Besinnliches von Winfried Langendonk: "Sich selbst lieben?"

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Winfried Langendonk, Pfarrer von St. Peter und Paul, Hattingen
Hattingen: St. Peter und Paul |

Die österliche Bußzeit ist eine Zeit, in der der Mensch über sein Leben nachdenken kann.

Dazu gehört auch die Frage nach Schuld und Sünde. Beide werden gerne verdrängt, lassen sich aber nicht dauerhaft unterdrücken.
Wenn ich über Schuld und Sünde nachdenke, kommen mir die 10 Gebote in den Sinn. Sicher über 2500 Jahre alt.
Haben Sie nicht längst ausgedient? Sind sie nicht längst überholt? Können Sie noch ein Maßstab für unsere moderne Welt sein?
Moderne Welt? Was sehe ich, was erlebe ich? Mord und Totschlag, Betrug, Lüge, Misshandlung, Vernachlässigung, Diebstahl.
Ja, aber da haben wir doch Gesetze für, die das Zusammenleben regeln. Und da merken wir schnell: Das Grundgesetz steht auf einem christlichen Fundament. Also sind die 10 Gebote doch nicht überholt.
Wenn wir in diesen Tagen die Kinder auf das Sakrament der Versöhnung vorbereiten, dann nehmen wir den Evangelisten Markus zu Hilfe.
Dort heißt es: „Ein Schriftgelehrter ging zu Jesus und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete. Das erste ist: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“ (Mk 12, 28-31).
Es geht heute nicht mehr darum, die 10 Gebote auswendig zu lernen, denn in diesem einen Gebot ist alles zusammengefasst. Gott lieben, den Menschen lieben und sich selbst lieben.
Der letzte Teil wird oft vergessen – gerade von Christen, die altruistisch veranlagt sind. Wer Gott liebt und die Menschen liebt wird sich automatisch an die Gebote halten, auch wenn er sie nicht mehr im Einzelnen aufzählen kann.
Es ist aber auch nicht unwichtig, auf sich selbst zu achten und für sich selbst etwas zu tun.
Immer nur geben und anderen helfen geht auf Dauer nicht.
In einem alten Werbespruch heißt es am Schluss: Weil Sie es sich wert sind. Also verwöhnen Sie sich auch mal.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag.

Winfried Langendonk,
Pfarrer von St. Peter und Paul, Hattingen
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