Moschee: Umbau statt Neubau und Fortsetzung des Offenen Dialogs

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Die Moschee an der Martin-Luther-Straße soll umgebaut werden. Ein Neubau ist derzeit nicht mehr in Planung.

Die DITIB Türkisch Islamische Gemeinde Hattingen plant am Standort Martin-Luther Straße den Umbau der bestehenden Moschee. Vertreter der Türkischen Gemeinde, der Fraktionen im Stadtrat und der Stadtverwaltung, trafen sich am Donnerstag, den 7. November 2013 in der Moschee, um sich über den aktuellen Sachstand zum Bauvorhaben zu informieren.

Zum Thema Neubau und Umbau sowie den Standort rief die Gemeinde am Sonntag, den 3. November eine Mitgliederversammlung ein. Özcan Balik vom Vorstand der Gemeinde brachte die Ergebnisse der Diskussion und Abstimmung zu Beginn des Gespräches direkt auf den Punkt:
"Wir möchten an diesem Standort umbauen und keinen Neubau auf der Fläche des Parkplatzes errichten. Der Gebetsraum soll erweitert werden und eine weitere Etage für den Frauengebetsraum entstehen, der eine Kuppel und Minarett erhalten soll. Ein Arbeitskreis mit Vertretern der Türkisch Islamischen Gemeinde, Kommunalpolitikern und Vertretern soll gebildet werden, um den Umbau zu begleiten. Wir rechnen damit, dass die Planungsphase ein bis eineinhalb Jahre, also bis Mitte 2015, dauern wird. Denn bis es soweit ist, sind noch viele Fragen zu klären." Ob der Ausbau möglich ist, hänge unter anderem davon ab, ob die Statik des Gebäudes dies zulasse. Außerdem werde angestrebt, das Grundstück durch Ankäufe zu erweitern, denn es gehe nicht nur darum, die Räume umzubauen auch eine Erweiterung sei dringend nötig. Auch die Höhe der Kosten spiele eine Rolle. Erkan Colöglu stellte klar, dass es aber nicht darum gehe, Platz für mehr Menschen als bisher zu schaffen: "Die Räume sollen von den Mi

tgliedern der Hattinger Gemeinde genutzt werden. Schon jetzt reicht der Platz - insbesondere bei größeren Ereignissen, wenn alle 500 bis 600 Gläubige zusammentreffen - nicht aus. Dann müssen andere Räume umfunktioniert, Tische und Stühle gerückt werden."

Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste aus Politik und Verwaltung selbst ein Bild von der Situation machen und zeigten Verständnis dafür, dass die Türkische Gemeinde die Situation verbessern möchte. Denn von dem Platzmangel abgesehen besteht an vielen Stellen dringender Renovierungsbedarf.

Die Hattinger Kommunalpolitiker erkundigten sich, wie mit der bereits eingereichten Bauvoranfrage, die einen Neubau auf dem Parkplatz vorsieht, verfahren werden soll. "Wir möchten, dass die Bauvoranfrage eingefroren wird und erwarten von der Stadt keine Entscheidung dazu. Es ist klar geworden, dass wir Zeit benötigen, um alle offenen Fragen zu klären. Ein Neubau wird nur dann wieder Thema sein, wenn die Umbaupläne nicht realisiert werden können. Jetzt fangen wir noch einmal von vorne an", so Erkan Cöloglu.

Baudezernent Jens Hendrix versicherte, dass die Akte mit der Bauvoranfrage erst einmal ruhe. Nicht ruhen soll dagegen der offene Dialog und die Öffentlichkeitsarbeit zu weiteren Schritten in Richtung Umbau: "Auch in der Phase der Planung sollten wir uns kontinuierlich zum Austausch treffen und die gute Zusammenarbeit aufrechterhalten", so Jens Hendrix. Angesichts der öffentlichen Diskussion, die das Bauvorhaben ausgelöst hat, bleibe Transparenz und Information wichtig, unterstrichen die Beteiligten des Gespräches und legten fest, als Arbeitskreis regelmäßig zusammenzukommen und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten. Auch die Anregung der Politik, gemeinsam über Gestaltungsfragen zu diskutieren, wurde vom Vorstand der DITIB Gemeinde Hattingen aufgegriffen.
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