Neue Stelle "Hattinger Flüchtlingshilfe": Ehrenamt muss man lernen

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Das Foto zeigt v.l. Stefanie Berkermann, Fachbereichsleitung Stadt Hattingen Soziales und Wohnen, Projektkoordinator Marcus Sommerey, Projektadministratorin Steffanie Bienick, Kultur- und Sozialdezernentin und Beigeordnete Beate Schiffer und Manfred Gosker als geschäftsführender Vorstand HAZ Arbeit + Zukunft. Foto: Pielorz
Hattingen: HAZ Arbeit und Zukunft |

Um die zahlreichen und kreativen Hilfsangebote der Hattinger Bürger besser zu koordinieren, wurde eine neue Beratungs- und Koordinationsstelle, die Hattinger Flüchtlingshilfe (Kräfte bündeln – Ehrenamt fördern), beim HAZ Arbeit + Zukunft eingerichtet. Mit einer strukturierten Erfassung, Koordinierung sowie einer gezielten Vernetzung ehrenamtlicher Angebote ist die Koordinierungsstelle ein wichtiger Bestandteil zur Professionalisierung der ehrenamtlichen Hilfe für Flüchtlinge in Hattingen. Derzeit leben 787 Flüchtlinge in Hattingen, darunter sind ein Drittel Syrer.

Die Koordinierungsstelle vermittelt aber nicht nur in Ehrenämter, sondern hat sich auch eine bessere Vernetzung unter den Hilfsangeboten sowie eine Verbesserung der Informationsstruktur auf die Fahnen geschrieben. Des Weiteren ermittelt die Stelle laufend, in enger Absprache mit den Sozialarbeitern, den konkreten Hilfsbedarf der nach Hattingen geflüchteten Menschen. Für den Sommer sind erste Fortbildungsangebote und offene Gesprächskreise für die freiwilligen Helfer
geplant um sie bei ihrer Arbeit optimal zu unterstützen. Marcus Sommerey und Steffanie Bienick sind die Ansprechpartner beim Projekt.

Wie kann ich helfen und was darf ich

„Viele ehrenamtliche Helfer brauchen Unterstützung und Hilfe. Auch Ehrenamt will gelernt sein und man muss wissen, was man tun möchte und was man nicht tun darf“, so Sozial- und Kulturdezernentin Beate Schiffer. Deshalb sei diese neue Beratungsstelle ein wichtiger Anlaufpunkt für Flüchtlinge und Ehrenamtliche.
Man wolle hier auch Wissen vermitteln für die Ehrenamtler. Beispielsweise, wie das Asylrecht überhaupt aussehe. Oder man wolle Hilfen anbieten, um die fremde Kultur der Flüchtlinge zu verstehen. „Ehrenamtler müssen beispielsweise sensibel sein mit dem Datenschutz. Wenn eine Einzelperson eine Familie betreut, so kann sie zum Beispiel nicht einfach einen Freund dorthin mitnehmen. Oder wenn der Ehrenamtler eine medizinische Ausbildung hat, so darf er trotzdem seine Kenntnisse nicht einfach anwenden“, macht Beate Schiffer deutlich.
„Hattingen ist eine hilfsbereite, weltoffene und bunte Stadt. Das zeigt eine erste
Bestandsaufnahme der vielen bereits laufenden Hilfsangebote, welche wir bei unseren Recherchen gefunden haben“, sagt Marcus Sommerey, Projektkoordinator der Hattinger Flüchtlingshilfe.
Die Angebote sollen nun erweitert und zielgerichtet an die Flüchtlinge gebracht
werden. Für ein erstes Treffen wurden 35 Verbände und Projekte angeschrieben. Darunter sind Initiativen in Sport und Freizeit, aber auch Patenschaften für Familien, Sprachaktivitäten und vieles mehr. Manches sei einfach als Zufallsprodukt entstanden. Durch eine Mund-zu-Mund-Propaganda werden sich weitere Ehrenamtliche finden, die zu einem ersten Treffen nicht dabei waren. Sie können beispielsweise zu einem Tag der offenen Tür der Hattinger Flüchtlingshilfe kommen. Dieser findet statt am Samstag, 7. Mai, 11 bis 16 Uhr, Am Walzwerk 17, Hochparterre links.
Interessierte Bürger können sich immer am Montag und Mittwoch von 10 bis 13 Uhr sowie Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr unter 02324 - 591-277 beraten, als Ehrenamtler registrieren lassen oder mit den Mitarbeitern der Koordinationsstelle über ihre Projektidee sprechen. Wer als ehrenamtlicher Mitarbeiter registriert ist, hat auch einen entsprechenden Versicherungsschutz, benötigt aber ein Führungszeugnis. Ein zeitlicher Anspruch in der Mitarbeit besteht nicht.
Das Projekt wird in enger Absprache mit der Stadt Hattingen durchgeführt und wird finanziell für drei Jahre unterstützt durch die Aktion Mensch.
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