Armuts- und Reichtumsbericht NRW

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Jetzt veröffentlicht: Der Sozialbericht NRW 2012 im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Auszug aus dem Sozialbericht: Relative Einkommensarmut

Im Jahr 2010 galt in Nordrhein-Westfalen als einkommensarm, wer über ein gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen von monatlich weniger als 815 Euro (= 60 % des mittleren Einkommens in Nordrhein-Westfalen) verfügte. Personen in Einpersonenhaushalten sind armutsgefährdet, wenn ihr Einkommen unter dieser Schwelle liegt. Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern im Alter von unter 14 Jahren gelten als einkommensarm, wenn das Haushaltsnettoeinkommen unter 1.711 Euro im Monat liegt.

Mehr als jede siebte Person in Nordrhein-Westfalen war im Jahr 2010 von relativer Einkommensarmut betroffen (14,7 %). Damit hat sich die Armutsrisikoquote in den vergangenen fünf Jahren kaum verändert (2005: 14,6 %) und liegt in Nordrhein-Westfalen auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland (14,5 %). Innerhalb Nordrhein-Westfalens gibt es deutliche Unterschiede. Im Ruhrgebiet lag die Armutsrisikoquote bei 17,9 % und im Münsterland bei 11,8 %. Kinder und junge Erwachsene tragen ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. Fast jedes fünfte Kind im Alter von unter 18 Jahren (19,9 %) und 22,5 % der 18- bis unter 25-Jährigen leben in einem einkommensarmen Haushalt.

Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Personen in kinderreichen Paarhaushalten (mit drei oder mehr Kindern) unterliegen einem stark überdurchschnittlichen Armutsrisiko (37,6 % bzw. 27,3 %). Erwerbslosigkeit führt zu einem deutlich erhöhten Armutsrisiko. Mehr als die Hälfte der Erwerbslosen (51,7 %) ist von relativer Einkommensarmut betroffen. Geringqualifizierte sind zu einem wachsenden Anteil von relativer Einkommensarmut betroffen. Die Armutsrisikoquote der Geringqualifizierten ist von 23,1 % im Jahr 2005 auf 28,0 % im Jahr 2010 gestiegen.

Mehr als jede vierte Person mit Migrationshintergrund ist von relativer Einkommensarmut betroffen (28,6 %), bei Personen ohne Migrationshintergrund gilt dies nur für jede zehnte Person (10,4 %).

Lesen Sie den vollständigen Bericht (PDF) des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam gegen Armut ... Hattingen solidarisch e.V.
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Bernhard Ternes aus Marl | 06.12.2012 | 22:52  
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