Sprockhöveler Maik ist „Mister Neuss“

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Maik Geilenbrügge gleich nach seiner Wahl zum „Mister Neuss“ zusammen mit seiner „Entdeckerin“ Britta Meyerling. Foto: privat
 
Und so wie auf diesem Foto bei seinem Besuch in der STADTSPIEGEL-Redaktion sieht Maik Geilenbrügge meistens aus: 80 Prozent des Tages, so schätzt der 23jährige Bankkaufmann, trage er Anzug. Foto: Römer
Hattingen: Hattingen |

Maik Geilenbrügge ist ein waschechter Sprockhöveler. Gerade eben wurde der 23jährige Mister Neuss. Mister Neuss? Als Sprockhöveler?

Wie das kam, das klingt fast wie in einem kitschigen Hollywood-Schinken. Maik Geilenbrügge, vom Beruf her Privatkundenberater bei der Volksbank in Sprockhövel, erklärt das so: „Vor zwei Jahren bin ich beim Karneval in der Hattinger Altstadt von einer Frau angesprochen worden. Sie meinte, ich sei ein interessanter Typ. Ja, ja, dachte ich so bei mir, was eine Anmache.“
War es aber nicht. Denn die gebürtige Hattingerin Britta Meyerling stellte sich als Dame mit seriösen Absichten heraus, verschaffte ihrem Schützling seine ersten Modeljobs. Da waren Kunden drunter wie die Weltfirma Haribo. Für die machte Maik Geilenbrüggen eine interne Kampagne, bei der es um die beliebten „Colorado“ ging, die dabei als Schmuckstücke präsentiert wurden.
Schließlich meldete Britta Meyerling Maik Geilenbrügge bei der Miss Germany Corporation an, die den Sprockhöveler auch gleich zu einer Städtewahl einlud. Diese sind Vorstufen zur Wahl des Mister Germany. Aber, Pech, eine Sportverletzung vermasselte ihm dieses erste Mal.

Titel gleich bei der ersten Teilnahme

Umso besser klappte es jetzt: Gleich bei seiner ersten Teilnahme wurde Maik Geilenbrügge „Mister Neuss“. In der Jury saßen dabei auch Model, Moderatorin und Schauspielerin Mirja du Mont sowie die amtierende Miss Germany Lena Bröder. Ihnen und dem großen Publikum präsentieren musste er sich, der höchstens mal im Urlaub von Frauen wegen des dann höheren Flirtfaktors angequatscht wird, in Freizeit-Outfit und mit freiem Oberkörper, in Jeans und Flip-Flops.
„Meine Familie ist schon stolz“, sagt Maik Geilenbrügge beim Gespräch mit dem STADTSPIEGEL, „vor allem mein Vater.“ Der amtierende „Mister Neuss ist der mittlere von drei Brüdern: „Ich wollte aber nicht, dass jemand von meiner Familie bei der Wahl dabei ist. Ich wusste ja nicht, wie das ausgehen würde. Ich hatte ja noch nie vorher an so etwas teilgenommen. Da hätte das auch in einer großen Enttäuschung enden können. Darum war es besser, dass niemand mit war – auch meine Freundin nicht.“
Auch seinen Kollegen bei der Volksbank hatte er vorher nichts erzählt. Aber als er Montagmorgen zur Arbeit kam, wurde er direkt von vielen auf die Wahl angesprochen. Sie hatten es wohl doch „irgendwoher“ erfahren…
Vor der Mister-Wahl musste der 1,89 Meter große und 84 Kilogramm schwere Sprockhöveler, der 2012 an der Gesamtschule Hattingen in Welper sein Abitur gemacht hatte, schwer schuften. Durch seine Sportverletzung hatte er Mühe, seine – wie er schmunzelnd erzählt – Sixpacks wieder zu bekommen.

Essen ist seine große Leidenschaft - und Sport

Da hieß es hungern beispielsweise. Das fiel ihm am schwersten, wie er gesteht. Essen nämlich, das ist eine große Leidenschaft von ihm. Gut muss es sein und viel, damit es dem Anti-Alkoholiker gefällt.
Damit der Körper aber immer noch stimmt, ist viel Sport in seinem Leben angesagt. Maik Geilenbrügge ist Turner beim PSV Ennepe, hatte als einziger Mann beim Projekt „Aschenputtel oder Wem gehört der verflixte Schuh?““ teilgenommen, worüber der STADTSPIEGEL ausführlich berichtet hatte, macht viermal in der Woche Fitness-Training, geht mindestens zweimal in der Woche joggen, läuft dabei jeweils einmal um den Kemnader See und an den Wochenenden arbeitet er wie seit seiner Schulzeit auch noch bei Trinkgut in Sprockhövel. Zwar hat sein Vater eine Gartenfirma, aber da hat er schnell gemerkt, dass das nichts für ihn ist.

"Nein, ich bin nicht Mario Gomez!"

Übrigens wird der 23jährige immer mal wieder mit dem Fußball-Star Mario Gomez verwechselt, musste daher schon für so manches „Selfie“ herhalten, auch wenn er versichert hatte, er sei es mitnichten. Daher heißt er in seinem Fußballverein SC Oberstüter auch „Gomez“ mit Spitznahmen und trägt auf seinem Trikot die 33, „aber der spielt besser als ich“, lacht Maik Geilenbrügge verschmitzt.
Durch seinen Titel als „Mister Neuss“ hofft der Sprockhöveler auf künftig ein, zwei Modeljobs mehr: „Klar ist es mein Traum, mal davon leben zu können. Aber irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen. Sicher ist so ein Stadttitel ein erster Schritt, aber eben auch nichts, um sich gleich etwas darauf einzubilden.“
Da setzt er lieber auf seinen Beruf. Anfang Juni fängt er ein Studium zum Bankfachwirt an: „Beruf und Ausbildung stehen bei mir auf jeden Fall an erster Stelle.“
Und im November geht es zur Wahl von Mister NRW. Dazu ist er seit seinem Titelgewinn vertraglich verpflichtet. Sonst muss er neben dem Titel auch noch seine Preise im Gesamtwert von knapp 2.000 Euro zurückgeben. Aber für Maik Geilenbrügge ist die Teilnahme Ehrensache.
Und warum sollte er, wenn er dabei wieder gewinnen sollte, als nächsten Schritt nicht sogar Mister Germany werden. Denn der Sprockhöveler straft alle Klischees Lügen, die gutes Aussehen gleichsetzen mit Oberflächlichkeit und Arroganz. Es stimmt nämlich einfach, wenn Maik Geilenbrügge selbst über sich sagt: „Wer mich kennenlernt, der merkt schnell, dass ich ein netter Kerl bin.“
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2 Kommentare
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Brigitte Frohmut aus Hattingen | 01.04.2016 | 18:40  
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Anja Kortmann aus Hattingen | 04.04.2016 | 16:31  
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