnsucht ist. Doch viele von ihnen sterben auf dem Weg nach Europa. Viele ertrinken im Mittelmeer.

Dominik Spanke, Geschäftsführer des Caritas-Verbandes Ennepe-Ruhr mit Sitz in der Hattinger Bahnhofstraße, konnte die Meldungen einfach nicht mehr ertragen. Zusammen mit Sabine Keinhörster von „Young Caritas“ und Udo Kriwett, Pastoralreferent bei St. Peter und Paul, wollte man ein Zeichen setzen. „Wir sind uns alle bewusst, dass wir keine Lösungen für das Problem haben. Wir wollen auch die Politik völlig außen vor lassen, aber wir wollen dieser Menschen gedenken“. Dazu haben sie am Gitterzaun zwischen dem Caritas-Haus und der Kirche St. Peter und Paul Wäschestücke aufgehangen. Sie haben von Hans Hartung ein Foto erhalten, welches einen jungen Flüchtling aus Gambia zeigt. Seedy Saidykhan wurde nur 22 Jahre alt und ertrank schon im August 2014 auf seinem Weg nach Italien im Mittelmeer. Er wollte Lehrer werden. Auch dieses Foto hängt am Gitterzaun und irgendjemand hat eine Sonnenblume daneben befestigt.
Gleich vor der Kirche St. Peter und Paul steht ein kleines Schlauchboot mit Sand gefüllt. Darin ein Grabstein mit der Aufschrift „Sehnsucht Europa“. Das Schlauchboot soll auch seinen Standort wechseln, aber immer in der Nähe des Zaunes sein. „Wir wollen an die verstorbenen, vielfach ertrunkenen, Flüchtlinge erinnern“, so Udo Kriwett. Dazu wird es an drei Montagabenden, 18. Juli, 1. August und 22. August, jeweils 18 Uhr, in St. Peter und Paul ein Gebet geben.
„Aber wir wollen noch mehr. Die Menschen, die hier vorbei gehen, sollen sich des Themas annehmen. Sie sollen nachdenklich werden, darüber sprechen und vielleicht findet diese Idee auch noch Nachahmer an anderen Orten“, so Dominik Spanke.
Und in der Tat: Die Aktion fällt auf. Kinder fragen Erwachsene, was das ist und was auf dem Zettel steht. Und Erwachsene schauen hin, wirken betroffen. Ein Stückchen Nachdenklickeit in einer hektischen Zeit.
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