Freiwilligenbörse: Spaß am Klönen und anderen Menschen helfen

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Im Klöntreff ist immer viel los. Christel Haarmann (vorne links) hilft beim Ausfüllen von Formularen, Ansprechpartnerin für Niedersprockhövel ist Ilona Kellner (Dritte v.l.).Foto: privat
 
Die Hauptstraße 44, Heimat der Freiwilligenbörse.Foto: privat
In der Verwaltungsnebenstelle auf der Hauptstraße 44 in Niedersprockhövel ist seit Oktober 2012 die Freiwilligenbörse untergebracht. Nach dem Start in Haßlinghausen wurde im Herbst letzten Jahres auch im zweiten großen Stadtteil von Sprockhövel ein Treff untergebracht, dessen Besucher helfen und nicht allein sein möchten.

Ilona Kellner kümmert sich als Ansprechpartnerin um Niedersprockhövel und musste als Bochumerin erst einmal lernen: So einfach ist das in Sprockhövel nicht. Wer in Haßlinghausen lebt, geht nur selten „über den Berg“ und wer in Niedersprockhövel zuhause ist, besucht doch nicht „die da oben“. „Das war für mich am Anfang etwas fremd“, lacht sie.
Schnell erkannte sie allerdings, dass man die Bewohner der Stadtteile eben dort abholen muss, wo sie leben. Also entstand in Niedersprockhövel eine weitere Anlaufstelle der Freiwilligenbörse. Doch was macht man da eigentlich?
„Rund 35 Ehrenamtliche stehen bereit und bieten beispielsweise jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat einen Klöntreff an von 10 bis 12 Uhr in den Räumen in der Hauptstraße 44. Manchmal frühstücken wir, manchmal gibt es einen Kuchen. Gestartet sind wir mit drei Personen, jetzt kommen regelmäßig bereits zehn“, freut sich Ilona Kellner.
Vor allem ältere Mitbürger sind oft einsam und froh über die neue Form der Begegnung. „Dienstags, mittwochs und donnerstags haben wir von 10 bis 12 Uhr Sprechstunde. Dort bieten wir zum Beispiel donnerstags Formularhilfe an. Wer Schwierigkeiten hat beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen findet bei Christel Haarmann Unterstützung. Außerdem bekommen wir Anfragen wie beispielsweise Begleitungen zum Arzt, Einkaufshilfen oder wenn Kleinigkeiten im Haushalt zu erledigen sind. Wir reparieren keine Waschmaschine, aber wir reinigen ein Fusselsieb“, beschreibt Ilona Kellner die Aufgaben.
Unter den ehrenamtlichen Helfern halten sich Männer und Frauen die Waage, aber bei den Besuchen und Anfragen haben die Frauen das Sagen. „Zum einen lassen sich Frauen oft mehr helfen und fragen einfach. Zum anderen sprechen sie gern mit anderen Menschen und außerdem ist die Lebenserwartung bei Frauen auch höher als bei Männern“, sucht Ilona Kellner nach den Gründen für das Ungleichgewicht.
Der „Klöntreff“ sitzt aber nicht nur da und schwätzt. Er strickt auch und zwar für Basare. Die Handarbeiten werden dort verkauft und der Erlös geht in die Aktion Weihnachtswunschbaum. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit werden an den Baum Wünsche für Kinder zum Weihnachtsfest angehängt, die von Sprockhövelern erfüllt werden. Eine sehr erfolgreiche Aktion, denn im letzten Jahr konnten rund sechzig Wünsche erfüllt werden. Dass es dabei keine Millionäre trifft, die sich die Wünsche selbst erfüllen können, dafür sorgen städtische Stellen wie das Jugendamt.
Die Räume in der Hauptstraße 44 können außerhalb der Zeiten der Freiwilligenbörse übrigens auch von Vereinen und Verbänden genutzt werden. Ansprechpartnerin ist hier sowie auch zur Freiwilligenbörse Bärbel Mays bei der Stadt Sprockhövel, 02339/917356; E-Mail baerbel.mays@sprockhoevel.de.

In den Sommerferien hat die Freiwilligenbörse in der Hauptstraße 44 geöffnet dienstags bis donnerstags, jeweils 10 bis 12 Uhr. Der „Klöntreff“ findet statt am 15. August sowie am 5. und 19. September, 10 bis 12 Uhr. Die Hauptstraße 44 ist unter 02339/1319134 erreichbar.
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