1,7 Millionen Euro: Neue Wohncontainer für Flüchtlinge

Anzeige
Links in der Werksstraße leben 168 Flüchtlinge, in den neuen Wohnmodulen werden weitere achtzig Menschen eine Bleibe finden. Fotos: Pielorz
 
In einer Küche im oberen Stockwerk der Wohnmodule machen sich ein Bild von den Arbeiten und zukünftigen Wohnverhältnissen (v.l.) Beigeordnete Beate Schiffer, Baudezernent Jens Hendrix, Bauleiter Klaus Thomanek und Bürgermeister Dirk Glaser
Hattingen: Flüchtlingsunterkunft |

Rund 500 Flüchtlinge leben in Hattingen, die der Stadt auf normalem Wege zugewiesen wurden. Dazu kommen derzeit 200 Flüchtlinge in der Notunterkunft. Wohnraum ist knapp und deshalb hat die Stadt in Wohncontainern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Asylunterkunft an der Werksstraße 25 Wohncontainer für rund achtzig Menschen gebaut. Ab nächster Woche sind sie bezugsfertig.

Rund 1,7 Millionen Euro haben die zweigeschossigen Container gekostet. Was von außen sehr nach Container aussieht, entpuppt sich innen als kleine Wohnung auf guten Niveau. Zu jeder Wohneinheit, die selbstverständlich abschließbar ist, gehören eine Küche und ein kleines Bad sowie zwei Räume, die jeweils rechts und links von der Küche abzweigen. Noch sind die Räume leer, doch sie bekommen Etagenbetten, Spinde, Tische und Stühle. Bis zu vier Personen pro Raum sollen hier leben und dann ist der kleine Raum auch ziemlich voll. Im Idealfall wird dies eine Familie sein, es kann sich aber auch um Einzelpersonen handeln, die in Wohngemeinschaften zusammengefasst werden.
„Soweit wir dies beeinflussen können, werden wir auf Personen zurückgreifen, die schon etwas länger hier leben und die wir kennen“, erläutert Sozialdezernentin Beate Schiffer. Den Grund dafür benennt Baudezernent Jens Hendrix klar: „In den Flüchtlingseinrichtungen wird viel zerstört und gestohlen. Wenn wir morgens Seifenspender montieren, finden wir diese oft nachmittags auf Online-Portalen in den Kleinanzeigen als zu verkaufende Objekte. Wir haben ja Hausmeister vor Ort, aber die können eben auch nicht alles kontrollieren und manchmal finden wir den Verursacher auch nicht. Viele Toiletten werden zerstört, vermutlich, weil man sich auf den Schüsselrand stellt. In den neuen Wohncontainern wollen wir versuchen, mit uns bekannten Personen gegenzusteuern und so die Zerstörung zu verringern.“

Ab November bezugsfertig

Aufenthalts- oder Gemeinschaftsräume gibt es nicht, dafür aber Fernsehanschluss, Telefon und W-LAN. „Die Gemeinschaftsräume mit Kinderbetreuung in den angrenzenden Werksstraße 25 (hier leben 168 Menschen) können mitbenutzt werden. Hier fielen sie den Sparzwängen zum Opfer“, so Schiffer. Es gibt allerdings einen Abstellraum für Fahrräder und Kinderwagen sowie einen Raum mit Waschmaschine und Trockner. Und: Schon heute gibt es Anfragen von Flüchtlingen, dort einziehen zu wollen. Und ja, es gibt auch Neid auf diejenigen, die dort eine Bleibe finden. „Aber wir bestimmen diejenigen, die hier wohnen werden“, zeigt sich Schiffer kompromisslos. Dass die vielen weißen Wände von Kindern unter Aufsicht da und dort bunter werden können, hält sie für möglich. Dass die Einrichtung inklusive Küche und Sanitär pfleglich behandelt wird, hofft nicht nur Beate Schiffer.

In Sprockhövel gehört Ulli Winkelmann zu den Bürgermeistern, die angesichts der prognostizierten Zahlen für 2016 den Brandbrief der Politiker an Angela Merkel und Hannelore Kraft auch unterschrieben haben - trotz eines großen ehrenamtlichen Engagement der Bürger.

So helfen Sie richtig


Alle, die Flüchtlingen in dern Notunterkunft an der talstraße helfen möchten, zum Beispiel mit Sport-, Spiel oder Sprachangeboten, können sich beim ASB melden: Kirsten Schafer, Telefon 0178/4049526.

Der Fachdienst für Integration und Migration des Caritas Verbandes Ennepe-Ruhr vermittelt gerne Freiwillige, die zum Beispiel patenschaften für Asylsuchende übernehmen möchten, dei der sprachlichen Betreuung helfen möchten, frendsprachliche Stadtführungen machten möchten oder Analphabeten helfen wollen. Kontakt: Werner Buhl-Pompös, Telefon 02324/2 20 95.

Die evangelische Kirchengemeinde Winz-Baak hat ein Spendenkonto für die Flüchtlingshilfe Hattingen eingerichtet: Ev. Kirchengemeinde Winz-Baak, IBAN: DE43 4305 1040 0005 7134 09, BIC: WELADED1HTG; Verwendungszweck: „Flüchtlingshilfe“.

Für Kleider gibt es eine Spendenannahmestelle an der Alten Feuerwache in der Friedrichstraße 6-8. Montags zwischen 16 und 19 Uhr können dort gut erhaltene Kleidungsstücke abgegeben werden. Die Abgabe an Flüchtlinge erfolgt mittwochs, 16 bis 19 Uhr. Weil hier öfter aufgrund der Lagerkapazitäten ein Spendenstopp existiert oder nur bestimmte Dinge gesucht werden, sollten sich Spender vorher auf der Homepage der Stadt Hattingen unter dem Flüchtlings-Button informieren.

Wertvolle Tipps zum Thema Hilfe und Ehrenamt erteilt auch die Frewilligenagentur Hattingen, Bahnhofstraße 31b. Ansprechpartner Andreas Gehrke, Telefon 02324/393991.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
10 Kommentare
2.539
Wolfgang Wevelsiep aus Hattingen | 23.10.2015 | 17:33  
7
Steffi Bienick aus Hattingen | 24.10.2015 | 17:41  
2.539
Wolfgang Wevelsiep aus Hattingen | 24.10.2015 | 19:02  
2.539
Wolfgang Wevelsiep aus Hattingen | 25.10.2015 | 21:35  
10.199
Dr. Anja Pielorz aus Hattingen | 26.10.2015 | 08:33  
7
Steffi Bienick aus Hattingen | 26.10.2015 | 09:31  
10.199
Dr. Anja Pielorz aus Hattingen | 26.10.2015 | 12:36  
297
Marc Ruhl aus Hattingen | 26.10.2015 | 13:16  
59
Marco Schembri aus Hattingen | 27.10.2015 | 12:54  
1.575
Martina Janßen aus Hattingen | 27.10.2015 | 23:45  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.