Hattinger Jugendparlament: Freude am Engagement

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Gehörten auch zu denjenigen, die an der Marie-Curie-Realschule in Holthausen ihre Stimmzettel für die Wahl zum Jugendparlament abgaben: Lukas Rosenstengel, Dominik Radziminski und Dustin Schmidt. Mit dabei sind auch die Wahlhelfer Nadja Polleiß, Amelie Schaldach, Maximilian Lemke und der Sprecher des Jugendparlaments, Dede-Mikail Akcay. Foto: Kosjak
Hattingen: Marie-Curie-Realschule | (von Dino Kosjak)

Im Wahlraum hängen die Plakate aus. Darauf stellen sich die sieben Kandidaten ihren Mitschülern vor. Neben ihren Fotos erklären sie in Handschrift, was von ihnen zu erwarten ist, wenn sie für die Marie-Curie-Realschule ins Hattinger Jugendparlament einziehen dürfen.

Einige halten es allgemein: Sie wollen sich für die Interessen der Schüler einsetzen. Andere werden konkret: Eine schönere Schulfassade oder gar freies WLAN in Hattingen sind ihre Anliegen.
Vor die Plakate drängen Schüler, bevor sie hinter einem Sichtschutz ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen.
Wofür sollen sich ihre gewählten Vertreter einsetzen? Ein neues Kino in Hattingen wäre ein tolles Projekt, sind sich viele einig. Oder mehr Sportplätze mit Kunstrasen statt Asche – damit ein Sturz nicht mehr so weh tut.
Das Jugendparlament vertritt Kinder- und Jugendinteressen gegenüber den Hattinger Politikern. Es besteht aus Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren, die für zwei Jahre gewählt werden. Sechs Hattinger Schulen stellen jeweils drei Parlamentarier.
Vor Ort ist auch Olaf Jacksteit vom städtischen Fachbereich Jugend. In zahlreichen Klassenbesuchen hat er den Schülern die Arbeit des Jugendparlaments vorgestellt.

Erfolge bislang: Graffiti-Flächen und Dirtbike-Anlage

Die Parlamentskandidaten müssten sich erst einmal finden, sagt er. Immerhin bringe das Amt auch zusätzliche Belastung neben Schule, Freizeit und Familie. Denn zu tun gebe es vieles. Ein bis zwei Male im Monat kommen die Parlamentarier zusammen, um Anliegen zu beraten. Zu den bisherigen Erfolgen zählen Spendensammlungen für Flüchtlinge, die Freigabe von Graffitiflächen und die Einrichtung einer Skateboard- und einer Dirtbikeanlage.
Gerade letztere sei ein gutes Beispiel für die Arbeit des Parlaments, betont Olaf Jacksteit. Denn die ältere Generation habe nicht einmal gewusst, was Dirtbikes seien – besonders robuste und wendige Mountainbikes, die auf abenteuerlichen Rennstrecken sogar akrobatische Einlagen erlauben. „Ohne die Jugendlichen wäre niemand auf so eine Idee gekommen.“
Die eintreffenden Schüler melden sich zunächst am Tisch der Wahlhelfer Nadja Polleiß, Amelie Schaldach und Maximilian Lemke. Die drei wohnen in Sprockhövel und wachen als neutrale Beobachter über den korrekten Ablauf der Wahl.
So ganz unbeteiligt seien sie allerdings nicht, schmunzeln sie. Schließlich verbringen sie viel Zeit in Hattingen. So beeinflusst die Arbeit des Jugendparlaments auch ihr Leben.
Mit Dede-Mikail Akcay steht auch ein erfahrener Parlamentarier für Fragen bereit. Er ist einer von zwei Sprechern des Jugendparlaments, wird zu politischen Gesprächen eingeladen und weiß von guten Erfahrungen zu berichten: Bürgermeisterin Dagmar Goch und Kulturdezernentin Beate Schiffer gehören zu seinen Gesprächspartnerinnen. „Die nehmen uns ernst“, freut er sich.“ Auch seinen Mitschülern höre er gerne zu: „Ich muss ja wissen, was sie von uns erwarten.“
Seine zweijährige Amtszeit als Sprecher endet bald. Doch er habe Gefallen an der Arbeit gefunden. „Ich möchte mich auf jeden Fall weiter im Parlament engagieren.“
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1 Kommentar
Roland Römer aus Hattingen | 17.03.2015 | 12:58  
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