Auch Katzen sind nur Menschen

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Das Rascheln der Blätter lockte das Kätzchen aus dem Unterholz und sie lugte vorsichtig mit ihrem Kopf zwischen den Zweigen hervor, um zu sehen, wer da kam.
Es war die Frau mit dem krummbeinigen kleinen Hund. Dieser Hund war zwar keine Gefahr für das Kätzchen, aber er war schon lästig, dieser kleine Hund, der weder schnell, noch clever genug war, um sie zu erwischen.
Vor allem störte er sie in den schönen Momenten, in denen sie müde von der nächtlichen Jagd, den Tag schlafend in der Sommersonne verbringen wollte. Sein Kläffen war schon lange vor seinem Auftauchen zu vernehmen und er hechelte vor seinem Frauchen daher, die bewaffnet mit einem Milchschälchen das Kätzchen einfangen wollte.

Brrrrr, das Kätzchen schüttelte sich bei dem Gedanken, denn nichts lag ihm ferner, als der Wunsch, bei so einer Frau zu leben.
Manche Menschen waren ganz nett. Sie fütterten das Kätzchen und machten ihm Komplimente. Sie durften es auch streicheln und ließen es wieder laufen, wenn es seinen Unwillen mit einem kleinen, aber unmissverständlichem Hieb der Pfötchen kundtat.
Die Frau mit dem Milchschälchen gehörte zu der Art von Menschen, die das Kätzchen nicht mochte. Die Stimme war so fürchterlich schrill und das „ Kooomm Kitty, Kitty, Kitty“ schmerzte dem kleinen Tier in den Ohren.
Solange andere Menschen zugegen waren, blieb die Frau nett und freundlich, aber erst gestern hatte sie ihr wahres Gesicht gezeigt! „Du miese kleine Ratte, Dich krieg ich auch noch“ giftete sie wütend vor sich hin, weil das kleine Kätzchen gar nicht daran dachte, die Milch zu trinken und sich fangen zu lassen.
Bis zum kalten Winter war noch Zeit und wer wusste schon, was der nächste Tag brachte?
Sie hatte sich schon einen netten Menschen ausgesucht und würde ihn bald mit ihrer Anwesenheit erfreuen. Der Mann hatte eine schöne und ruhige Stimme. Er brachte ihr hin und wieder ein wenig von diesem leckerem Futter aus einer Dose und streichelte sie nur so lange, wie sie es zuließ. In der Gedankenwelt der kleinen Katze war dieser Mensch ein durchaus akzeptabler Zeitgenosse, dem sie sich eine Weile anschließen würde.
Jetzt aber blieb sie auf den aufgewärmten Steinen liegen und schnurrte behaglich vor sich hin.

Kleiner Nachtrag:
Diesen Beitrag widme ich den Brüsselern, die auf Ihre Art den Terror verarbeiten, indem sie Katzenbilder ins Netz stellen.
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8 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 24.11.2015 | 20:50  
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Angelika Maier aus Moers | 25.11.2015 | 04:58  
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Martina Janßen aus Hattingen | 25.11.2015 | 20:00  
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Heiko Müller aus Dortmund-City | 26.11.2015 | 15:04  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 10.12.2015 | 11:44  
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Martina Janßen aus Hattingen | 11.12.2015 | 16:05  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 04.01.2016 | 15:46  
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Martina Janßen aus Hattingen | 05.01.2016 | 19:41  
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