Wasserkraftwerk Kemnade

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Das Wasserkraftwerk am Kemnader See. Foto: Pielorz
 
Das Wehr am Kemnader See. Foto: Pielorz
Hattingen: Kemnader See |

Die Ruhr ist einer der sechs größeren Nebenflüsse, die innerhalb von Nordrhein-Westfalen nach einer Länge von rund 219 Kilometern in Duisburg in den Rhein münden. Der Ruhrverband betreibt acht Talsperren mit einem Gesamtvolumen von 463 Millionen Kubikmetern.

Bezogen auf ein einzelnes Flussgebiet ist dies das größte zusammenhängende Talsperrensystem in Deutschland. Hauptfunktion der Talsperren ist die Sicherung der Wasserversorgung für rund 4,6 Millionen Menschen. Neben den acht Talsperrenmauern und -dämmen ist der Ruhrverband verantwortlich für den Betrieb und die Unterhaltung von 47 Pegeln und 33 Niederschlagsmessstationen sowie für die wasserbauliche Betreuung von 14 Wasserkraftanlagen. Sämtliche Staustufen werden zur Erzeugung von Strom durch Wasserkraft genutzt. Hierzu sind die Stauseen mit Wasserkraftanlagen ausgerüstet. Als bisher letzte Staustufe im Ruhrlauf wurde im Jahr 1979 der Kemnader See fertiggestellt. Im Oktober 2011 wurde das 5,5 Millionen Euro teure Wasserkraftwerk am Kemnader See festgestellt.

Wasserkraft am Kemnader See

Die Spaziergänger am See können die Turbine an der Nordseite des dortigen Wehres nicht sehen, denn die komplette Anlage liegt einige Meter weit unter der Erde. Was man sieht, sind die Wassermassen. Das Kraftwerk besteht aus einem Einlaufkanal, dem unterirdischen Krafthaus zum Einbau einer Kaplanturbine mit senkrechter Welle und dem daran anschließenden Auslaufbereich. Mit Ausnahme des Auslaufs wurden alle Neubauten in ein früheres Betriebsgelände integriert. Dabei überqueren der Turbineneinlauf und der Fischpass den bestehenden Kontrollgang des Wehrs, bevor das Wasser unterhalb der Fußgängerbrücke wieder in die Ruhr geleitet wird. Die Turbine selbst hat vier gewaltige Flügel mit über drei Metern Durchmesser, die aussehen wie ein Propeller oder eine riesige Schiffsschraube und ist das Herz des Werkes. Sie liegt unter einem rund 100 Quadratmeter großen Raum, abgetrennt durch eine Betondecke und einen stählernen Deckel.
Mit Hilfe des anströmenden Ruhrwassers wird dort so viel Strom erzeugt, dass rund 1200 Haushalte ein ganzes Jahr lang versorgt sind oder jährlich rund 3,7 Millionen Kilowattstunden Energie. Es ist 100-prozentiger Ökostrom. Pro Jahr werden so mehr als 2.000 Tonnen CO2 eingespart.
Vorher lief das Seewasser energetisch völlig ungenutzt einfach die Wehranlage hinab.
In einem Zuflusstunnel aus Beton - acht Meter breit und 2,5 Meter groß - rauscht das Wasser vom See jetzt mit gewaltigem Druck gegen diese gewaltigen Flügel und treibt sie an. Maximal 35 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen dort hinein. Die Flügel bringen wiederum eine senkrechte Welle, sozusagen die Achse der „Schiffsschraube“, zum Rotieren. 91 Mal dreht sie sich pro Minute. Diese Bewegungsenergie wandelt ein spezielles Getriebe in 1000 Umdrehungen pro Minute um. Ein Generator erzeugt daraus Strom - bis zu 677 Kilowatt. Über eine Schaltanlage (10 Kilovolt) speisen die Stadtwerke den Strom schließlich ins Netz. 3,7 Millionen Kilowattstunden produziert das Kraftwerk pro Jahr.
Verkauft wird der Strom vom Besitzer und Betreiber des Wasserkraftwerkes, der Lister- und Lennekraftwerke GmbH. Das ist eine Tochter des Ruhrverbandes.
In das neue Wasserkraftwerk wurde auch eine Fischaufstiegs- und Fischschutzanlage eingebaut. Sie ermöglicht es Wanderfischen, unbeschadet zu ihren Laich- und Aufwuchsgebieten zu gelangen.
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