Hattingerin bei der Weltfrauenkonferenz in Nepal dabei

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Angélica Urrutia mit dem Bildband zur Weltfrauenkonferenz in Nepal. Foto: Pielorz
 
Auf der Weltfrauenkonferenz. Angélica Urrutia ist in der Bildmitte zu sehen. Foto: privat
Hattingen: Zentrum für bürgerschaftliches Engagement |

Im Frühling fand in Kathmandu/Nepal die zweite Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen statt. Die in Chile geborene Hattingerin Angélica Urrutia war als stellvertretende Europa-Koordinatorin dabei. Die Konferenz, die 2011 zum ersten Mal in Venezuela stattfand, stand unter dem Motto „Frauen erklimmen die höchsten Berge“.

Mehr als 1300 Frauen aus 48 Ländern waren nach Nepal gekommen. „Es hätten noch mehr sein können, aber nicht alle Frauen hatten die Gelegenheit zu kommen“, berichtet Angélica Urrutia. „Beispielsweise fehlten die Frauen aus der Bergarbeiter-Region in Asturien in Spanien. Manche von den Frauen haben einfach nicht die finanzielle Unterstützung durch einen Verband oder einen Verein und sie können sich selbst diese Konferenz nicht leisten. Im werde im November nach Spanien reisen und vor Ort mit den Frauen sprechen.“
Angélica Urrutia lebt seit 1979 in Hattingen. Zur Zeit arbeitet die Sozialpädagogin oft mit Flüchtlingen zusammen. Ihr Herz schlägt für die Frauenbewegung. Organisiert ist sie im Frauenverband Courage. Dieser wurde 1991 von 63 Frauen gegründet und ist mittlerweile in Deutschland und international im Einsatz. Auch in Hattingen gibt es eine Gruppe. Angélica Urrutia ist die Ansprechpartnerin und unter der Rufnummer 02324/30337 zu erreichen.
„Die Internationale Frauenbewegung erlebte in den siebziger Jahren aufgrund des steigenden Selbstbewusstseins der Frauen einen Aufschwung. Es gab viele verschiedene Organisationsformen bis hin zu einer Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen. Doch es wuchs die Einsicht, dass eine Frauenbewegung, die sich auf den Geschlechterkampf konzentriert, die Probleme der Frauen nicht lösen kann. Es musste eine Form gefunden werden, in der sich Basisfrauen auf internationaler Ebene treffen konnten. 2006 wurde vom Frauenpolitischen Ratschlag in Deutschland eine solche Weltfrauenkonferenz vorgeschlagen, die dann 2011 auch zum ersten Mal stattfand. Sie soll nun alle fünf Jahre irgendwo auf der Welt veranstaltet werden.“

Förderung der internationalen Zusammenarbeit

Das Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit von Frauen zu fördern. „Die Mächtigen der Welt arbeiten schon lange zusammen. Für viele Frauen ist das Neuland. Wir müssen ein Netzwerk aufbauen und Wege finden, uns gegenseitig zu verstehen und zu helfen. Für viele Frauen sind Themen wie Freiheit, Eigenständigkeit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Eigentum und Umweltschutz sehr wichtig. Aber sie betrachten ihre Sorgen oft nur für sich oder ihr Land. Das muss sich ändern“, so Angélica Urrutia.
Frauen, so die Hattingerin, müssen sich organisieren, müssen sich gegen patriarchalische Strukturen wehren und für die Emanzipation der Frau kämpfen. „Das geht höchst praktisch. So hat beispielsweise eine Freundin von mir, Jamina Prpic, 2006 die ‚Anwältinnen ohne Grenzen‘ gegründet. Sie kommt ursprünglich aus Bosnien Herzegowina und lebt seit 1992 in Deutschland. 2012 wurde die Rechtsanwältin Trägerin des Preises ‚Frau Europas‘.“
Viele Probleme der Frauen seien weltweit gleich. „Sie müssen sich gegen Armut und Unterdrückung zur Wehr setzen. Sie kämpfen gegen ein System, welches sie ausbeutet. Deshalb ist die internationale Bewegung so wichtig, denn es muss das Bewusstsein entstehen, nur gemeinsam auch die Ziele erreichen zu können.“
Blauäugig ist Angélica Urrutia nicht. Sie weiß, wie schwierig es ist, im kleinen Hattingen Menschen für diese internationalen Ziele zu begeistern. Sie zeigt ein Buch mit dem Titel „Die Frauen dieser Welt“ mit beeindruckenden Fotos von der Weltfrauenkonferenz in Nepal. Silke Treusch und Florian Aicher haben es im Eigenverlag herausgegeben. Es enthält auch die Resolution, die in Nepal verabschiedet wurde. „Die Arbeit in Nepal bestand vor allem aus verschiedenen Workshops, aus der Teilnahme an der Generalversammlung mit 74 Delegierten aus vierzig Ländern und natürlich an der Eröffnungsdemonstration. Frauen aus der ganzen Welt wollen gehört werden. Vor der nächsten Weltfrauenkonferenz ist auch ein internationales Seminar in Planung. Nur gemeinsam und in gegenseitiger Kommunikation werden wir etwas gegen die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen ausrichten können.“
Angélica Urrutia sitzt im neuen Bürgerzentrum am Holschentor, als sie über die Weltfrauenkonferenz erzählt. Das hat sie auch in einem Vortrag getan. Sie spricht im Internationalen Frauencafé mit Frauen aus aller Welt und plant auch eine visuelle Darstellung mit Fotos und Zeitdokumenten. Angélica Urrutia will die Bewegung der „Weltfrauen“ ins kleine Hattingen holen und deutlich machen: Frauen auf der ganzen Welt haben oft die gleichen Probleme. Oder wie Najia Afshari aus Afghanistan in dem Bildband schreibt: „Die Solidarität ist die Quelle enger Zusammenarbeit.“
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