Von Menschen berührte Landschaften

Anzeige
Fotograf Udo Kreikenbohm vor Bildern seiner Ausstellung. Foto: Pielorz
Hattingen: LWL-Industriemuseum Henrichshütte |

Udo Kreikenbohm, vielen Menschen der Region bekannt als langjähriger Fotograf der Tageszeitung, seit 2014 als freier Fotograf unterwegs, hat in den vergangenen Jahren Zwischenräume fotografiert - Orte, denen wir kaum unsere Aufmerksamkeit schenken. Orte, die zwischen den Zielen liegen, Orte, die auch eine Geschichte der Überformung durch den Menschen erzählen. Ab Freitag, 23. Juni, 19.30 Uhr, präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) seine Arbeiten erstmals in der Ausstellung „Berührte Landschaften“ in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen im „Bessemer Stahlwerk“.

Die Arbeiten entstanden 2015 und 2016 auf Touren durch das gesamte Ruhrgebiet – etwa sechzig ausgewählte Fotografien sind nun auf Dibond-Platten in historischer Industriekulisse zu sehen. Dabei werden unter den Fotografien keine Hinweise auf die Standorte zu finden sein – wer mag, findet diese auf einer Ausstellungstafel. Denn eigentlich spielt es keine Rolle, wo genau diese Fotos entstanden sind – sie sind vom Ort austauschbar. Die rot-weiße Barke, die Schranke mitten im Wald, das Rapsfeld, die Gemüsefelder, die Autobahnabschirmungen – Kleinigkeiten und Alltäglichkeiten, die uns auf dem Weg zur Arbeit oder zur Wohnung begleiten. Die Aufnahme hier könnte auch dort gemacht worden sein.
„Ich habe Ausschnitte aus Landschaften fotografiert, dabei aber keinen Wert auf riesige Weiten gelegt. Viele Landschaftsfotografien sind romantischer Art, oft haben wir es mit Sonnenuntergängen – oder aufgängen zu tun oder mit besonders schönen Landschaften. Diese abzubilden war nicht mein Ziel. Die Fotos sind nicht romantisch, sie sollen zeigen, wie der Mensch in Landschaften Spuren hinterlässt. Unberührte Landschaften sind auf dieser Erde ja sehr selten geworden“, erklärt Udo Kreikenbohm.

Keine romantischen Bilder

Gegliedert in die thematischen Bereiche Industrie, Urban, Wege, Agrar, Wasser und Fremdes sind die Fotos von Menschen befreit. Ein gewollter Effekt, den der Betrachter soll sich gerade nicht die Frage stellen, wohin dieser Mensch geht, was er dort tut – er soll die vom Menschen berührte Landschaft auf sich wirken lassen. „Die Erde ist ein Mensch gemachter Park“ – der Satz des amerikanischen Landschaftsfotografen Michael Light findet sich in den Bildern wieder. Dabei sind die Fotos Momentaufnahmen. „Vom Menschen berührte Landschaft verändert sich stetig und ständig. Manche Orte, die ich fotografiert habe, sehen heute gar nicht mehr so aus“, so der Fotograf.
Die LWL-Kulturförderung und die Sparkasse Hattingen haben die Ausstellung möglich gemacht. Es gibt auch einen Katalog mit 120 Seiten. Die Ausstellung selbst ist bis zum 8. Oktober in Hattingen zu sehen – und geht danach möglicherweise auf Reise. Für die „Extraschicht-Besucher“ am Samstag, 24. Juni, ist diese Ausstellung selbstverständlich auch geöffnet.
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.