Nachberichterstattung - Symposium-Lunge 2016

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9. Symposium Lunge
Hattingen: LWL Industriemuseum |

Die mehr als 2.800 Besucher des 9. Symposium Lunge in der Gebläsehalle des Westfälischen Landesmuseums Heinrichshütte in Hattingen verdeutlichen den großen Bedarf an Information und Austausch. COPD und Lungenemphysem sind chronisch entzündliche, progredient verlaufende Lungenerkrankungen, die mit belastenden Symptomen wie Atemnot, Husten und Auswurf einhergehen.



Mit der Erkrankung leben, muss daher das Ziel eines Betroffenen sein.

„Fragen stellen, sich austauschen, Anwendungen oder neue Geräte zeigen lassen, nur so kann ich optimal mit meiner Erkrankung umgehen. All das bietet mir das Symposium-Lunge. Ich kann nur jedem raten, aktiv und eigenverantwortlich mit COPD umzugehen“, schilderte Hans Weismann, der aus Freiburg angereist war.

Symposium Lunge: Einzigartig im deutschsprachigen Raum
Als Jens Lingemann, Organisator und selbst Betroffener vor 10 Jahren zusammen mit seiner Frau Heike das erste Symposium Lunge ins Leben rief, war noch nicht klar, dass sich die Veranstaltung zu einem Magnet mit jährlich wachsenden Teilnehmerzahlen entwickeln würde. Klar war jedoch, dass Information der Schlüssel für einen besseren Umgang mit der Erkrankung ist.

Veranstalter des Symposium Lunge ist der COPD - Deutschland e.V. dessen Vorsitzender Jens Lingemann ist.

In Hattingen hatten Patienten und Interessierte die Möglichkeit, die größte Industrieausstellung für COPD in Deutschland zu besuchen, an Workshops teilzunehmen, sich mit anderen auszutauschen und Vorträge von hochrangigen Lungenspezialisten zu hören. Ganz besonders hervorzuheben: die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit den Ärzten zu treten. Die diesjährige Fragestunde war außerordentlich gut besucht und jeder Teilnehmer konnte konkrete Antworten mit nach Hause nehmen.

Den Termin des 10. Symposium-Lunge, welches am 02. September 2017 an selber Stelle stattfindet, sollte man sich bereits jetzt im Kalender notieren.

Risiko COPD...mehr als Rauchen
„Die chronisch verengende Lungenerkrankung, kurz COPD genannt, wurde lange Zeit fast synonym als Raucherkrankheit bezeichnet. Inzwischen wissen wir, dass die Zusammenhänge, die zu einer COPD führen können, wesentlich komplexer sind“, formulierte Professor Dr. Helmut Teschler, Essen Moderator und Referent des 9. Symposium Lunge in Hattingen. Auch wenn Rauchen nach wie vor der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD ist, können beispielsweise Ausreifungsstörungen der Lunge, die möglicherweise durch eine Frühgeburt oder asthmatische Erkrankung im Kindesalter hervorgerufen werden, die Entwicklung einer COPD im Erwachsenenalter begünstigen. Zudem kann ein genetischer Einfluss wie ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ein Lungenemphysem auslösen.

Auch die Auswirkungen von Feinstäuben auf die Lunge müssen mehr öffentliche Präsenz erhalten. So seien die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub in der EU ein nicht hinzunehmender Skandal, forderte Teschler.

Dunkelziffer COPD bei 40 Prozent
„Noch immer erhalten die meisten COPD-Patienten erst im fortgeschrittenen Stadium die Diagnose. Die Dunkelziffer der nicht erkannten und somit nicht behandelten Patienten liege derzeit bei etwa 40 Prozent “, so Teschler. „Im Hinblick auf das Thema Früherkennung sind wir derzeit zwar auf dem Weg, aber noch lange nicht angekommen.“

Maßnahmen, die bei einem vorliegenden hohen Risiko für eine COPD in der täglichen Praxis angewandt werden können, gilt es zu implementieren.

Heute sei es so, dass in der Regel erst bei einem massiven Auftreten von Atemnot, Husten und Auswurf (AHA-Syndrom) eine Diagnostik erfolgt und Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Mitwirkung des Patienten
Die Mitwirkung des Patienten bezeichnete Professor Dr. Heinrich Worth, Fürth, als entscheidend für die Behandlung. Medizinisch wird die Mitwirkung als Compliance benannt.

Letztendlich sei statt einer passiven Befolgung ärztlicher Anweisungen die partnerschaftliche Kooperation zwischen Arzt und Patient der Schlüssel für ein optimales Management der chronischen Atemwegserkrankung, so Worth.

Nicht-invasive Beatmungstherapie
Die nicht-invasive Beatmung (NIV) ist ein Verfahren, das dem überlasteten Zwerchfell Unterstützung anbietet und eine ergänzende Therapieoption für COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium darstellt, referierte PD Dr. Thomas Köhnlein, Leipzig.

Ist das Zwerchfell überlastet, atmen Patienten häufig schneller, aber nicht mehr so tief durch.

In 2014 konnte erstmals eine Studie von Köhnlein veröffentlicht werden, die sowohl relevante Verbesserungen in der Lebensqualität, der körperlichen Leistungsfähigkeit und auch der Lebenserwartung erzielte. Aktuell bestätigt werden konnten diese Daten nun in einer weiteren Studie, die in London auf dem ERS-Kongress präsentiert wurden.

Welche Auswirkungen diese außerordentlichen Effekte auf das Gesamtkonzept der COPD-Behandlung haben werden, wird die Zukunft zeigen.

Hinweis:
Eine ausführliche Nachbetrachtung finden Sie in den nächsten Tagen auf den Internetseiten des Veranstalters:
COPD - Deutschland e.V. www.copd-deutschland.de sowie des Mitveranstalters:
der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland www.lungenemphysen-copd.de.

Den Filmbeitrag zum 9. Symposium Lunge finden Sie hier: https://goo.gl/3yc5TK

Ein Videomitschnitt der Vorträge und Veranstaltung kann ab Ende November 2016 auf der Homepage des COPD - Deutschland e.V. bestellt werden.
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