Henrichshütte Hattingen: Fischsterben an den Löschteichen

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Nach dem Abpumpen spritzte das THW Hattingen das Wasser zurück in die Löschteiche. So konnte es sich wieder mit Sauerstoff anreichern. Foto: privat
 
Einer der Fische, die qualvoll in den Löschteichen im Henrichspark aus Sauerstoffmangel erstickt sind. Foto: privat
Hattingen: Löschteiche |

Ein schrecklicher Anblick. Tote Fische zuhauf, die mit aufgeblähten Bäuchen nach oben gekehrt tot im Wasser der Löschteiche im Gewebe- und Landschaftspark Henrichshütte trieben.

Was am Sonntag mehr oder minder zufällig von Mitgliedern des Angelsportvereins ASV Henrichshütte entdeckt worden war, setzte eine große Kette an sofortigen Hilfsmaßnahmen in Gang.
Die Angelsportler benachrichtigten sofort die vom Ennepe-Ruhr-Kreis bestellten und verpflichteten Fischerei-Aufseher über ihre Entdeckung. Die wiederum setzten umgehend die Untere Landschaftsbehörde und die Untere Wasserbehörde in Kenntnis. Und wie in fast allen Schadensfällen natürlich auch die Feuerwehr der Stadt Hattingen.
„In gemeinsamer Absprache“, so Walter Banhold vom Vorstand des ASV Henrichshütte, „haben wir uns dazu entschlossen, auch das Technische Hilfswerk hinzuzuziehen. Das war praktisch umgehend bei uns vor Ort an den so genannten ,Henrichsteichen‘.“
Das THW hat mit vier leistungsstarken Pumpen Wasser aus den Teichen zunächst abgepumpt und dann wieder mit Schläuchen zurück gespritzt.
Walter Banhold: „Dadurch hatte das Wasser genügend Zeit, sich wieder mit ausreichend Sauerstoff anzureichern. Denn die Ursache für das Fischsterben war Sauerstoffmangel. Und die toten Fische müssen schon vor einer ganzen Zeit erstickt sein und ein paar Tage am Teichboden gelegen haben, denn sie treiben erst durch Faulgase an die Oberfläche.“
15 Hechte zwischen 80 und 95 Zentimetern und auch kleinere Raubfische wie Barsche, aber selbst die an sich widerstandsfähigen Rotfedern sind dem fehlenden Sauerstoff in den Teichen zum Opfer gefallen und wurden von ehrenamtlichen ASV-Mitgliedern abgefischt und entsorgt.
Warum die Diagnose „Tod durch Ersticken“ so klar ist, erläutert der ASV-Experte Walter Banhold so: „Das ist an den Kiemen zu erkennen. Bei Sauerstoffmangel sind die ganz blass, bei kerngesunden Fischen jedoch tief dunkelrot. Außerdem haben wir gesehen, wie andere Fische an der Oberfläche regelrecht nach Luft schnappten.“

Einsatz der Helfer dauerte rund sieben Stunden

Rund sieben Stunden zog sich der Einsatz der Helfer am Sonntag hin. Am Montagmorgen konnte sich Walter Banhold persönlich davon überzeugen, dass es den überlebenden Fischen zum Glück wieder gut geht.
Was ihn und die anderen ASV-Mitglieder in diesem Zusammenhang so ärgert, ist die Unvernunft mancher Zeitgenossen. „Die Hattinger müssen uns dabei helfen, dass so ein Fischsterben nicht wieder geschieht. Wir haben beim Durchwaten im schlammigen Boden Unmengen an Rückständen organischen Mülls aufgewühlt: Gras, Zweige, Brot, Brötchen, Essensreste, Papier – alles, was fault, zählt dazu. Vor allem aber das Füttern der Wassertiere, das sowieso verboten ist, sehen wir als Grund für das Fischsterben an. Wir können nur an alle Mitbürger appellieren, das zu unterlassen.

Entenbrot ist Ententod

,Entenbrot ist Ententod‘ ist nicht nur ein Spruch, sondern entspricht der Wahrheit. Dabei fressen vor allem junge Enten in erster Linie Insekten. Durch das Füttern mit Brot werden weitere Vögel angelockt, die das stehende Wasser mehr und mehr mit Kot verunreinigen. Beim Zersetzen organischen Mülls wird dem Wasser Sauerstoff entzogen, es bilden sich Algen und Faulgase. All das trägt zum Umschlagen des stehenden Gewässers bei. Denn machen wir uns nichts vor. Die Löschteiche sollen und sehen auch naturnah aus, doch sind sie nichts anderes als technische Bauwerke. Daher müssen wir besonders sorgsam mit dem für die Fische lebensnotwendigen Element Wasser darin umgehen.“
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1 Kommentar
Roland Römer aus Hattingen | 07.07.2015 | 17:08  
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