Wir sind Hattinger: Jan-Michael Richter

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Jan-Michael Richter. Foto: www.jamiri.com
 
Quelle: www.jamiri.com
Hattingen: Innenstadt |

Jan-Michael Richter wurde am 3. Mai 1966 in Blankenstein geboren und ist ein deutscher Comiczeichner. Seine Werke entstehen unter dem Künstlernamen „Jamiri“. Er ist ein Cousin des früheren Fußballspielers Mehmet Scholl, lebt heute mit seiner Frau Beate in Essen und ist durch zahlreiche Comics bekannt geworden.

Jan-Michael Richter besuchte von 1972 bis 1985 eine Waldorfschule in Bochum. Er selbst schreibt auf seiner Homepage dazu: „Als kleiner Junge war ich so dick, merkwürdig und weinerlich, dass meine Eltern beschlossen, mich auf eine Waldorfschule zu schicken. Bei dem Aufnahmegespräch 1971 wurde ich gebeten, einen Kreis in sechs Teile zu unterteilen. Ich malte fünf Kringel in den Kreis und grinste feindselig. Sie nahmen mich trotzdem. “ (www.jamiri.com) Apropos gemalt: In einem Interview 2014 erklärte der Künstler, seine Eltern und die Oma seien wohl die ersten gewesen, die die ersten Comics, infantiles Gekrakel, gelesen hätten. (Der Karriereplaner.de, Ausgabe WS 2013/14)
1985 begann er an der Ruhr-Universität Bochum Germanistik, Komparatistik und Philosophie zu studieren, wechselte aber 1986 in das Fach Kommunikationsdesign an der damaligen Universität-Gesamthochschule Essen. „Von damals ca. 3000 Bewerbern hatten sie 38 Leute aufgenommen. Etwa jeder von uns hielt sich also für den größten. Wir waren alle so um die 20, deshalb sei uns das verdammt nochmal gegönnt. Das geht nämlich vorbei.“ (www.jamiri.com) Schon während des Studiums arbeitete er einige Jahre als Zeichner für Werbeagenturen, bis er ab 1990 seinen Lebensunterhalt vorwiegend als Comiczeichner verdienen konnte. Während des Studiums waren es vor allem die angesagten Airbrush-Illus. „Jamiri“ berichtet, seine Großmutter habe ihm schon mit 14 Jahren zum Geburtstag „so ein Ding geschenkt, welches so gut wie an meine Hand angewachsen war.“
Bekannt wurde er damals auch als Hauszeichner des Ruhrgebiet-Magazin „Marabo“. Er publiziert monatlich Comics in aktuellen Zeitschriften, so im deutschen Studentenmagazin Unicum. 2003 bis 2012 war Jamiri Hauszeichner von Spiegel Online. Daneben veröffentlicht Jamiri Comic-Alben.
Das schreibt „Wikipedia“ über den Hattinger: „Nach der Definition von Comics (mehrere aufeinander folgende Bilder) ist Jamiri sowohl Comiczeichner als auch Cartoonist, da ein Teil seiner Zeichnungen aus nur einem Bild besteht. Er selbst bezeichnet sich als „Comiczeichner“.

Comics - aus dem Alltag

Jamiris Comics handeln meistens von seinem Alter Ego. Viele Geschehnisse sind tatsächlichen Ereignissen entlehnt. Die im Unicum-Hochschulmagazin abgedruckten Comics thematisierten den Kampf mit der dominanten Freundin, mit widerspenstigen Computern, kaputten Autos und zunehmendem Alter. Seine Frau Beate ist übrigens auch seine Muse. In einem Interview mit der taz 2003 heißt es: „Meistens sind es aber nicht die abstrusen und seltsamen Figuren, die Jamiri zu denken geben, sondern seine Frau und Muse Beate. Mit ihrer entwaffnenden Offenheit lässt sie den Künstler in jede kleine Falle tappen. Er: „Gibst du mir mal das Salz?“ Sie: „Warum? Hast du dir den Arm gebrochen?“ Das rote Herz, das im letzten Bild über ihm schwebt, hat trotzdem keinen Riss – hoffnungslos verliebt eben.“
Jamiri bewegt sich mit seinen Comics weitgehend auf privaten Themenfeldern. Auch gelegentliche Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragen werden in der Regel in Alltagsszenen verpackt. Er zeigt Widersprüche auf, indem er regelmäßig intellektuelle Höhenflüge und banale Alltagsaktivitäten verknüpft und zueinander in Kontrast stellt.“
Ein Tipp für den Traumjob? „Das ist schwierig. Mein Werdegang war ja sehr geprägt von schieren Zufällen. Und auch das Mantra „Qualität setzt sich eh durch“ ist in der Realität nicht viel wert. Vielleicht ist einfach starke Ambition schon die halbe Miete. So wie ich eigentlich lieber Romane schreiben wollte ... nun hab ich’s immerhin als Witzbildchenheini geschafft!“ (Der Karriereplaner.de, Ausgabe WS 2013/14).
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