Stocking Socks und Chinese Food

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So sieht es in der Kirche aus, in der Katharina Besler (rechts) mit ihren Schutzbefohlenen, Menschen mit Behinderung, in der Weihnachtszeit zu Besuch war. Foto: privat
 
Schon in der Vorweihnachtszeit deutete sich die große Kälte mit viel Schnee an, unter der die Ostküste der Vereinigten Staaten noch heute zu leiden hat. Dies zeigt das Foto aus einer Wohnstraße aus Haverhill in der Nähe von Boston, wo die Sprockhövelerin Katharina Besler zurzeit wohnt.
Haverhill (Vereinigte Staaten): Boston | (von Katharina Besler)

Für ein Jahr in die USA, genauer in die Nähe von Boston, ist die junge Sprockhövelerin Katharina Besler (22) gereist. Sie wohnt und arbeitet dort in einer Art Wohngemeinschaft, in der sie behinderte Menschen betreut. Der STADTSPIEGEL berichtete ausführlich über ihren geplanten Freiwilligendienst für die „L‘Arche Irenicon“ in Haverhill. Hier meldet sich Katharina Besler mit einem dritten Zwischenbericht von dort über ihr Leben vor Ort und wie sie persönliche Weihnachten und den Jahreswechsel empfunden hat.

"Weihnachten hier ist doch sehr anders. Erst dachte ich, es ist nur der Tag, der einen Unterschied macht. Doch da wurde ich sehr schnell eines besseren belehrt.
Weihnachten hier findet am 25. Dezember statt. Das ist der Christmas Day. Ich beginne aber mal mit dem 24. Dezember, dem Christmas Eve. An dem Abend trifft man sich im Kreise der Familie und genießt Dinner gemeinsam. Ich habe mir sagen lassen, dass Christmas Eve mehr für die Erwachsenen ist und der Morgen am Christmas Day eher für die Kinder.
Ich habe versucht herauszufinden, was hier Typisches an Weihnachten gegessen wird. Das war gar nicht so leicht. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Es ist auf jeden Fall nicht so festlich wie in Deutschland! Hier gibt es sehr oft Turkey (Truthahn) und mashed potatoes (Katroffelpüree). Dies variiert aber, denn es gibt keine Tradition wie in Deutschland, wo man beispielsweise Sauerkraut und Würstchen macht oder Klöße mit Rotkohl und Ente.
Die meisten Amerikaner sind katholisch. Daher sind wir am Christmas Eve in die Kirche gegangen. Dort wurde sogar Stille Nacht auf Deutsch gesungen. Die Kirche war sehr festlich geschmückt - viele Lichter und rote Weihnachtssterne (nicht wirklich Sterne, sondern die Pflanze), wohin das Auge reichte. Es sah unglaublich schön aus!
Am Christmas Day, in den frühen Morgenstunden, hängen alle Stocking Socks am Kamin und werden mit Freude geöffnet. Danach werden üblicherweise die Geschenke ausgepackt.
Der New Years Eve - Silvester - verlief anders als geplant. Wir haben diesen mit zwei anderen Freiwilligen aus Syracuse und Rochester verbracht. Die Städte gehören beide zum Staat New York.
Am New Years Eve ist es typisch, zumindest hier in New England, dass man Chinese Food isst. Also haben wir das gemacht :) Es war sehr lecker aber nichts im Vergleich zu Raclette.
Im Staat Massachusetts ist kein Feuerwerk für Privatpersonen erlaubt. Also war es um Mitternacht total dunkel am Himmel, kein Feuerwerk und somit hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, als finde der Jahreswechsel gerade statt.
Alles in allem kann ich sagen, dass weder Weihnachten noch New Years Eve irgendwie festlich sind, so wie ich es erlebt habe. Da bin ich sehr froh, dass dies in Deutschland das komplette Gegenteil ist. Ich freu' mich jetzt schon darauf, Weihnachten und Silvester dieses Jahr wieder sehr festlich, wie ich es kenne, mit meiner Familie und Freunden zu feiern."

Katharina Besler aus Sprockhövel, zurzeit in Haverhill, USA
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2 Kommentare
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 14.01.2018 | 12:31  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 14.01.2018 | 16:35  
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